Hilfe bei schwer lesbarer Handschrift erbeten

  • ... vielen Dank fürs dekantieren der angezogenen Verordnung.

    Die Franchisen H.D.S. gab es praktisch überall - auch bayerische gibt es noch bis zumindest Ende der 1860er Jahre. Trotzdem sind sie hier und da kaum noch vorhanden heute und wer eine Sammlung mit Niveau aufbaut, sollte auf das Zeigen und Beschreiben derselben nicht verzichten.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.

    "Great minds discuss ideas; average minds discuss events; small minds discuss people." Eleanor Roosevelt.

  • Liebe Sammlerfreunde,

    ein französischer Postgeschichtler hat mir die folgenden Scans mit der Bitte um Entzifferung geschickt:

    Oben steht in französischer Sprache:

    Der unterschreibende Bürgermeister von Mars-La-Tour bestätigt, dass Herr Evrard Charles, Mitglied des Stadtrates der genannten Ortschaft, mit guter und moralischer Lebensführung, und bitte die Behörden ihn uneingeschränkt geschäftlich mit Pferd und Kutsche reisen zu lassen.

    Mars La Tour 1 November 1870

    Der Bürgermeister

    Könnte ein Forumsmitglied den deutschen Text darunter entzifferen ?

    Das gleiche Dokument hat noch weitere Passierscheine für spätere Reisen, die ebenfalls für mich sehr schwer zu entziffern sind:

    Vielen Dank im voraus für die Hilfe.

    Martin

  • Hallo,

    bei nachfolgendem Stück komme ich mit dem Entziffern des rückseitigen Textes nicht recht weiter:

    An die wohllöbliche Bundestelegraphenstation in Meiningen – Militaria

    Nach ….Anordnung des Bundes…
    ..................................sollen
    die offiziellen Kriegsdepeschen möglichst
    ..............….mit Telegraphenstationen
    verfahren…....abge…werden
    Da nun in der letzten Zeit dies im
    Bezug auf hiesigen…entweder gar nicht
    oder so …, daß die Zeitungen die
    Nachrichten viel früher brachten, so ersuchen
    wir Sie ganz…, dafür…
    Sorge tragen zu wollen, daß diesem
    für die Zukunft abgeholfen werde.
    Mit Hochachtung!
    Eisfeld am 11. Debr. 1870
    Unterschrift ?

    Wer kann helfen? Vielen Dank im Voraus.

    Beste Grüße
    Postgeschichte-Kemser


  • Könnte ein Forumsmitglied den deutschen Text darunter entzifferen ?

    Hallo Martin,

    den konnte ich bis auf eine Lücke entziffern:

    In dem Hause des oben bezeichneten Trägers dieses ...
    ist die Preußische Paß etvialirt(?) worden. Da es im Orte an
    einem Militair=Gouvernement fehlt, so attestirt der Unterzeichnete,
    daß man den Herrn Evrard aller Wege frai passiren laße.
    Mars-la-Tour, den 2. Novbr. 1870
    <Unterschrift>
    Preuß. Postassistent.

    Offenbar war der Postassistent kein deutscher Muttersprachler.

    Viele Grüße
    Gerd

  • Das gleiche Dokument hat noch weitere Passierscheine für spätere Reisen, die ebenfalls für mich sehr schwer zu entziffern sind:

    Vorzeiger dieses, Herr Evrard, kann
    ungehindert passiren.
    Metz, 14 November 1870
    Kommandatur der Etappe
    Haupt.. VII Armee Corps
    <Unterschrift>
    Oberstlieut u. Kommandant


    Der oben genannte Herr Evrard hat in
    Familien=Angelegenheiten nach Longnyon(?) und
    Amgegand(?) zu reisen. Da derselbe vom Unter=
    zeichneten als ein durchaus zuverlässiger Mann
    bekannt ist u. eine Militair=Behörde hier nicht
    existiert, so bittet denselben aller Wege frei
    passiren zu lassen.
    Mars-laTour, den 17. Januar, 1871.
    <Unterschrift>
    Pr. Postassisten u. Vorsteher der
    Post=Expedition.


    Mars-laTour, den 25. Novbr 1870.

    Hiermit erkläre ich,
    von dem Herrn Carl
    Evrard hier ein graues
    Pferd nebst zugehörigem
    Wagen gekauft zu haben,
    so daß diese Sachen ausschließlich
    zu meinem Gebrauche
    sind.
    <Unterschrift>
    Post=Assistent.

    Vor allem Letzteres hat doch ein "Geschmäckle", wie man im Süden sagt.
    War da Bestechung im Spiel ? ;)

    Viele Grüße
    Gerd

  • Wer kann helfen? Vielen Dank im Voraus.

    Lieber Schorsch,

    ich lese folgendes:

    An
    die Wohllöbliche Bundes-
    telegraphen Station
    in
    Meiningen
    Militaria

    Nach hoher Anordnung des Bundeskanzleramtes,
    Ende des Monats August l. J. ,sollen
    die offiziellen Kriegsdepeschen möglichst
    rasch und an alle mit Telegraphenstationen
    versehenen Gemeinden abgeschickt werden.
    Da nun in der letzten Zeit dies im
    Bezug auf hiesige Stadt entweder gar nicht
    oder so verspätet geschehn ist, daß die Zeitungen die
    Nachrichten viel früher brachten, so ersuchen
    wir Sie ganz ergebenst, dafür geneigteste
    Sorge tragen zu wollen, daß diesem
    für die Zukunft abgeholfen werde.
    Mit Hochachtung!
    Eisfeld am 11. Debr. 1870
    <Unterschrift>

    Viele Grüße
    Gerd

  • Geschätzte Kollegen

    Ich habe einen Brief vor mir der von Eschenbach (LU) über Luzern nach ??? lief. Leider ist die komplette Adresse verblichen. Lediglich der Bestimmungsort ist noch halbwegs erhalten. Wer hat eine Idee um welchen Ort es sich handeln könnte? Der Brief muss im Lokalrayon (2 Wegstunden) zu suchen sein. Für Eure Bemühungen danke ich schon einmal.

  • Hallo St.G

    meine allererste Idee war "Wangen", nur konnte ich mir die Buchstaben davor nicht erklären, bis ich auf "Kleinwangen" in der Gemeinde Hohenrain gestoßen bin. Diese liegt allerdings ca. 8 km nördlich von Eschenbach. Wieso der Brief dann über Luzern laufen sollte, ist mir nicht ersichtlich.
    Ich würde trotzdem sehr auf
    Kl(ein) Wangen.
    tippen.

    Viele Grüße
    Gerd

  • Grüss dich lieber Gerd.

    DU BIST SPITZE, das passt.

    Der Brief trägt einen sogenannten (Kontrollstempel) Gruppe 125. Dies mag mitunter ein Indiz sein für die Vermutung (siehe Thread Stempelgruppe 125) des verstorbenen Sammlers und Forschers, die auch ich in dieser Richtung vermute. Dieser Brief wird dann später auch zu dem genannten Thema noch gezeigt.

    Vielen lieben Dank

  • Hallo Gerd,

    vielen Dank für Deine Hilfe

    Vor allem Letzteres hat doch ein "Geschmäckle", wie man im Süden sagt.
    War da Bestechung im Spiel ? ;)

    Ich denke nicht. Der Passierschein muss vermutlich einen Reisegrund angeben, denn schließlich war noch Krieg... Aber ich werden den Besitzer mal fragen, ob er mehr Hintergrundinformationen hat.

    Vielen Dank nochmals

    Martin