Oldenburg Nr. 4 - 1/10 Thaler (2025)

  • Die Marke Oldenburg Nr. 4, 1/10 Thaler war die Frankatur für Fernbriefe (im Postvereinsgebiet) bei der 1. oldenburgischen Ausgabe. Manchmal wurde die Marke auch als Frankatur für überschwere Briefe in der 3. Gewichtsstufe verwendet. Die Auflage dieser Marke wird vom Michel-Katalog mit 350.000 angegeben, Ohrt schätzt die Auflage dieser Marke auf 100.000 bis 350.000 Stück (Krötsch-Ohrt, S. 13).

    Wie bei allen anderen Oldenburg Marken ist von der Nr. 4 weder ein vollständiger Bogen noch die alte Steindruckplatte erhalten geblieben. Die vormalige Bogengröße ist unbekannt, wird aber in der Literatur mit 100 Marken vermutet. Diese Marke wurde in der Steindruckerei Gerhard Stalling in Oldenburg gedruckt, die diese Marke als Steindruck mit schwarzer Farbe auf gelbem Papier (= Lithographie) herstellte. Die Marke wurde "geschnitten", hatte keine Zähnung, keinen Durchstich und das verwendete Papier hatte auch kein Wasserzeichen . Das Erscheinungsdatum der Marke war offiziell der 5. Januar 1852.

    Die Marke Oldenburg Nr. 4 erschien mit 3 Papierlieferungen. Ohrt differenziert hier bei der Farbe der Marke zwischen lebhaft gelb, blassgelb und gelb (Krötsch-Ohrt, S. 13). Der Michel-Spezial-Katalog gibt nur zwei Farben an: Nr. 4a. schwarz auf hellgraugelb (Töne) (hellgelb) und 4b. hellolivgelb (zitrongelb) (Michel-Deutschland-Spezial 2020, S.207).

    Quelle: Krötsch-Ohrt, S. 13 weist die Papierlieferungen, den Verwendungszeitraum, die Farbe der Marke und auch die Dicke des jeweils verwendeten Papiers der einzelnen Papierlieferungen aus. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass es bei der Papierlieferung B - blassgelb auch im geringen Umfang sehr dünnes SEIDENPAPIER gab, welches eine deutlich geringere Papierstärke als 5 - 5 1/2 1/100 mm hatte.

    Die erste Marke, die Anfang Januar 1852 durch die Grossherzoglich Oldenburgische Post herausgeben wurde, war die zitronengelbe Oldenburg Nr. 4b. Diese stammt aus der Papierlieferung A, die von 1852 bis 1854 für den Druck verwendet wurde. Ohrt bezeichnet die Markenfarbe damals noch als "lebhaft gelb".

    Oldenburg Nr. 4b, 1/10 Thaler zitronengelb in leicht unterschiedlichen Farbnuancen mit verschiedenen Stempeln von "VAREL", "ESENSHAMM", "OVELGÖNNE","SANDE", "DELMENHORST" (aus meiner Slg.).

    Schwarze Stempelfarbe kommt auf Marken in Oldenburg nur bis August 1853 vor, die (sehr seltene) rote Stempelfarbe sogar nur im Jahr 1852. Oldenburg Nr. 4 mit diesen Stempelfarben, auch wenn die Marke schon etwas verblasst ist, sind daher immer als zitronengelbe Oldenburg Nr. 4b einzuordnen.

    Brief Oldenburg Nr. 4b - 1/10 Thaler zitronengelb - als Unterrandstück aus "BRAKE" vom 19/2 (1852) nach Solothurn in der Schweiz. Der Brief hat den Absendervermerk "fr. Grenze" und die Marke sollte in einer geteilten Frankaturabgeltung offenbar nur das Porto für den Brief bis zur deutschen Grenze darstellen. Die Marke wurde mit roter Tinte durchgestrichen und mit dem Vermerk "ungültig" versehen. Rückseitig hat der Brief den Transitstempel des TAXIS-Postamts in Bremen sowie einen roten K2 "BASEL", d.h. der Brief wurde transportiert und auch zugestellt. Dies ist der wahrscheinlich der erste oldenburgische mit einer Freimarke frankierte Auslandsbrief. (Sammlung Westerloy, Auktion Joachim Erhardt vom 15. Februar 1992, Los-Nr. 9016)

    Erläuterung von Ralph zu diesem Brief:

    "der wundervolle Brief war von Seiten des Absenders als Teilfrankobrief vorgesehen gewesen, siehe den Grenzfrankovermerk. Aber das war nicht möglich, weil die Marke auf Auslandsbriefen nicht galt. Daher war ihr Wert verfallen und die Post musste sie als "ungültig" kennzeichnen.

    Der Brief war somit als gewöhnlicher Portobrief zu taxieren und kostete für Oldenburg und Thurn und Taxis 26 Kreuzer. Die Leitung erfolgte über Frankfurt am Main, wo er in einem geschlossenen Briefbeutel unter den Portobriefen summarisch mit seinem Porto erfasst wurde.

    In Heppenheim wurde es der badischen Bahnpost übergeben, um im geschlossenen Transit mit der badischen Bahn nach Basel gefahren zu werden. Dort wurde das taxische Porto in Schweizer Rappen reduziert = 90 Rappen. Mit dem Schweizer Inlandsporto von 15 Rappen ergab sich eine totale Portoforderung von 105 Rappen (oder 1 Franken und 5 Rappen, wie man will).

    Auch nach dem 01.10.1852, als Thurn und Taxis einen ersten Postvertrag mit der Schweiz abschloß, wäre der Brief als völlig unfrankiert erachtet worden, weil es expressis verbis keine Teilfrankobriefe geben durfte und die Absender gezwungen waren, entweder die DÖPV-Strecke und die Schweizer Strecke zu frankieren, oder ganz unfrei zu versenden. Zu Letzterem ist zu bemerken, dass es keinen Portozuschlag gab, weder im DÖPV, noch in der Schweiz und das jetzt das Loth im DÖPV galt, in der Schweiz aber 15g das einfache Briefgewicht darstellte.

