Herzogtum Warschau - Hamburg - Neuss - Beaune 1811

  • Ich habe Fragen zu einem Brief in meiner Sammlung, der am 15. August 1811 in Warschau (Herzogtum Warschau) geschrieben und nach Beaune in Frankreich geschickt wurde. In dieser Zeit gehörten die Hanseatischen Departements zu Frankreich.

    Gestempelt wurde der Brief mit den Briefmarken des französischen Postamts in Hamburg und des Grenzpostamts in Neuss – damals in Frankreich an der Grenze zum Großherzogtum Berg.

    Wenn man die Angabe „33“ auf der Rückseite des Briefes als Gebühr für die Grenze des Warschauer Herzogtums ansieht, kann eine Gebühr von 33 Groschen ins Spiel kommen, was etwa 4,5 Guten Groschen entspricht. Bei dieser Gebühr sollte der Brief über Thorn, damals eine Stadt innerhalb des Warschauer Herzogtums, nach Hamburg gelangen. Es scheint, dass die Straße von Hamburg über Bremen, Münster und Düsseldorf nach Neuss führen sollte.

    Oder wurde der Brief vom Königreich Westfalen und dem Großherzogtum Berg transportiert?

    Leider kann ich keine Postgebühren berechnen. Ich glaube, sie sind in Decimen angegeben. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir helfen würden, Antworten auf meine Fragen zu finden.

    Ich entschuldige mich für eventuelle Sprachfehler. Deutsch ist für mich keine Muttersprache.

  • Hallo Janusz,

    viel helfen kann ich dir leider nicht, da ich hier im Forum erst seit ein paar Jahren aktiv und kein Experte für solche Briefe bin. :(
    Du hast richtig erkannt, dass der Brief zuerst zum französischen Postamt in Hamburg kam, wo der Stempel PRUSSE. P.HAMBOURG (v.d. Linden 2356) auf den Brief kam. Von da nach Neuss, wo PRUSSE PAR NEUSS (v.d. Linden2352) gestempelt wurde.
    Was die Zahlen bedeuten, kann ich dir nicht sagen. Vom Gefühl her meine ich, dass 28 Déc. für die Strecke Warschau-Neuss-Paris(vermutlich)-Beaune reichen. Die Schrift der 28 ist aber nicht so, wie wir sie aus der Zeit kennen, die 16 allerdings wohl.
    Auf der Vorderseite 3½ und auf der Rückseite 33? Ich weiß es nicht.
    Vielleicht kann Michael und/oder Emmanuel sich den Brief ansehen.

    viele Grüße
    Dieter

  • Liebe Forumsteilnehmer,

    Ich habe mehrere Monate an der Portoaufschlüsselung für diesen Brief gearbeitet. Ein paar Details konnte ich feststellen. Im Herzogtum Warschau galt im Jahr 1811 der französische Posttarif. Die Entfernung von Warschau über Hamburg bis zum Grenzpostamt Dorsten an der Grenze zum Großherzogtum Berg betrug 1.030 km. Bei dieser Entfernung beträgt der französische Porto 13 Dezimen. Der Betrag von 13 Dezimen entspricht dem auf der Vorder- und Rückseite des Briefes angegebenen Betrag von 33 Preußischen Groschen. Die Entfernung von Dorsten nach Düsseldorf beträgt 55 km. Bei dieser Entfernung betrug die Transitgebühr durch das Großherzogtum Berg 3 Dezimen, so dass auf der Vorderseite des Briefes eine Zwischensumme von 16 Dezimen vermerkt ist. Die Gesamtgebühr betrug 28 Dezimen. Es bleibt uns also, den Unterschied von 12 Dezimen zu erklären, der auf der französischen Seite von Neuss gezählt wurde. Ab dem 24. April 1806 betrug das Porto von Neuss nach Beaune 9 Dezimen. Der Betrag von 3 Dezimen muss noch geklärt werden. Ich gebe zu, dass ich zur Klärung dieser Angelegenheit künstliche Intelligenz (AI) verwendet habe. Ich fand heraus, dass die Post in Neuss eine Transitgebühr einzog, bevor sie den Brief an die nächste französische Postamte weiterleitete. Als Quelle der Informationen identifizierte die KI Walter Vignerons Buch „Die Post in Berg 1806–1813“. Dieses Buch liegt mir leider nicht vor. Können Sie hierzu etwas sagen? Ich bin für jede Information dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen

    Janusz