HOLLANDE PAR CLÈVES

  • Hallo Freunde,

    ich habe hier einen Brief aus Nijmegen (Nimwegen) nach Wachtendonk vom 30.8.1808 . Ich wunderte mich, daß es keinen Aufgabestempel gab, obwohl auch das nahe Nimwegen zu Frankreich gehörte. Ein Blick in die Literatur zeigt jedoch, daß im Département Bouche du Rhin, zu dem Nimwegen gehörte, erst im Jahr 1810 Département-Stempel eingeführt wurden.

    Der Brief hatte es bis Wachtendonk aber nicht mehr weit und mußte vom Empfänger mit 40 Centimes bezahlt werden. Gerichtet war das Schreiben an
    Monsieur
    Monsieur P.H.A. Tauwel
    Maire de la ville et Pays
    a
    Wachtendonk

    Schreiber war der Bruder die Schwester des Empfängers, wie mir von einem Mitarbeiter der Gemeinde Wachtendonk freundlicherweise mitgeteilt wurde.
    Bekannt ist dieser Stempel nach Feuser und van der Linden seit 1808. Mein Beleg ist damit ein ziemlich früher.
    Verglichen mit bisherigen Ausrufen und Zuschlägen bekam ich den Brief für wenig Geld.

    Dieter

  • Hallo Freunde,

    hier habe ich einen Brief der selben Beteiligten wie in #1. Allerdings ist dieser Brief ca. 2½ Monate älter, nämlich vom 17.6.1808. Für diesen Brief waren anscheinend nur 15 Centimes zu zahlen, was ich ehrlich gesagt nicht ganz verstehe. Die Briefe sind gleich schwer.
    Hat jemand eine Idee zu der 15 links oben und der 27 ??? in der Mitte.
    Ich vermute, daß der 3-Zeiler in#1 Mitte 1808 dies 2-zeilige Gerät abgelöst hat. Das Datum in #1 ist das mir bekannte Spätdatum und das in #2 ein Frühdatum.
    Diesen Brief bekam ich aber um einiges günstiger, da er schon mehrfach nicht verkauft wurde.

    Dieter

  • Lieber Dieter,

    links oben stehen 15g als ermitteltes Gewicht und sollten es nicht 15 Decimes sein?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.

    "Great minds discuss ideas; average minds discuss events; small minds discuss people." Eleanor Roosevelt.

  • Lieber Ralph,

    das paßt nicht. Nimwegen - Wachtendonk sind im Bereich 50-100 km. Wie das jetzt im Jahr 1808, als Nimwegen und Umgebung noch kein Département ware, weiß ich nicht. Kleve - Wachtendonk hätte bei 15 - 20 Gr. in der Zone bis 50 km nur 5 Déc. gekostet. Ich glaube nicht, daß für die wenigen km ab Nimwegen 10 Déc. angesetzt wurden.

    liebe Grüße
    Dieter

  • Lieber Dieter,

    mag sein, ich kenne mich dort nicht aus, aber bei unter 6, unter 8, unter 10 und bis 15g waren wir hier schon in der 4. Gewichtsstufe ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.

    "Great minds discuss ideas; average minds discuss events; small minds discuss people." Eleanor Roosevelt.

  • mag sein, ich kenne mich dort nicht aus, aber bei unter 6, unter 8, unter 10 und bis 15g waren wir hier schon in der 4. Gewichtsstufe ...

    Der Brief wiegt heute 6,2 Gr und sieht nicht danach aus, daß es Einlagen gab. Ich habe mal einen Blick auf die Währungen im Rheinland geworfen und vermute, daß 15 Stüber angeschrieben wurden.

    liebe Grüße
    Dieter

  • Lieber Dieter,

    das Argument, ein Brief sähe nicht nach mehr als ein paar Gramm aus, kenne ich auch seit vielen Jahren - bis ich mal einen Brief im Damenformat mit 3 1/2 Loth fand, bei dem der Inhalt separat von der Firma abgelegt worden war. Seitdem gebe ich nichts mehr auf Briefe, die heute leicht erscheinen.

    Waren die NL damals nicht französisch? Dann wäre das Argument Stüber vorüber. Könnten es auch 13 sein? Bin mir da nicht 100%ig sicher ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.

    "Great minds discuss ideas; average minds discuss events; small minds discuss people." Eleanor Roosevelt.

  • Lieber Ralph,

    Mitte 1808 war Nimwegen zwar auch schon französisch besetzt, wurde aber erst 1810 zum Departement. Reinhardt nennt das Datum 24.1.1810 und Münzberg den 14.4.1810, an dem laut frz. Senat der Bereich des Dép. abgegrenzt wurde.
    Damit war Nimwegen zur Zeit meiner beiden Briefe aus dem Jahr 1808 noch kein frz. Staatsgebiet. Wie das Porto damals angesetzt wurde, weiß ich nicht.
    Bei 59 bzw 65 km (über Kleve) Entfernung muß das Porto weit unter 10 Déc. gelegen haben.

    bis ich mal einen Brief im Damenformat mit 3 1/2 Loth fand, bei dem der Inhalt separat von der Firma abgelegt worden war.

    Dies hier sind Privatbriefe zwischen 2 Brüdern Schwester und Bruder, die mit großer Wahrscheinlichkeit keine Einlagen beigefügt haben.

    liebe Grüße
    Dieter

    Einmal editiert, zuletzt von Klesammler (27. März 2025 um 19:40)

  • Dies hier sind Privatbriefe zwischen 2 Brüdern, die mit großer Wahrscheinlichkeit keine Einlagen beigefügt haben.

    Lieber Dieter,

    auch da wäre ich sehr, sehr vorsichtig ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.

    "Great minds discuss ideas; average minds discuss events; small minds discuss people." Eleanor Roosevelt.

  • Liebe Freunde,

    meine Texte oben habe ich überarbeitet, da die beiden Briefe von der Schwester des Bürgermeisters Tauwel geschrieben wurden. Das und weitere Informationen bekam ich vom Archivar der Gemeinde Wachtendonk, Herrn Kwiatkowski. Da ich Scans der beiden Briefe angehängt hatte, hat man sich dort über Informationen aus dem privaten Umfeld von Bürgermeister Tauwel gefreut.

    viele Grüße
    Dieter

    Einmal editiert, zuletzt von Klesammler (15. Mai 2025 um 10:06)