    Schade, dass die Siegelseite nicht gezeigt werden kann - der "verte" - Vermerk unten rechts weist eindeutig auf Wichtiges hin, welches man damals siegelseitig notiert hatte."

    Eine der größten Frankaturseltenheiten Oldenburgs ist dieser Brief der 3. Gewichtsstufe mit dem roten fz. Apt. L1 von "ELSFLETH" mit einer Oldenburg Nr. 4b - zitronengelb - (154. Dr. Wilhelm Derichs - Auktion vom 1.12.2018, Los-Nr. 2391)

    Brief Oldenburg Nr, 4b, 1/10 Thaler zitronengelb, entwertet mit dem schwarzen "FRANCO" (Typ "do") und mit dem Ortsaufgabestempel Ra1 mit unterstelltem Datum (KfD) "DELMENHORST 16/6" (1853) nach Bordeaux. Vorderseitig der Thurn & Taxis - Ra3 "FRANCO bis BREMEN" (Feuser (Supplement), S. 55, Nr. 312) und dem roten Stempel "VALENCIENNES TOUR-T" (= Thurn & Taxis-Stpl.). Der Brief wurde mit geteilter Frankaturabgeltung verschickt, frankiert war nur das deutsche Porto, welches 3 Silbergroschen pro Loth betrug (= 1/10 Thaler), das Weiterfranco wurde hier in bar entrichtet. Dieses betrug bis zum 30.6.1853 weitere 3 + 1/2 Sgr. pro 1/2 Loth. Dies ist der einzige mir bekannte Frankreich-Brief der über die Thurn & Taxis-Post, der hier über die Nordroute über Valenciennes nach Bordeaux geleitet wurde. Alle anderen mir bekannten Briefe nach Frankreich wurden durch die preussische Post transportiert. (Auktionshaus wurde von mir leider nicht notiert)

    Bf. Oldenburg Nr. 4b, 10 Thaler zitronengelb vom 16. Februar 1854, die Marke entwertet mit dem blauen FRANCO (Typ 'dt') und dem KfD "DELMENHORST" als Brief der 3. Entfernungsstufe nach Cöthen bei Neustadt-Eberswalde im Königreich Preussen (aus meiner Slg.)

    Brief Oldenburg Nr. 4b - 1/10 Thaler zitronengelb - mit dem blauen L1 "DAMME" auf Fernbrief nach Lübeck. Vorderseitig ist der "Schmetterlingsstempel" "HAMBURG 29. JUN 1854" als Durchgangsstempel zu sehen. (2. Boker-Auktion vom 7.12.1985, Heinrich Köhler, Los-Nr. 138)

  • Paar Oldenburg Nr. 4b, 1/10 Thaler zitronengelb mit dem schwarzen L1 "BOCKHORN" (Auktionshaus Christoph Gärtner GmbH & Co. KG, Auktion vom 7. April 2018, Los-Nr. 176)

    Fernbrief Oldenburg Nr. 4b - 1/10 Thaler in zitronengelb mit schwarzem L1 "FALKENBURG" nach Lübeck (aus der Slg. Heinrich Sanders, S. 152)

    Oldenburg Nr. 4b, 1/10 Thaler zitronengelb mit dem schwarzen L1 "LOHNE" (aus meiner Slg.)

    Paul Ohrt hat eine Verwendung dieses L1 "LOHNE" nur bis zum 8.5.1852 beobachtet (Ohrt, S. 295). Dieser Stempel kommt daher nur mit schwarzer Stempelfarbe vor.

    Fernbrief mit einer Oldenburg Nr. 4b, 1/10 Thaler in zitronengelb mit dem schwarzen Ra1 mit unterstelltem Datum (KfD) "NEUENBURG 1/3" nach Münden/ Königreich Hannover (aus der Slg. Oldenburgpost)

    Fernbrief der 2. Gewichtsklasse mit 2 x Oldenburg Nr. 4b - 1/10 Thaler in zitronengelb als 6 Sgr.-Frankatur mit dem blauen Ra1 mit dem unterstellten Datum "OVELGÖNNE 2/1" nach Lindau bei Northeim (Bernstein-Slg., 330. Schwanke-Auktion vom 14.05.2011, Los-Nr. 374)

    Fernbrief mit einer Oldenburg Nr. 4b - 1/10 Thaler in zitronengelb mit dem schwarzen L1 "RASTEDE" nach Arnstadt (aus der Slg. Heinrich Sanders, S. 103)

    Brief der 3. Gewichtsstufe mit einer Oldenburg Nr. 4b, 1/10 Thaler zitronengelb mit dem blauen L1 "SCHWEY" nach Ovelgönne (211. Auktion Edgar Mohrmann & Co. Internat. Briefmarken-Auktionen GmbH, Los-Nr. 488)

  • Bfst. Oldenburg Nr. 4b, 1/10 Thaler in zitronengelb mit dem grünlich blauen L1 "TETTENS" (101. Auktion Südphila P. Feuser am 16.03.2024, Los-Nr. 1037)


    Bfst. Oldenburg Nr. 4b, 1/10 Thaler in zitronengelb mit dem grünlich-blauen L1 "VECHTA" (Auktion Christoph Gärtner vom 7. April 2018, Teil von Los-Nr. 178)

    Brief der 3. Gewichtsstufe mit einer Oldenburg Nr. 4b, 1/10 Thaler zitronengelb mit dem blauen Ra2 "ELSFLETH 8/12" (1853) und zusätzlicher Federstrichentwertung nach Ovelgönne (228. Rauhut & Kruschel-Auktion am 18.-19. Oktober 2024, Los-Nr. 3166)

