Hannover - Bayern im Postverein

  • Liebe Freunde,


    von dem sehr geschätzten VorphilaBayern bekam ich unlängst eine Ganzsache von Hannover nach Bayern, die ich euch nicht vorenthalten möchte.


    [Blockierte Grafik: http://s3.imgimg.de/uploads/IMG0008db06dbdcjpg.jpg]


    Am 4.5.1863 ging sie auf die Reise und am 5.5.1863 wurde sie mit dem Kartenschluss Hannover - Frankfurt am Main dort dekartiert und sofort nach Lohr weitergeleitet, wo sie noch am selben Tag zugestellt wurde. Das nenne ich mal fix!


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Bayern Klassisch


    ja es ging schon sehr fix zu der damaligen Zeit. Schaut man sich die Eisenbahnstrecken an, stellt man fest, dass von Hannover über Cassel - Giessen nach Frankfurt eine solche Verbindung existierte. Auch wurde der Brief wahrscheinlich schon dem Briefkasten entnommen, wenn man die Zeit im Stempel 8 - 9 A(bends) liest.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Lieber Magdeburger,


    so ist es! Aber damals gab es halt durchfahrende Züge, die nicht wie später die Bimmelbahn an jedem Dörfchen Halt machte und das schlägt sich in Beförderungszeiten nieder, von denen wir heute, 150 Jahre später, oft nur träumen können.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    folgenden Brief möchte ich zeigen:
    Unfrankierter Brief von Hannover vom 1.10. ? nach Castell bei Würzburg.
    Siegelseitig Stempel Bahnpost Hannover - Cassel und Cassel, ebenfalls
    vom 1.10. Desweiteren Kitzingen vom 3.10. und Ankunftsstempel CASTELL
    vom 5.10. An Porto wurden 12 Kreuzer angeschrieben. Warum diese ge-
    strichen und stattdessen 3 6/12, bzw. noch eine "rote 1" geschrieben
    wurden, kann ich nicht sagen.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber VorphilaBayern,


    der wird eine harte Nuss werden - aber ich werde morgen mal schauen, ob ich ihn knacken kann.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber VorphilaBayern,


    ich habe dir die VO bzgl. des Eintritts des Kgr. Hannover in den Postverein eingescannt - hierbei findet besondere Beachtung, dass die Rückrechnung von hannöverschen Briefen über Taxis eine Sonderbehandlung erfuhr, wie ich sie sonst nirgends gefunden habe. Vlt. mag das auch hin und wieder zu etwas Verwirrung bei der Taxierung solcher Briefe beigetragen haben.


    Hinsichtlich der Stempelkombinationen kann ich vermelden, dass der Brief aus 1860ff stammen muss, weil es den Kitzinger Halbkreiser in Grotesk vorher schlicht nicht gab.


    Demnach hat man mit 3 6/12 Sgr. seitens der TT - Postverwaltung Hannover abgefunden und 12x verlangt, die paritätisch 12x auch entsprachen (4 Sgr. hätten ja 14x paritätisch entsprochen).


    Bei der Abrundung, von der die bayer. VO spricht, kann ich aber keine Lösung finden. Noch weniger erschließt sich mit die rote "1".


    Was ich mir denken könnte, aber eigentlich nicht so recht vorstellen kann - der Absender war portofrei und man hat nur 1x für den Boten für die Zustellung verlangt.

