• Als Mitglied der ArGe Lochungen sei es mir gestattet, auf diese bemerkenswerte Abteilung der Philatelie aufmerksam zu machen. Auf deren Netzseite steht: Wir freuen uns, Sie auf unserer Website begrüßen zu dürfen. Schauen Sie sich um und entdecken Sie die wunderbare Welt der gelochten Briefmarken. In früheren Zeiten haben Sammler und Händler die gelochten Marken als minderwertig und nicht sammelwürdig angesehen. Das hat sich aber geändert und man entdeckte, was für ein interessantes, spannendes und abwechslungsreiches Sammelgebiet sich hier eröffnet. Unsere neue Homepage bietet Ihnen eine Menge an Informationen über die ArGe und über Lochungen.

    1972 von Erich Vonhoff gegründet, beschäftigt sich die ArGe-Lochungen seither mit der Erfassung und Katalogisierung von gelochten deutschen Briefmarken. In diesen vielen Jahren wurde eine große Anzahl von verschiedenen Lochungen von Firmen und Behörden zusammengetragen und mit Bildern und Daten archiviert. Daraus entstand dann ein umfassender Katalog. Für unsere Mitglieder haben wir auch einen Mitgliederbereich in dieser Homepage eingerichtet, in dem interne Nachrichten und Infos veröffentlicht werden.

    Von Anfang an waren die ArGe-Mitglieder daran interessiert, neue Lochungen und neue Verwender zu finden. Das Durchforsten des Internets macht es heutzutage leichter, fündig zu werden. Jeden Monat werden Dutzende Neufunde in das Archiv aufgenommen, denn es gibt noch viel zu entdecken! Helfen Sie mit, das ArGe-Archiv und den Katalog noch weiter zu vervollständigen! Das ist spannend und interessant, denn häufig werden auch in alten Sammlungen und auf den Handelsplattformen neue Entdeckungen gemacht.

    Gelochte Briefmarken werden in Deutschland „Lochungen“ genannt. International werden sie aber als „Perfins“ bezeichnet. Die Marken wurden zur Diebstahlsicherung von vielen Firmen und Behörden gelocht. In den meisten Ländern der Welt wurden diese Lochungen verwendet, in manchen wird sogar heute noch eifrig gelocht.

  • guy69
    15. Januar 2025 um 21:07

    Liebe Grüße
    Harald

    Heimatsammlung Hochheim am Main

    65239 / 6203 Thurn und Taxis

  • Ja, da gibt es tolle Geschichten - allerdings für die fundamentalistischen Philatelisten ungeeignet, weil es nicht um Zähne, Druck & Farbe geht - heute in meinem Fundus entdeckt:

    Heute habe ich ein Kuvert mit Perfin in die Hände bekommen, das zeigt, welches Potential in der Social Philatelie steckt. Es mag sein, dass das Deutsche Stickstoff-Syndikat eine Ausnahms-Konstruktion gewesen ist, aber ich unterstelle, dass es heute mehr denn je solche industriellen Konstrukte gibt, die Vereinbarungen beinhalten, die länder- & währungsübergreifend gebaut sind. Sie überbrücken politische Umwälzungen, sogar Kriege.
    Es handelt sich um einen Inlandsbrief [Deutschland 1.8.1923-23.8.1923 = 1.000 Mark] - der Empfänger ist unbekannt. Die verwendeten Perfin-Initialen sind SS.

  • Der Bleistift (dvw): alltäglicher Begleiter, flüchtig scheinend, weil wir seine Striche mit einem Wischer wieder verschwinden lassen können. Und doch verbirgt er eine stille Dauerhaftigkeit. Seine Spur widersteht dem Licht, auf säurefreiem Papier überdauert sie Jahrzehnte, als wollte sie uns widersprechen: „So leicht löschst du mich nicht.“ Selbst im Alkoholbad klammert sich die Graphitspur ans Papier, als hielte sie an ihrem Dasein fest. - Die Firma Faber hat auch philatelistische Spuren hinterlassen - etwa die Eberhard Faber Pencil Company in Brooklyn [siehe Perfin!]

    Die Geschichte des Bleistifts ist eng mit der Familie Faber verbunden. Bereits im 18. Jahrhundert begann Kaspar Faber in Stein bei Nürnberg mit der Herstellung von Bleistiften. Aus diesem kleinen Handwerk entwickelte sich ein weltumspannendes Unternehmen, das später auch die USA eroberte. Einer der bedeutendsten Vertreter der Familie, Eberhard Faber (1822–1879), wanderte nach Amerika aus und legte dort den Grundstein für die amerikanische Erfolgsgeschichte der Marke.

    Vom Einwanderer zum Industriellen

    Eberhard Faber eröffnete 1861 in Manhattan die erste Bleistiftfabrik der Vereinigten Staaten1. Sie lag günstig am East River, doch ein verheerender Brand zerstörte 1872 die Gebäude. Dieser Rückschlag erwies sich paradoxerweise als Beginn einer neuen Blütezeit, denn Faber entschied sich für einen Standortwechsel: nach Greenpoint, Brooklyn2.

    Die Blütezeit in Brooklyn

    In den folgenden Jahrzehnten etablierte sich die Eberhard Faber Pencil Company als einer der größten Bleistifthersteller in den Vereinigten Staaten3. Neben Graphitstiften wurden Radiergummis, Gummibänder, Kosmetikprodukte und später auch Farbstifte hergestellt4. Produkte aus Brooklyn fanden sich in Büros, Schulen und Haushalten in ganz Nordamerika.

    Einige Markenmodelle erlangten Berühmtheit, darunter der „Blackwing 602“, ein Bleistift, der bei Künstlern und Schriftstellern Kultstatus erreichte5.

    Nach dem Tod Eberhard Fabers 1879 führten seine Söhne das Unternehmen weiter. Um 1898 wurde der US-Ableger schließlich formal von der deutschen Muttergesellschaft getrennt und entwickelte sich zu einem eigenständigen amerikanischen Unternehmen6.

    Wandel und Niedergang

    Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts brachte einschneidende Veränderungen. 1956 verlagerte das Unternehmen seinen Hauptsitz nach Wilkes-Barre, Pennsylvania7. Der einst so bedeutende Brooklyn-Komplex verlor an Bedeutung und wurde schließlich verkauft. Die Marke „Eberhard Faber“ wechselte im Laufe der Jahrzehnte mehrmals den Besitzer und ist heute Teil größerer Konzerne8.

    Erbe und Erinnerung

    Trotz des Niedergangs blieb die historische Bedeutung der Fabrik in Brooklyn erhalten. 2007 wurde der Komplex als Historic District unter Denkmalschutz gestellt9. Teile der alten Gebäude wurden restauriert und einer neuen Nutzung zugeführt. So hat etwa das Unternehmen Kickstarter sein Hauptquartier in einem der ehemaligen Fabrikgebäude eingerichtet10.

    Die Eberhard Faber Pencil Company in Brooklyn steht damit für mehr als nur die Herstellung von Schreibgeräten. Sie ist ein Beispiel für die Geschichte der Einwanderung, für unternehmerischen Mut und für die industrielle Entwicklung New Yorks. Ihr Vermächtnis erinnert daran, dass selbst scheinbar unscheinbare Alltagsgegenstände wie der Bleistift eine große kulturelle und wirtschaftliche Geschichte in sich tragen.


    Weiterführende Literatur:

    1. Brooklyn Public Library: Eberhard Faber Pencil Factory History, 2022.
    2. Wikipedia: Eberhard Faber Pencil Factory (abgerufen am 24. Sept. 2025).
    3. Finding Aids, New York University: Eberhard Faber Pencil Company Records.
    4. Brooklyn Public Library Blog: Eberhard Faber Pencil Company, 2022.
    5. Wikipedia: Eberhard Faber.
    6. Finding Aids, NYU: Eberhard Faber Pencil Company Records.
    7. ebenda.
    8. Eberhard Faber Company Website: Heritage & History.
    9. NYC Landmarks Preservation Commission: Eberhard Faber Pencil Factory Historic District Designation Report, 2007.
    10. Wikipedia: 58 Kent Street.
  • Der Tod von Wolfgang Ortel macht mich betroffen. Über einige Jahre hinweg durfte ich mit ihm korrespondieren – seine Antworten ließen nie lange auf sich warten. Er war stets hilfsbereit, präzise und verlässlich. Persönlich konnte ich ihn als freundlichen und zuvorkommenden Menschen kennenlernen. Sein Engagement und seine ruhige, sachliche Art werden mir in guter Erinnerung bleiben.

  • Das Unternehmen ließ sich 1878 in der Gasstraße 10–14 in Solingen nieder und spezialisierte sich zunächst auf Reben- und Gartenscheren. Als Warenzeichen wählte man ein von einem Dreieck umrahmtes Rebenblatt – ein prägnantes Symbol, das dem Betrieb bald den Namen „Deltawerk“ einbrachte.

    Schon wenige Jahre später wurde das Sortiment stetig erweitert. Ab 1887 entstanden ein eigenes Hammerwerk, ein dreigeschossiges Schleifereigebäude, eine Gießerei sowie eine neue Härterei – sichtbare Zeichen industriellen Wachstums und technischer Modernisierung.

    Die Paketkarte ist mit drei perforierten Germania-Marken im Gesamtwert von 80 Pfennig frankiert. Die Sendung lief über das B.P.A. 19 an die Firma Ischy im schweizerischen Payerne, wo Taschenmesser gefertigt wurden.

    Die Marken tragen eine Firmenperforation: ein Dreieck – das Delta –, das ein Rebenblatt umschließt. Dieses Zeichen verweist auf die Ursprünge des Deltawerks, das ursprünglich als Hersteller von Rebenscheren gegründet worden war.

    So verbindet sich auf kleinstem Raum Postgeschichte mit Unternehmensgeschichte – das Warenzeichen wird zum stillen Hinweis auf den Ursprung des Betriebs.

  • Liebe Sammlerfreunde,

    in einer Ansichtskarte habe ich bisher noch keine Firmenlochung (Perfin) gesehen. Hierzu eine Ansichtskarte von Frankfurt - Sachsenhausen als Feldpostkarte vom 29. Januar 1916.

    LG, Hermann

  • Guten Nachmittag,

    ich glaube nicht das es sich um eine Firmenlochung handelt, eher um die Lochung aus einem Postkartenautomaten.
    Werde später mal meine Aufzeichnung "durchsehen".

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich

    Das Leben ist zu kurz um sich darüber zu ärgern, was andere über dich denken oder sagen

    also hab Spaß und gib ihnen etwas worüber Sie reden können

    scheinbar ist ihnen ihr eigenes Leben zu langweilig

  • Eine Automatenkarte ist eine Ansichtskarte welche über einen Automaten verkauft wurde.
    Leider habe ich kein älteres Modell gefunden, gab es aber wohl ab den 1890-ern.

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich

    Das Leben ist zu kurz um sich darüber zu ärgern, was andere über dich denken oder sagen

    also hab Spaß und gib ihnen etwas worüber Sie reden können

    scheinbar ist ihnen ihr eigenes Leben zu langweilig