    Einschreib-Brief der 2. Gewichtsstufe mit einer Oldenburg Nr. 4b, 1/10 Thaler im zitronengelb, entwertet mit dem schwarzen "FRANCO" (Typ "do") und mit dem Ortsaufgabestempel Ra1 mit unterstelltem Datum (KfD) "DELMENHORST 26/12" (1852) nach Grossstrückhausen im Jeverland (Auktion Till Neumann vom 1.3.2003, Los-Nr. 285)

    Fernbrief Oldenburg Nr. 4 b, 1/10 Thaler in zitronengelb, entwertet mit dem schwarzen "FRANCO" (Type I) und Ra2 (aKJ Typ II) "OLDENBURG 2. MAI. 52" nach Göttingen (aus der Slg. Heinrich Sanders, S. 115)

    Fernbrief Oldenburg Nr. 4 b, 1/10 Thaler in zitronengelb, entwertet mit dem schwarzen "FRANCO" (Type I) und dem Ra2 (K) "OLDENBURG 23/10" (1852) als Ortsaufgabestempel nach Frankfurt a/M (Auktion Christoph Gärtner vom 7. April 2018 - Slg. Peter Zgonc -, Los-Nr. 180)

    Recommandierter Fernbrief mit einer Farbfrankatur einer Oldenburg Nr. 3 II, 1/15 Thaler in blass-rosa zusammen und einer Oldenburg Nr. Nr. 4b, 1/10 Thaler in zitronengelb mit dem schwarzen "FRANCO" (Type I), einem schwarzen "Recomandirt"-Stpl. und dem schwarzen Ra2 (aKJ Typ II) "OLDENBURG 15. FEB: 53 als Ortsaufgabestempel nach Löwenberg/ Preussen (Nieder-Schlesien) (330. Schwanke-Auktion vom 14. Mai 2011, Los-Nr. 360) Die Einschreibgebühr betrug 2 Sgr., das Fernporto 3 Sgr..

  • Dreifach schwerer Fernbrief mit 3 x Oldenburg Nr. 4b, 1/10 Thaler in zitronengelb mit dem schwarzen "FRANCO" (Type I) und dem Ra2 (K) "OLDENBURG 10/8" (wahrscheinlich 1853) als Ortsaufgabestempel nach Heidelberg (Auktion Christoph Gärtner vom 7. April 2018 - Slg. Peter Zgonc -, Los-Nr. 181)

    Früher Brief nach Dänemark: Brief mit einer Oldenburg Nr. 3 I, 1/15 Thaler in blass-rosa zusammen in Farbfrankatur mit einer Oldenburg Nr. 4b, 1/10 Thaler in zitronengelb mit dem schwarzen Ra2 (aKJ Typ II) "OLDENBURG 17. AUG: 53" nach Eckernförde/ Dänemark (Auktion Christoph Gärtner vom 7. April 2018 - Slg. Peter Zgonc -, Los-Nr. 150) Eckernförde gehörte damals zum dänischen Herzogtum Schleswig. Die Strecke bis Hamburg kostete 2 Sgr./ die dänische Poststrecke 3 Sgr. (siehe roter Vermerk "3"). Dies ist noch ein Brief vor dem Inkrafttreten des "dänischen Tarifs" ab 1854. Sehr seltener Brief.

    Fernbrief Oldenburg Nr. 4b, 1/10 Thaler in zitronengelb, entwertet mit dem blauen "FRANCO" (Type I) und dem Ra2 (K) "OLDENBURG 30/4" (1854) als Ortsaufgabestempel nach Hildesheim (aus der Slg. Heinrich Sanders, S. 64)

    Brief mit einer 4 Sgr.-Überfrankatur auf einem Postvereinsbrief (3. Entfernungsstufe), frankiert mit einer Oldenburg Nr. 2 III, 1/30 Thaler in blau (Papierlieferung C) und einer Oldenburg Nr. 4b, 1/10 Thaler in zitronengelb mit dem blauen Ra2 "VAREL 9/6" (1854) an das "Herzoglich Nassauische Kreis-Amt zu Hachenburg" im Thurn und Taxis-Gebiet. Aufgrund des großen Formates ging der Ansender vielleicht davon aus, dass es sich um einen doppeltschweren Brief handeln könnte, oder auch, dass er ein ewaiges Bestellgeld vorfrankieren könnte. (Auktion Till Neumann vom 1.3.2003, Los-Nr. 294)

  • Ab dem Jahr 1855 bis zum Jahr 1856 wurde dann mit der Papierlieferung B eine blassgelbe Nr. 4 gedruckt, die vom BPP nicht gesondert geprüft, sondern der Katalognummer 4a zugeordnet wird.

    Marken der Papierlieferung B, Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in blassgelb (aus meiner Slg.) Die hier abgebildeten Marken aus Lohne sind zu hell für die Farbe zitronengelb, sind aber "dünne Marken", so dass diese nicht der Oldenburg Nr. 4a in gelb zugeordnet werden können.

    Die Marke Oldenburg Nr. 4a in blassgelb ist eine eigene Marke und nicht etwa nur eine "verblasste Oldenburg Nr. 4a" in gelb, denn diese Marke wurde genau wie die zitronengelbe Oldenburg Nr. 4b auf dünnem Papier gedruckt (5 - 5 1/2 100stel mm), während die Oldenburg Nr. 4a in gelb nur auf dickem Papier (8 1/2 - 9 100stel mm) zu finden ist. Das ist ein deutliches Unterscheidungskriterium dieser Marke, den man sogar mit der Hand "erfühlen" kann. Die Farbvarianten der Blassgelben sind hier etwas unterschiedlich und und reichen m.E. von einem blassen Gelb bis hin zu fast weißen Marken mit ganz leichtem Gelbton. Die oben gezeigte Marke - 1. Reihe Mitte - aus "Lohne" ist auf dünnem Papier gedruckt, (Marken mit dieser Farbe können schon durchaus manchmal mit der Nr. 4a in gelb verwechselt werden, sind aber in der Papierdicke unterscheidbar.)

    Wohl innerhalb der Papierlieferung B gibt es einzelne Marken Oldenburg Nr. 4a in blassgelb auf sehr dünnem Seidenpapier. In Abb.: Oldenburg Nr. 4a auf Seidenpapier, diese Marken haben zumeist einen sehr schwachen Gelbton, hier mit Stempeln von "Vechta" und "Berne"(aus meiner Slg.).

    Fernbrief Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in blassgelb, entwertet mit dem blauen Delmenhorster Häuschenstempel sowie dem Ortsaufgabestempel Ra2 "DELMENHORST 3/10" (1856) nach Berlin (aus der Erich Weise-Slg., 296. Köhler-Auktion vom 23.09.1997, Los-Nr. 956)


    Bf. Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in blassgelb am 03. Februar 1856 mit dem L1 "Tossens" an die Buchhandlung von Velhagen und Klasing in Bielefeld (aus meiner Slg.)

  • Das freut mich, dass es Dir gefällt.

    Fernbrief mit einer Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in blassgelb mit dem blauen Ra2 "DAMME 18/7" nach München, Kgr. Bayern (Christoph Gärtner 59. Auktion vom 13. Juni 2024, Los-Nr. 5161D)

    Fernbrief mit einer Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in blassgelb mit dem Ra2 "ELSFLETH 5/11" nach Berlin (Auktionshaus Christoph Gärtner GmbH & Co. KG, 45. Auktion vom 16. Oktober 2019, Los-Nr. 19002)

    Brief mit einer Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in blassgelb mit dem blauen Ra2 "CLOPPENBURG" ins dänische Altona. Die deutsche Strecke bis Hamburg kostete 2 Sgr. (Nebenstempel "frc. Hbg"), die dänische Strecke kostete 1 Sgr. oder 4 dänische Skilling (handschriftl. "4" in rot). (Auktion Peter Zgonc, Christoph Gärtner vom 7.4.2018)

    7 Sgr.-Brief mit einer getrennten Frankaturabgeltung, frankiert mit einer Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Taler in blassgelb, entwertet mit dem grünlich-blauen "FRANCO" in der Type "dt" und mit dem Ortsaufgabestempel Ra1 mit unterstelltem Datum (KfD) "DELMENHORST 17/12" (1855) nach Thorncliffe Camp/ London. Weiterfranco-Vermerk "4", Leitvermerk "via Ostende" und vorderseitig seltener Bogenstempel "FOREIGN PAID". (Auktion Till Neumann vom 1.3.2003, Los-Nr. 308)

    Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in m.E. blassgelb (sehr dunkel gescannt) mit dem "Delmenhorster Häuschenstempel" (Auktion Christoph Gärtner vom 7. April 2018, Los-Nr. 165)

    Ab dem 9. Dezember 1854 hat Paul Ohrt erstmals Briefe mit dem sogen. "Häuschenstempel" von Delmenhorst registriert (Paul Ohrt, S. 174. Nr. 16g.). Es gibt aber noch frühere Verwendungen dieses Stempels. Ich habe sogar einmal einen Häuschenstempel in schwarzer Stempelfarbe gesehen.

    Zur Herkunft dieses Stempels vermutete Ohrt, dass der Postmeister Peter Dietrich Fitger diesen Stempel im Nachlass seines verstorbenen Vaters Heinrich Fitger gefunden hatte und dass es sich hierbei um einen alten kommunalen Stempel der Stadt Delmenhorst gehandelt hat. Sein Vater Heinrich Fitger war vormals städtischer Beamter und Rathsherr der Stadt Delmenhorst gewesen. Jedenfalls ist dieser Stempel kein amtlich beschaffter Stempel der oldenburgischen Postdirektion, sondern ist "privatim" erhalten worden (Ohrt, S. 141).

  • Fernbrief Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in blassgelb mit dem blauen Ra2 "DEDESDORF 22/5" nach Warburg (aus der Slg. DSBerlin)

    Einschreibbrief der 3. Gewichtsklasse mit einer Oldenburg Nr. 2 I, 1/30 Thaler dunkelblau (Papierlieferung D/ Farbe durch Scanner aufgehellt) und einer Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in blassgelb (wohl Papierlieferung B) mit dem Ra2 "FALKENBURG 22/8" nach Ovelgönne. (aus der Slg. Oldenburgpost) Der Brief stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1857, denn ab August 1856 gab es bereits die gelbe Oldenburg Nr. 4a der Papierlieferung D, die in der Farbe "kräftiger" ausfällt (vgl. Krötsch-Ohrt, S. 27). Es kann aber davon ausgegangen werden, dass in Falkenburg die Frankatur zu 3 Sgr. kaum nachgefragt wurde und dass Marken der Nr. 4a hier nur wenig nachgeliefert werden mussten, so dass auch noch im Jahr 1857 die blassgelbe Oldenburg Nr. 4a in Falkenburg im Schalterverkauf war. Die Briefgebühr für den 3-fach schweren Brief (siehe "radierter" blauer Vermerk oben links) betrug 3 Sgr. + Recommandationsgebühr 1 Sgr. = 4 Sgr..