  • Hallo Sammlerfreunde,


    dass ich mich jemals mit der Gebührentabelle des Königreichs Hannover beschäftigen würde...konnte ich bis heute nicht glauben. Der nachstehende Beleg hat mich jetzt hingegen eines Besseren belehrt. 8|


    Der Hannoveraner Handelsagent Carl Schilling (lt. historischen Adressbuch Hannover seinerzeit mit Sitz in der Bahnhofstaße) berichtet darin seinem pfälzischen Weinlieferanten David Meyer aus Dürkheim an der Haardt über Probleme bei der Weiterveräußerung von dort gelieferter Ware, wobei man es bei der Ansprache der Verursacher dieser Probleme bei einem einfachen "Die Herren" belassen hat, Text wie folgt:


    Ich gelangte in den Besitz Ihres Geehrten vom 20. ds. und habe die Ermäßigung von 40 (?) nicht eintreten lassen, weil ich vermuthe, dass die Herren den Wein (?) S+F schon in Anspruch genommen haben, indem sie mir denselben gegen Erstattung der darauf haftenden Spesen & Steuern (?) 156 nicht zurück geben wollten. Obgleich die Herren früher die Annahme verweigerten, oder vielmehr Zurücknahme verlangten, sagen sie jetzt, dass sie den Wein nicht früher zurückgeben, bevor sie Probe gleichen Weins empfingen; also ein Widerspruch in ihren Bestimmungen. Übrigens hat sich der Wein sehr gut gemacht und ich bin der festen Überzeugung, dass mir anderweitiger Verkauf nicht schwer werden wird. Heute ist mein Hochzeitstag; auf meiner Vergnügungsreise mit m. Frau werde ich wahrscheinblich das Vergnügen haben, Sie zu besuchen.
    Hochachtungsvollergebendsd Carl Schilling
    P.S. Aus der Einlage S&S ersehen Sie das Nähere


    Fast schon simpel die PO: 1/10 Thaler bzw. 3 Sgr für den Fernbrief über 20 Meilen, freigemacht mit einer - tadellos geschnittenen - Mi-Nr. 12, Durchgangsabschlag des Bahnpostkurses Berlin-Minden vom Aufgabetag sowie von Mainz am 28.07.1858, Ankunft in Dürkheim am Tag darauf. Es ist mir Freude und Ehre zugleich in diesem thread einen Beitrag leisten zu dürfen.


    In diesem Sinne + Gruß !


    vom Pälzer


  • Hallo Pälzer,


    ein seltener Brief, da es schon normale Briefe aus Hannover nach Bayern nur sehr wenige gibt. Glückwunsch dazu.


    Was wir offenbar nicht lesen können, könnte eine % - Zeichen sein; aber sicher bin ich mir da auch nicht ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo liebe Sammlerfreunde,


    man rechnet als Linksrheinischer ja eher mit Wein als Anlass für eine ältere Korrespondenz wie nachstehend nach Neustadt a.d.Haardt, aber so war`s nicht. Hier haben wir eine Seifenfabrik, die in Geschäftsbeziehungen mit der italienischen Einwandererfamilie Guizetti stand, die sich im 17. Jahrhundert aus Venetien in Celle ansiedelte und 1696 eine Wachsbleiche u. Kerzenfabrik in Celle gegründet hatte. Bei der angebrachten Mi-Nr. 19 handelt es sich wohl um die a-Farbe (hell- bis mittelbraun), die 3 Groschen stehen für den Normalbrief bis 1 Loth im DÖPV-Verkehr über 20 Meilen. Auch wenn die Belegqualität etwas leidlich daherkommt, freuen tut`s dann schon, wenn man diese Entfernung aus anderen altdeutschen Staaten zeigen kann.


    + Gruß !


    Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    Glückwunsch zu diesem sehr seltenen Brief - Markenbriefe aus Hannover in die Pfalz sind Seltenheiten!


    Der hier lief via Frankfurt am Main, hat jedoch keinen Transitstempel bekommen; das war ungewöhnlich, weil Hannover keinen Kartenschluß mit einem pfälzischen Postamt hatte und immer in FFM umkartiert werden musste.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • ... das ist ja lustig - schreibt nur "Landau", ohne jeden Zusatz, also in Rhein-Bayern, Rheinpfalz, bayer. Pfalz oder Ähnliches. Und kam dennoch prompt an, sensationell für mich und so noch nicht gesehen.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus