Thematische ArGe Medizin & Pharmazie

  • Als Mitglied in der ArGe (*1962) möchte ich Euch diese näherbringen, um vielleicht das eine oder andere neue Mitglied zu werben. Dich, zum Beispiel! Unser Slogan lautet: Philatelie ist Medizin. Und was verbindet Philatelie & Medizin? Im Laufe der Jahre und nach Gesprächen mit anderen kann ich es wie folgt formulieren: Wem ist der Slogan unbekannt: „Nicht ohne Gummi!“ – er hat sowohl medizinischen als auch philatelistischen Hintergrund. Aber es gibt viele weitere Gemeinsamkeiten bei Medizinern und Markensammlern: Pinzetten, Licht und Lupen – mit ihnen arbeiten Ärzte und Philatelisten. Auch Krankheitsbilder sind ähnlich: der philatelistische Hypochonder etwa jammert, der Stempel ist nicht zentriert, das Datum nicht klar lesbar, und das Wasserzeichen undeutlich. Und wenn ein Zacken fehlt? Der Arzt wird es anders ausdrücken, aber Ähnliches meinen. „Alle Kassen“ wiederum meint ebenfalls dasselbe, es geht ums liebe Geld. Und auch das Wasserbad soll schon verordnet worden sein. Der Arzt meint "ein Ausschlag", der Philatelist "stockfleckig". Selbst bei Untersuchungen ist das Vokabular ähnlich: nach langem Suchen stellt der HNO-Arzt fest "eine Perforation", auch der Philatelist untersucht Öffnungen in Marken und nennt sie Perfins. Selbst Schönheitsoperationen macht der Philatelist, wenn er eine Marke oder Stempel möglichst gleichrandig ausschneidet und den Beleg nicht so belässt, wie er einst geschaffen wurde. Den Facharzt, der Gutachten erstellt, nennen die Philatelisten in ihrem Jargon "Prüfer". Und so mancher Arzt oder Patient beklagt überflüssige Kilo, der Philatelist nennt es Falz. Der Psychiater wird Erik als Erika enttarnen, der Philatelist nennt es Kehrdruck. Die Rohrpost dürfen Philatelisten durchaus mit der Arbeit eines Urologen vergleichen. Bei Auf- und Überdrucken dürfen wir an Tätowierungen denken. Mit Zwischensteg, Herzstück oder Zähnung landen wir wieder in einer ärztlichen Praxis.

    Um die Mitglieder zu erfreuen, veröffentlicht die ArGe eine eigene Zeitschrift: Philatelia Medica, kurz PM. Und natürlich gibt es eine eigene Netzseite (also in English), auf der es Leseproben gibt. Es gibt eine Rubrik mit philatelistischen Neuigkeiten, die Ärzte, Krankheiten, Medikamente, Forscher und medizinische Geräte zeigen. Die Artikel der Zeitschrift werden von Ärzten, Forschern und Patienten geschrieben, übrigens haben wir es nicht so mit dem Gendern [Fragen Sie Ärztin, Arzt oder in der Apotheke (wen dort? Hans, Fritz oder Ursula?)], sondern verwenden das generische Maskulinum. Und es gibt immer wieder spannende Geschichten, die verschiedene Autoren für die Rubrik Angewandte Philatelie schreiben - Medizin & Pharmazie sind dort nicht zwingend! Jeder kann übrigens mitmachen! Mit dabei in der PM ist der Löwenzahn, der teilweise in Englisch verfasst ist; hier geht es um Pharmazie und Apotheken und deren Geschichte. Ich denke, dass der Name Löwenzahn sehr gut gewählt ist, einerseits verweist er auf ein gesundes Kraut, andererseits, dass das Kraut Stärke in Form von Gesundheit schenken kann.

    „Viele Menschen wissen, dass sie unglücklich sind, aber noch mehr Menschen wissen nicht, dass sie glücklich sind. [Albert Schweitzer]“ In diesem Artikel geht es um die Salutogenese. Mir war der Begriff bislang unbekannt, allerdings versuche ich das Weinglas stets als halb voll statt halb leer zu sehen. Wir versuchen unsere Mitglieder damit glücklich zu machen, dass wir die PM jeweils mit einem Absender-Freistempel verschicken, der dem Schwerpunktthema der PM entspricht. Einmal im Jahr gibt es einen Bildstempel. Mit einem Wort, Philatelie ist Medizin und beseitigt Nebenwirkungen, um damit glücklich zu sein und zu bleiben! Es sei noch erwähnt, dass die ArGe über einen eigenen Shop verfügt, in dem wir Belege mit dem Schwerpunkt "Medizin & Pharmazie" anbieten. Ausserdem helfen wir mit Rat & Tat, wenn jemand ein Exponat erstellen möchte. Unsere Exponate sind alle Online und können auf Wirbellose.at angesehen werden. Dort gibt es auch Hinweise zu wie und was man sammeln könnte. Eine kleine Galerie zeigt Einiges zur Postgeschichte und andere Exponate. In unserem kleinen Verbund aus drei Vereinen ist der ÖSVLPH der Dritte im Bunde - hier geht es fast nur um Marken des Fürstentum Liechtenstein.

    Interessiert? - Hier kannst Du Dich für die ArGe Medizin & Pharmazie anmelden!

  • Brief vom 07.02.1869, des Schaaffhausen´schen Bankverein Cöln, an Dr. C. Leverkus, Leverkusen b. Mülheim / Rhin, im Netz findet sich dazu folgendes:
    Carl Leverkus (1804–1889) war ein Chemieunternehmer und Namensgeber der Stadt Leverkusen. Nach seiner pharmazeutischen Ausbildung und dem Chemie-Studium an der Sorbonne in Paris sammelte er Erfahrungen in der Herstellung von Ultramarin, einem teuren blauen Farbstoff. 1834 gründete er in Wermelskirchen eine Fabrik zur Produktion von künstlichem Ultramarinblau und anderen chemischen Produkten. Die Fabrik wuchs schnell, litt jedoch unter ihrer abgelegenen Lage. 1860 verlegte Leverkus seinen Betrieb nach Leverkusen, einem Gelände bei Wiesdorf am Rhein. Er baute nicht nur eine moderne „Rheinische Ultramarin-Fabrik“, sondern auch Arbeiterwohnungen, um eine Gemeinschaft zu fördern. Trotz Herausforderungen wie dem Amerikanischen Bürgerkrieg gelang es ihm, die Produktion zwischen 1862 und 1872 zu verdreifachen. In den 1870er-Jahren begann die Fabrik auch mit der Herstellung von Alizarin, einem weiteren Farbstoff.

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich

    Das Leben ist zu kurz um sich darüber zu ärgern, was andere über dich denken oder sagen

    also hab Spaß und gib ihnen etwas worüber Sie reden können

    scheinbar ist ihnen ihr eigenes Leben zu langweilig

  • Argentinien nach Oldenburg mit Werbestempel zur Prophylaxe gegen TBC

    Für den Phila-Thematiker die ideale Kombination von Rindviech und dazugehörigem Stempel zur Prophylaxe gegen Rinder-TBC [Mycobacterium bovis]. Die Rindertuberkulose ist auch auf den Menschen übertragbar (und umgekehrt).

  • Ultramarin-Blau

    Der Mensch kann wirklich Vieles - aber das mit dem Blau - nein wirklich, das kann die Natur besser, schöner, und teilweise wesentlich beständiger, als es der Mensch je zu produzieren im Stande wäre. Ich hatte vor Jahren meine Schmetterlings-Fotos nach Farben zusammengestellt und ein paar unter dem Begriff "Blau" ins Netz gestellt. Wer mich kennt, weiss, dass bei Bläulingen [man sagt ja neuerdings zu Schulden auch Vermögen!] andere Farben dabei sein müssen, nämlich Grün (C. rubi) und ein leuchtendes Orange-Rot (L. virgaureae). - Morpho-Falter-Flügel aus Südamerika spiegeln das Licht, sodass es zu keinem Ausbleichen der Farben kommen kann - und selbst nach Jahrzehnten sieht das Flügel-Blau aus wie am ersten Tag.

    • Offizieller Beitrag

    Bitte derartige Beiträge in dem passenden Thema im Ordner Aus den Arbeitsgemeinschaften posten.
    In dem verlinkten Beitrag geht es ausschließlich um den Absender des Briefes und nicht um philatelistische / postgeschichtliche Aspekte des Beleges.

    Danke.
    Beitrag verschoben aus Italien (Semiklassik)

  • Werbekarte der Firma Schwarz Laboratories aus New York, für Acetyl Phosphate in Form von Lithium Salz.

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich

    Das Leben ist zu kurz um sich darüber zu ärgern, was andere über dich denken oder sagen

    also hab Spaß und gib ihnen etwas worüber Sie reden können

    scheinbar ist ihnen ihr eigenes Leben zu langweilig

  • Sehr interessant, daß die Gewichte in Gramm angegeben werden. Bis heute haben sich metrische Maßeinheiten in den USA nicht durchgesetzt, obwohl man besonders in technischen Dingen durch die vielen Importe ständig damit konfrontiert ist.

    viele Grüße
    Dieter

  • Lithium Salz

    Habe nachgesehen, wie Lithium-Salz (Carbonat) heute gehandelt wird: 250 Gr = 149€ (somit das Gramm etwa 60c).

    Jetzt interessierte mich noch Lithium im Sinne von Batterien und Brandgefahr. KI hilft da wirklich...

    Lithium und Brände – Ursachen und Löschen

    In Zeiten von Akkutechnologie und Elektromobilität gewinnt das Thema „Lithiumbrände“ zunehmend an Bedeutung. Immer wieder hört man von Bränden bei Smartphones, E-Bikes oder anderen Geräten – oft mit der Annahme, dass Lithium mit Wasser reagiert und dadurch die Ursache des Feuers sei. Doch was steckt wirklich dahinter? Und wie kann man solche Brände sicher löschen?

    1. Lithium: Metall oder Akku?

    Zunächst muss man zwischen reinem metallischem Lithium und den in der Praxis viel häufigeren Lithium-Ionen-Akkus unterscheiden. Reines Lithium ist ein sehr weiches, silbrig-glänzendes Metall aus der ersten Hauptgruppe des Periodensystems. Es reagiert bereits bei Kontakt mit Wasser heftig: Es bildet Wasserstoffgas und Lithiumhydroxid, wobei Wärme entsteht – unter Umständen genug, um das entstehende Gas zu entzünden.

    In modernen Akkus findet sich jedoch kein reines metallisches Lithium, sondern Lithiumverbindungen wie etwa Lithium-Kobaltoxid oder Lithium-Eisenphosphat. Diese Materialien sind deutlich stabiler – allerdings nicht harmlos. Auch ohne Kontakt mit Wasser können sie bei Fehlfunktionen in Brand geraten.

    2. Die eigentliche Ursache von Lithium-Akkubränden

    Die Hauptursache für Brände bei Lithium-Ionen-Akkus liegt nicht in einer äußeren chemischen Reaktion mit Wasser, sondern in internen Störungen der Zellen. Diese können etwa ausgelöst werden durch:

    • Mechanische Beschädigung (z. B. durch Sturz oder Druck),
    • Überhitzung (z. B. durch fehlerhaftes Laden),
    • Kurzschlüsse im Inneren des Akkus.

    Diese Probleme führen oft zu einem Phänomen namens thermisches Durchgehen (engl. thermal runaway). Dabei erhitzt sich der Akku selbstständig immer weiter, was zu einem Brand oder sogar zu einer Explosion führen kann.

    3. Wie löscht man Lithium-Akkubrände richtig?

    Hat ein Lithium-Ionen-Akku Feuer gefangen, stellt sich die Frage nach dem richtigen Löschmittel. Entgegen dem weitverbreiteten Mythos ist Wasser hier durchaus geeignet. Da es sich – wie erwähnt – nicht um reines Lithium handelt, besteht keine Gefahr einer explosiven Wasserreaktion. Vielmehr hilft Wasser, den Akku zu kühlen und das thermische Durchgehen zu unterbrechen.

    Auch Schaum- oder Pulverlöscher können eingesetzt werden, insbesondere um Flammen zu ersticken. Wichtig ist dabei: Da Akkus auch nach dem Löschen noch heiß bleiben können, muss ausreichend lange gekühlt werden, um eine Wiederentzündung zu verhindern.

    4. Sonderfall: Metallisches Lithium

    Anders sieht die Lage bei reinem metallischen Lithium aus, das nur in wenigen Spezialanwendungen vorkommt. Sollte dieses Material brennen, darf niemals Wasser eingesetzt werden – die Reaktion wäre heftig und potenziell explosionsartig. Stattdessen braucht man Metallbrand-Löschmittel (sogenannte D-Löscher), etwa auf Basis von Graphitpulver oder trockenem Sand, die das Feuer ersticken, ohne mit dem Metall zu reagieren.

    Sorry - dieser Ausflug in die Chemie musste sein...

  • Hallo,

    ein sehr interessanter Beitrag. Das nächstschwerere Element Natrium reagiert ebenso begeistert auf den Kontakt mit Wasser.
    Meine Tante erzählt heute noch gerne, daß sie als junge Studenten vom Institut aus kleine Natruimstücke in die Lahn geworfen haben um Fußgänger auf der Brücke neben dem Gebäude zu erschrecken.

  • Das nächstschwerere Element Natrium reagiert ebenso begeistert auf den Kontakt mit Wasser.
    Meine Tante erzählt heute noch gerne, daß sie als junge Studenten vom Institut aus kleine Natruimstücke in die Lahn geworfen haben um Fußgänger auf der Brücke neben dem Gebäude zu erschrecken.

    Hallo Dieter,

    sorry, jetzt muss ich klugschei****. 😎

    Das nächstschwerere Element ist Beryllium.

    Du meinst das nächstschwerere Element in der Wasserstoffgruppe, das ist Natrium, also eine Zeile tiefer im Periodensystem.

    Ja, und Natrium macht echt Spaß in Flüssen und Seen, wenn das Metallstück brennend über das Wasser hüpft. Allerdings empfehle ich ausdrücklich, das nicht zu tun!

    Viele Grüße
    Jens