    Fernbrief der 2. Gewichtsstufe mit 2 x Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in blassgelb, entwertet mit dem blauen FRANCO der Type I und dem Ra2 (K) "OLDENBURG" als Ortsaufgabestempel nach Göttingen. Nach dem Briefinhalt stammt der Brief vom 26.1.1855. (160. Auktion Dr. Wilhelm Derichs vom 13. März 2021, Los-Nr. 824)

    Brief Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in blassgelb als Vollfrankatur nach Amsterdam/ Holland. Die Marke ist entwertet mit dem blauen "FRANCO" (Type I) , der Brief trägt dem Ra2 (K) "OLDENBURG 15/4" (wahrscheinlich 1855). Das anteilige niederländische Porto betrug 2 Sgr. (siehe vorderseitiger Vermerk "2") (aus der Slg. Heinrich Sanders, S. 68)

    Fernbrief Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in blassgelb mit dem blauen L1 "STEINFELD" als Entwertungsstempel und dem Ra2 "STEINFELD 1/3" als Ortsaufgabestempel nach Breitenbach (aus der Sammlung Heinrich Sanders, S. 126)

  • Fernbrief Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in blassgelb mit dem Ra2 "STEINHAUSEN 24/12" nach Celle (330. Schwanke-Auktion vom 14.05.2011, Los-Nr. 785)

    Eingeschriebener Fernbrief der 3. Gewichtsstufe mit einem Paar und einer Einzelmarke der Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in blassgelb und in Farbfrankatur zusammen mit einer Oldenburg Nr. 3 I, 1/15 Thaler in blassfleischrot, entwertet mit dem blauen "FRANCO" und dem Ra2 (aKJ Typ I) "OLDENBURG 2. OCT: 55." als Ortsaufgabestempel in das Fürstentum Birkenfeld. 9 Sgr. entfielen hier auf das Porto für den Fernbrief der 3. Gewichtsstufe und 2 Sgr. auf die Einschreibgebühr.(160. Ebel-Auktion vom 08. September 1988, Los-Nr. 5233)

    Briefstück Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in blassgelb mit dem grünlichblauen L1 "STOLLHAM" (aus meiner Slg.)

    Briefstück Oldenburg Nr. 4 a, 1/10 Thaler in blassgelb mit dem blauen L1 "ABBEHAUSEN" (145. Auktion Württembergisches Auktionshaus vom 13. und 14. Dezember 2024, Los-Nr. 2241)

    Fernbrief aus Oldenburg, frankiert mit einer Oldenburg Nr. 4a, 1/10 in blassgelb mit dem Ra2 "LOHNE 17/7", adressiert nach Burgdorf (Kanton Bern) in die Schweiz. Der Brief ist nicht datiert. Die Marke wurde allerdings mit diesem Papier (= Papierlieferung B) nur in den den Jahren 1855 und 1856 gedruckt.

    Der Brief lief über MINDEN (Preussen). Der rückseitige Rundstempel ist verschwommen und nicht ohne weiteres entzifferbar.

    José (St. G) schreibt dazu:

    19. Juil (wahrscheinlich 1856)

    Olten

    5 P.K. = 5. Postkreis

    Hier ein vergleichbares Beispiel

    Der zweizeilige Rahmenstempel ist ein badischer Bahnpoststempel.

    Ralph schreibt zu dem Postlauf über diesen Brief:

    "Dein Brief, wie uns der liebe José bestätigt, ist aus 1856 und zeigt uns eine geteilte Frankoabgeltung. Also zahlte der Absender den Postvereinsanteil von 3 Groschen mittels der applizierten Marke, aber die Gebühr für die Schweiz "f(ranco) 1" bar am Schalter, womit ihn der Brief 4 Groschen kostete. Offenbar akzeptierte die Oldenburger Postverwaltung keine Markenverwendungen für das ausländische Weiterfranko.

    Die Leitung ist auch u. U. etwas besonders: Man übergab den Brief an Preussen, wo auch der Rötelvermerk angebracht wurde. Hierzu muss man wissen, dass Oldenburg in der Briefkarte diesen Brief als voll frankiert summarisch erfasst und Preussen einen Groschen Weiterfranko bonifiziert hatte. Preussen erhielt diesen Groschen als Gutschrift mit der Bitte um Weitergabe an nachfolgende Postverwaltungen.

    Preussen keine postalischen bzw. geographischen Verbindungen zur Schweiz, da die Schweiz nur Postverträge mit Baden, Bayern, Taxis, Württemberg und Österreich ab Juli 1852 bis Nov. 1852 abgeschlossen hatte (sog. Anrainerstaaten).

    Preussen leitete daher die im anvertrauten Poststücke nicht der Taxispost zu, da das politische Verhältnis zwischen der Staatspost in Preussen und der Lehenspost von Thurn und Taxis, ehemalig der Reichspost, seit dem 18. Jahrhundert ziemlich getrübt war. Man bediente sich also der Vermittlung der badischen Post, die ihr Streckennetz seit 1836 gen Süden sehr gut ausgebaut hatte, wie man anhand des badischen Bahnpoststempels E.B. 12. Juli Curs VII sehen kann (der zum Stempel dazugehörige Punkt im Kreis ist nicht ersichtlich, wohl ausgefallen, aber er zeigte damals die Leitung nach dem Süden an).

    Baden bekam jetzt also von Preussen einen Groschen gutgeschrieben (siehe blauer Tintenvermerk der bad. Bahnpost siegelseitig) über die Briefkarte und musste vertragsgemäß mit der Schweiz in rheinischen Kreuzern abrechnen. Da im DÖPV ein Groschen postalisch 3 rheinischen Kreuzern entsprach, nahm Baden diese in seiner Briefkarte auf und bonifizierte sie in Basel der Schweizer Postverwaltung für einfache Briefe bis 15,624g (1 Zoll-Loth exklusive) in den 1. Rayon der Schweiz vom Grenztaxpunkt Basel-Konstanz. Innerhalb diesem lag der Zielort Burgdorf.

    Baden kassierte also einen Groschen, der paritätisch jedoch 3,5 rhein. Kreuzern entsprach, hätte folglich einen kleinen Gewinn erzielt. Aber ob das so war, konnte nur die General-Rechnung zwischen der preussischen und badischen Postverwaltung nach Ablauf des Monats klären; betrug die Gebühr, die Preussen von Baden zu bekommen hatte mehr, als im umgekehrten Fall, so war in Silbergroschen zwischen den Verwaltungen abzurechnen und Baden bekam einen halben Kreuzer als Gewinn durch diesen einen Brief. War die Forderung Badens aber höher, als die Preussens an Baden, so war in der Währung Badens abzurechnen und es blieb bei nur 3 Kreuzern."

    Mein Kommentar dazu: Ganz tolle Erläuterungen, sowohl von José als auch von Ralph. Vielen Dank.

    Leider ist es nicht "mein" Brief. Aber ich beklage mich nicht. Ich besitze eine ganze Vielzahl von ungewöhnlichen und seltenen Oldenburg-Briefen.

  • Von 1856 bis 1858 wurde mit der Papierlieferung D die Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in gelb gedruckt. Die Marke unterscheidet sich von den anderen Marken nicht nur durch die "etwas kräftigere" Farbe, sondern auch durch das etwas "dickere" Papier. Diese Marke hat eine Papierdicke von 8 1/2 - 9 100stel mm während die blassgelbe Nr. 4a und die zitronengelbe Nr. 4b nur eine Papierdicke 5 - 5 1/2 100stel mm haben. Dieses deutlich stärkere Papier lässt sich sogar mit dem Finger "erfühlen". Nur vom Bild lässt sich die Markenfarbe zur blassgelben Nr. 4a allerdings nicht immer unterscheiden.

    Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in gelb, Papierlieferung D mit den Ra2 von "HOOKSIEL", "WILDESHAUSEN" und "VAREL" (aus meiner Slg.) Ein weiteres Unterscheidungskriterium zur blassgelben Nr. 4a ist, dass einzeilige Langstempel auf dieser gelben Nr. 4a nur noch höchst selten zu finden sind. Die meisten Postorte verwendeten ab Ende 1856 nur noch zweizeilige Rahmenstempel.

    Fernbrief mit einer Oldenburg Nr. 4, 1/10 Thaler in gelb (m.E. Papierlieferung D) mit dem Ra2 "DINKLAGE 28/1" nach Halberstadt (aus meiner Slg.)

    Eingeschriebener Brief mit einer 5-Groschen-Frankatur und einer Oldenburg Nr. 3 I - 1/15 Thaler in m.E. blass-fleischrot - und einer Oldenburg Nr. 4a - 1/10 Thaler in (m. E.) gelb in die oldenburgische Exklave Birkenfeld. Die Marken wurden - offenbar versehentlich - mit einem roten "FRANCO" entwertet. Der Postbedienstete hatte das rote Stempelkissen (Recommandirt) benutzt. Es folgte hier ein weiterer FRANCO-Abschlag in blau. Als Ortsaufgabestempel wurde ein grünlich-blauer Ra2 "BRAKE 19/2" verwendet. (Heinrich Köhler, 382. Auktion, Los-Nr. 4039)

    Fernbrief mit einer Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in gelb mit dem Ra2 "HOOKSIEL 23/3" nach Osnabrück (Kgr. Hannover) (aus der Bernstein-Sammlung, 330. Schwanke-Auktion vom 14.05.2011, Los-Nr. 729)

    Fernbrief der 2. Gewichtsklasse mit einem Paar der Oldenburg Nr. 4a - 1/10 Thaler in gelb mit dem blauen Ra2 "HOHENKIRCHEN 2/4" nach Osnabrück ins Kgr. Hannover (Auktion Till Neumann vom 01.03.2003, Los-Nr. 237)

    Brief der 3. Gewichtsstufe mit einer Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in m.E. gelb mit dem blauen Ra2 "HORUMERSIEL 21/5" nach Tettens (aus der Bernstein-Sammlung, 330. Schwanke-Auktion vom 14.05.2011, Los-Nr. 731)

  • Fernbrief mit einer Oldenburg Nr. 4a in gelb mit dem blauen Ra2 "DELMENHORST 12/8" (1858) und dem vorderseitigen Schmetterlingsstempel "HAMBURG 14. AUG 1858" als Durchgangsstempel nach Lübeck (330. Schwanke-Auktion vom 14.05.2011, Los-Nr. 694)

    Briefstück Oldenburg Nr. 3 I, 1/15 Thaler m.E. blass-fleischrot und Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in m.E. gelb (vgl. Krötsch-Ohrt, S. 27) mit dem blauen Delmenhorster Häuschenstempel (5. Boker-Auktion vom 14.03.1987, Heinrich Köhler, Los-Nr. 205) Die Abstempelung stammt - legt man die Markenfarben und auch die Stempelfarbe zugrunde - entweder aus 1857 oder 1858)

    Nachsende-Fernbrief mit einer Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in gelb mit dem schwarzblauen Ra2 (aKJ) "JEVER 23. SEP: 59" nach Jena, konnte dort nicht zugestellt werden und wurde weiter nach Weimar versandt. Der Brief erhielt den Vermerk "porto" und eine zusätzliche handschriftl. Taxe "1" als Nachsendegebühr. (8. Boker-Auktion vom 12.11.1988, Heinrich Köhler, Los-Nr. 322)

    Brief mit einer Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in gelb auf Fernbrief mit dem blauen L1 "LÖNINGEN" Sehr wahrscheinlich im Jahr 1856 nach Oberammergau/ Oberbayern (Auktion Till Neumann vom 01.03.2003, Los-Nr. 325) Nach Paul Ohrt, S. 127 f. und S. 186 wurde am 02.10.1856 ein zweizeiliger Rahmenstempel (Ra2) "LÖNINGEN" eingeführt, der ebenfalls von dem Graveur H.G. Schilling in Berlin gefertigt worden war. Der blaue L1 "LÖNINGEN" wurde nachweislich aber bis mindestens zum 6. November 1856 weiterverwendet, allerdings zumeist nur noch als Entwertungsstempel. Als Ortsaufgabestempel wurde dann der neue Rahmenstempel verwendet.

