von Bayern in das Großherzogthum Toscana

  • Liebe Sammlerfreunde,


    folgenden Brief möchte ich zeigen:
    Unfrankierter Brief von Nürnberg nach Livorno (Großherzogtum Toscana) vom 21. August 1850.
    Der Brief lief über die Schweiz und bekam in Mailand folgende Stempelabschäge: "AUSTRIA Nr.4 und T.A.Germ. via della Svizz. o Bav. = Transit Österreich - Brief aus Deutschland durch die Schweiz oder Bayern". Zu der Taxierung kann ich wenig sagen.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Hallo,


    für diesen Brief in der 2. Gewichtsstufe vom 10.12.1827 bezahlte der Absender 21 Kr. bis zur österreichischen Grenze. Da Österreich mit der Toskana im Paket abrechnete, befinden sich auf diesen Briefen in der Regel nur 2 Taxen.
    Der Empfänger bezahlte 10 Crazie. Der linke Haken wird wohl das Gewicht in Denari sein. Wer kann dies deuten?


    Grüsse von liball

  • Hallo liball,


    ein schöner Brief! Es sollte dem französischen entlehnt worden sein: d = double = doppio = doppelt.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Altitalien,


    sind Ihnen auch die Modalitäten des Austausches zwischen der Toskana und Österreich um 1828 bekannt. Wieviel musste Toskana an Österreich erstatten?


    Grüsse von liball

  • Hallo liball,


    leider kann ich dir die Frage auch nicht beantworten - vlt. ist Altitalien so nett und gibt sein Wissen hierzu noch preis.


    Ich zeige derweil etwas simples - im München des Jahres 1826 mit 6x bis Salzburg frankiert, kostete er total 6 Decimi = 17x rh. beim Empfänger, den zu finden im Internet mir nicht so leicht gelingen will.


    Den siegelseitigen Stempel in T-Forum vermag ich auch nicht zu interpretieren.

  • zum Transitgeschehen galt der Postvertrag von 1817 bzw. 1822, muss ich mir noch anschauen. Der siegelseitige Stempel ist der Ankunftsstempel von Florenz, wenn ich richtig lese 3 / DICEMBRE.

  • Hallo Altitalien,


    dann vorab vielen Dank für diese Info - war für mich ganz schlecht zu lesen. :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Adriana,


    das könnte gut hinkommen, auch wenn ich mir nicht vollkommen sicher bin - hast du unten auch gelesen, welche Korrespondenzen von/an ihn noch vorliegen? Da wird einem alten Postgeschichtler schon anders um Herz ... :love::love:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ralph,
    ja – wehre eine lüge..erst jetzt wo du es erwähnt hast.
    Mir hat die Marie Ellenrieder mehr begeistert. :whistling:
    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Liebe Gemeinde


    2011 hat Vorphila folgenden Brief eingestellt. Damals konnte ich ihn noch nichterklären. Zwischenzeitlich ist er in meiner Sammlung gelandet :) .


    Am 21. August 1850 wurde dieser Portobrief wegen eines Gewichtes von 2-3 Loth mit 27 Kreuzer CM für den Postverein vortaxiert.


    Das Gewicht ist links oben mit O(ncia) 1 5 d angegeben (1 Oncia = 24 Denari), somit 29 Denari (34,22g). Die in Livorno zu zahlende Taxe betrug also 29 x 4 = 116 Crazien oder wie angeschrieben 9 Lira Toscana und 8 Crazien (12 Crazien = 1 Lira), umgerechnet sind dies 270 KrCM ( 1 Crazie = 2,33 KrCM)


    Die Portoaufteilung ist folgendermaßen (umgerechnet in KrCM)
    Bayern erhält 27 KrCM
    Österreich erhält 2,8 Lira austriaca pro 30 Gramm, hier also 3,2 LA = 64 KrCM Transitporto
    Der Toskana bleiben 179 KrCM
    Diese astronomische Summe ergibt sich aus der toskanischen Gewichtsprogression von 1 Denari = ca. 1,2 Gramm, für jedes Denari waren 4 Crazie zu zahlen.
    Wer es sich damals leisten konnte, solche Porti für einen Geschäftsbrief zu bezahlen, musste gut verdienen. Mit dem Postvertrag Österreich-Toskana von 1851 ermäßigten sich die Taxen erheblich. Der Empfänger hätte dann nur noch 30 Crazien statt 116 Crazien bezahlen müssen ( 4 Cr Toskana, 6 Cr DÖPV pro Loth).


    Rückseitig Stempel der toskanischen Eisenbahn Florenz - Livorno


    Liebe Sammlergrüße von cameo

  • Lieber Martin,


    Hammerbrief - ich denke aber, dass Bayern nur 27 Kr. rheinisch von Österreich bekam und nicht 27 Kr. Conventionsmünze, die ja 20% teurer waren.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Abend,
    #2 Karl das Haken steht für ½ Unze (12 Denari).
    #12 Cameo das ist unglaubliche Beschreibung, danke..
    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Österreich erhält 2,8 Lira austriaca pro 30 Gramm, hier also 3,2 LA = 64 KrCM Transitporto


    Guten Abend,
    ist vielleicht noch eine Frage wert:
    Österreich hat bei Transitporto andere Umrechnung angesetzt 14 Kr CM = 60 Cent, damit sind die 3 Lira 20 Cent 1 Gulden und 14 Kr CM wert. Wenn man es bei einzelnem Brief ansetzen will, die 2 Lira 80 Cent für 30 g war bei Paket Abrechnung.
    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Hallo, danke für eure Beiträge,


    Ralph hat recht, Bayern bekam nur 27 Kr.rh.


    Der Haken ist ein O von Oncia = unze , ich kenne den schnörkel von anderen schweren Briefen.


    Ja, Österreich hat bei Transitbreifen in die Toskana in dieser Zeit immer im Paket abgerechnet, deshalb findet man auch keine Transittaxe auf den Briefen.
    Ich habe die Umrechnung für diesen Brief aus der Pakettaxe angegeben, damit man einen Eindruck bekommt , welche der 3 Postverwaltung welchen Anteil an dem riesigen Portobetrag hatte.


    Woher stammt die andere Umrechnung 14 KrCM = 60 Cent und für welche Transite wurde sie eingesetzt, in welchem Zeitraum war sie gültig ?( :?: ?


    Lg Cameo

  • Hallo Sammlerfreunde,


    manchmal muss man zufällig zum richtigen Zeitpunkt bei ebay online sein, dann gelingt auch ein Schnäppchen der besonderen Art.


    München - Florenz/Toskana vom 29.FEB.1852, durch Marke frankiert 9 Kreuzer für den DÖPV und weitere 8 Kreuzer als Weiterfranko handschriftlich rückseitig vermerkt.
    Die 8 Kreuzer rheinisch wurden in 6 Kreuzer CM österr. Währung umgerechnet.
    In Österreich wurde vorderseitig ein Federkreuz als Zeichen der vollständigen Bezahlung angebracht.
    Taxe nach der VO vom 3.3.1851: 9 Kr. für den DÖPV und 8 Kr. Weiterfranko bei der Beförderung über Österreich.
    Das Weiterfranko musste bis 31.3.1854 in bar frankiert werden und wurde rückseitig vermerkt. Erst ab 1.4.1854 war die vollständige Markenfrankatur möglich.


    Gruß
    bayernjäger