    14 Sgr. - Brief mit geteilter Frankaturabgeltung für einen Brief der 2. Gewichtsstufe nach Grossbritannien: Brief frankiert mit 2 x Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in gelb, entwertet mit blauem "FRANCO" (Type II) und dem Ortsaufgabestempel Ra2 (K) "OLDENBURG 15/3" (1857) "via Ostende" nach London. Frankiert waren 6 Sgr., 8 Sgr. wurden als Weiterfranco in bar bezahlt (siehe handschriftl. Vermerk "8"). Vorderseitig hat der Brief den britischen "PAID-Stpl. vom 18. März 1857, wahrscheinlich vom Ankunftsort London) (Auktion Till Neumann vom 1. März 2003, Los-Nr. 309)

    wird fortgesetzt...

  • Eingeschriebener Fernbrief der 2. Gewichtsstufe mit einer Oldenburg Nr. 3 I, 1/15 Thaler in blass-fleischrot und 2 x Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in gelb, entwertet mit dem blauen Ra2 (KR m S) "OLDENBURG 23 V * 3-4" (1859) nach Zorge/Harz, Hzgt. Braunschweig. Die doppelte Briefgebühr für diesen Brief der 3. Entfernungsstufe betrug 6 Sgr., die Einschreibgebühr 2 Sgr. (Auktion Christoph Gärtner vom 7. April 2018, Slg. Peter Zgonc, Los-Nr. 164)

    Ab Anfang März 1859 wurde ein neuer zweizeiliger Rahmenstempel "OLDENBURG" mit römischer Monats- und Uhrzeitangabe (Typ "KR m S") verwendet. Dieser Stempel war durch den Graveur Schilling in Berlin angefertigt worden (Ohrt, S. 129, S. 191, Nr. 46r.) und wurde vor allem als Ankunftsstempel eingesetzt. Daher findet man diesen Stempel vor allem rückseitig auf Briefen. In einigen wenigen Fällen wurde dieser Stempel aber auch für die Ausgangspost und zur Entwertung der Marken genutzt.4

    Brief Oldenburg Nr. 4a - 1/10 Thaler in gelb mit dem Ra2 "OVELGÖNNE" nach Lindau bei Northeim (Bernstein-Slg., 330. Schwanke-Auktion vom 14.05.2011, Los-Nr. 765)

    2 x Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in gelb (6 Sgr. Briefgebühr) mit Oldenburg Nr. 3 I, 1/15 Thaler in blass-fleischrot, (2 Sgr. Einschreibgebühr) auf rekommandiertem Postvereinsbrief der zweiten Gewichtsstufe mit dem blauen Ra2 "VAREL 30/10) nach Gandersheim/ Hzgt. Braunschweig (3. Entfernungsstufe) (160. Auktion Dr. Wilhelm Derichs vom 13.03.2021, Los-Nr. 820)

  • Papiertiger,

    sehr schönes Briefstück. Die Kombination eines Paares der Nr. 4a, 1/10 Thaler in gelb mit einer blass-fleischroten Nr. 3 I, 1/15 Thaler ist selten und kann man zeitlich auf die 2. Jahreshälfte 1856 eingrenzen. Die gelbe Papierfarbe gibt es m.E. frühestens erst ab August/ September 1956 und den Langstempel von "BOCKHORN" hat Ohrt, S. 169, Nr.9e. nur bis zum 28. November 1856 gesehen.

  • 13 1/2 - Sgr.-Frankatur mit geteilter Frankaturabgeltung nach Paris: Brief der 2. Gewichtsstufe mit 2 x Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in gelb, entwertet mit blauem Ra2 (K) "OLDENBURG 23/2" (1860) nach Paris/ Frankreich. Der doppelt schwere Brief lief über die preussische Post und wurde bis zur Grenze mit 6 Sgr. frankiert (= 2 x 1/10 Thaler), das französische Weiterfranco über den Grenzort Valenciennes (siehe Stempel "PRUSSE VALENCIENNES") betrug 7 1/2 Sgr. (siehe vorderseitiger Vermerk in rot), denn in der französischen Gewichtsprogression entsprach diese Brief bereits der 3. Gewichtsstufe, die pro 7 1/2 Gramm 2 1/2 Sgr. kostete, entsprechend kostete das Weiterfranco 7 1/2 Sgr., welches in bar zu entrichten war. (Auktion Till Neumann vom 1. März 2003, Los-Nr. 306) Eine sehr ungewöhnliche und postgeschichtllich wohl einmalige Frankatur.

    5-Sgr.-Frankatur mit einer Oldenburg Nr. 3 III - 1/15 Thaler Hermelin schattiert in blass-fleischrot und einer Nr. 4a, 1/10 Thaler in gelb auf Brief mit blauem Ra2 "VECHTA 23/7" nach Breitenbach. Brief der 3. Entfernungsstufe (= 3 Sgr.) mit gleichzeitiger Einschreibegebühr für den Recommandirt-Brief ( = 2 Sgr.) (Auktion Till-Neumann vom 01.03.2003, Los-Nr. 296)

    Einschreib-Brief mit einer Mischfrankatur einer Oldenburg Nr. 4a - 1/10 Thaler in gelb und einer Oldenburg Nr. 7 - 2 Groschen in rosa (1. Auflage) mit blauem Ra2 "VECHTA 7/7" nach Neuss bei Düsseldorf. Diese Mischfrankatur mit einer Oldenburg Nr. 4a mit einer Nr. 7 ist ein Frankatur-Unikat und eine Altdeutschland-Rarität. Dies ist ein Brief der 3. Entfernungsstufe (3 Sgr.) mit einer Einschreibgebühr (2 Sgr.). (4.Boker-Auktion vom 15. 11. 1986, Heinrich Köhler, Los-Nr. 204)

    Fernbrief mit einer Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in gelb mit dem blauen Ra2 "WESTERSTEDE 31/7" (1858) nach Breitenbach bei Worbis (29. Schlegel-Auktion vom 1.-3.11.2021, Los-Nr. 228)

  • Als größte Einheiten der Oldenburg Nr. 4, 1/10 Thaler führt Florian Berger, S. 25 einen Viererstreifen auf Brief nach Australien, zwei gebrauchte Viererstreifen und mehrere Dreierstreifen an. Ich habe davon bisher nur einen kleinen Teil gesehen.

    Dieser sehr seltene Auslandsbrief mit der Oldenburg Nr. 4a nach Australien wird wie folgt beschrieben:

    "1/10 Thaler schwarz auf gelb im waagerechten Viererstreifen, sehr schön farbfrisch und allseits voll- bis meist breitrandig, mit mehrfach auf- und nebengesetztem blauen Langstempel "FRANCO" auf komplettem Faltbrief mit klar nebengesetztem blauen Rahmenstempel "BRAKE 18/4" (1860) über Aachen und England nach Adelaide in Australien, portogerecht frankiert mit 3 Silbergroschen Postvereinsporto und 9 Silbergroschen (=10 Pence) Weiterfranko. Vorderseitig der rote PAID-Stempel von London vom 21. 4. und der Ankunftsstempel "G.P.O. ADELAIDE JY 4 1860". (382. Heinrich Köhler-Auktion, Los-Nr. 155)

    Bfst. mit einem sehr seltenen Dreierstreifen einer Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in gelb und dem blauen Ra2 "SEEFELD 15/9" (Miracle de la couleur, 160. Auktion Dr. Wilhelm Derichs vom 13.03.2021, Los-Nr. 825)

    wird fortgesetzt...

  • Bei der Marke Oldenburg Nr. 4, 1/10 Thaler kenne ich bislang erst einen einzelnen Plattenfehler.

    Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler PF I "Fehlstelle in der Umrandung neben der 7" und Ausbruch in der Randlinie links" (vgl. Berger, S. 23)

    Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler PF I "Fehlstelle in der Umrandung neben der 7" und Ausbruch in der Randlinie links" (aus meiner Slg.) - Aufnahme mit meinem alten HP-Scanner -


    Druckzufälligkeiten gibt es auch bei der Oldenburg Nr. 4 vielfach, dies sind diverse Druckausfälle und unterbrochene Randlinien wie diese bei den Steindruckmarken häufig vorkommen. Von einem weiteren Plattenfehler kann man nur ausgehen, wenn exakt dieselbe Druckbesonderheit auf mehreren Marken absolut übereinstimmend vorkommt.

     

    Beispiele für Druckzufälligkeiten der Oldenburg Nr. 4

    Ich gehe davon aus, dass zukünftig auch bei der Oldenburg Nr. 4 noch weitere Plattenfehler entdeckt werden. Die Marke ist zwar keine Seltenheit, aber umgekehrt auch ganz sicher keine "Massenware". Daher sind bisher noch nicht allzu viele Sammler hier "auf die Suche" gegangen...

    Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler blassgelb mit dem PF I "Fehlstelle in der Umrandung neben der 7" und Ausbruch in der Randlinie links" (aus einem ebay-Angebot)

    Eingeschriebener Fernbrief mit einer Farbfrankatur einer Oldenburg Nr. 3 I, 1/15 Thaler in blass-fleischrot und Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in gelb mit dem PF I "Fehlstelle in der Umrandung neben der 7" und Ausbruch in der Randlinie links" mit blauem "FRANCO" (Type II) nach Königsberg in Ostpreussen. Der Brief der 3. Entfernungsstufe kostete 3 Sgr., die Reco-Gebühr zusätzliche 2 Sgr.. (1. Boker-Auktion vom 16. März 1985, Heinrich Köhler, Los-Nr. 180)

    Vergrößerung

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  • Hallo Bernd! Wo kommt denn das letzte Bild der Beispiele für Druckzufälligkeiten her? Falls es nicht von dem Briefstück ist, das ich im Post #13 gezeigt habe, dann haben wir vielleicht noch einen weiteren Plattenfehler...

  • Noch eine Ergänzung zu den Einheiten: es gibt auch einen - und wohl nur einen -senkrechten gebrauchten Dreiersteifen der MiNr. 4a, entwertet mit dem FRANCO-Stempel von Oldenburg (Dr. Derichs 173. Auktion, Los 684):

  • Hallo Bernd! Wo kommt denn das letzte Bild der Beispiele für Druckzufälligkeiten her? Falls es nicht von dem Briefstück ist, das ich im Post #13 gezeigt habe, dann haben wir vielleicht noch einen weiteren Plattenfehler...

    Diese abgebildete Druckzufälligkeit stammt aus dem von Dir abgebildeten Paar. Aber es handelt sich hier tatsächlich um einen Plattenfehler...

    Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler PF II "Fehlstelle in der Randlinie links unten" (ob es hier weitere Druckbesonderheiten zur Normalmarke gibt, muss man sich ansehen)

    Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in gelb mit dem PF II "Fehlstelle in der Randlinie links unten" und dem Ra2 "OLDENBURG" (aus einem ebay-Angebot)

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