Post-Zustellungsurkunden

  • Hier eine Post-Zustellungsurkunde der Kreisregierung Ellwangen, die am 22.11.1899 vom Zielort Ellrichshausen im Oberamt Crailsheim an die Kreisregierung Ellwangen zurückgeschickt wurde. Frankiert ist der Brief mit der MiNr 46a und 47a. Diese Marken kamen bereits 1875 an die Schalter, aber bleiben bis zum Ende eigener Freimarken des Württemberger Königreiches im Jahr 1902 die einzigen Werte zu 10 und 20 Pfennig, die hergestellt wurden. Eine Dienstzeit von 27 Jahren - nicht schlecht!

    Der Empfänger des ursprünglichen Dokuments war ein Herr Kaltenbach in Beeghof bei Ellrichshausen im Oberamt Crailsheim, aber seine Ehefrau nahm stattdessen das Dokument an. Als Beleg wurde das Postzustellungsdokument vom Postbeamten in Beeghof nach Ellwangen zurückgeschickt, wo es am 23.11.1899 ankam (Ausgabestempel auf Rückseite).

    Das einzige was ich an dem Brief nicht verstehe ist das Porto. Auf dem eigentlich Formular ist "portopflichtige Dienstsache" durchgestrichen - vermutlich war das inkorrekt, den das Postamt in Ellrichshausen bestand dann wohl auf den 30 Pfennigen Porto. Aber wofür waren die? Als Tarif passt hier eigentlich nur der für Einschreiben (30 Pfennige). Wer weiss mehr?

  • Das einzige was ich an dem Brief nicht verstehe ist das Porto. Auf dem eigentlich Formular ist "portopflichtige Dienstsache" durchgestrichen - vermutlich war das inkorrekt, den das Postamt in Ellrichshausen bestand dann wohl auf den 30 Pfennigen Porto. Aber wofür waren die? Als Tarif passt hier eigentlich nur der für Einschreiben (30 Pfennige). Wer weiss mehr?

    Papiertiger

    Ich habe das Thema eben erst wiederentdeckt. Die Frankatur teilt sich in 20 Pfennig Zustellgebühr und 10 Pfennig Fernbriefporto für die Rücksendung der Urkunde auf. Württemberg war die einzige Postverwaltung, die bei Postzustellungsurkunden links oben noch eine kleine Hilfe anbot, die dem Briefträger und Empfänger Hilfestellung gab, wer denn die Gebühren zu tragen hatte. In diesem Fall war es der Empfänger des Briefes, der den Brief als Portobrief zugesandt bekam und die Rücksendung der Urkunde bezahlen mußte. Die eingezogenen 30 Pfennig wurden in Freimarken verrechnet und auf der PZU verklebt.

    Wollte der Absender die gesamten Gebühren tragen, so versandte er einen frankierten Brief und bekam die Urkunde mit Porto belastet wieder zurück. Dieses Verfahren gab es bis zum 31. Dezember 1901.

    Trotz dieser Hilfestellung gab es immer wieder Irritationen bezüglich der Rücksendung und man kann so manch kuriosen Beleg finden.

  • Es gibt auch noch andere kuriose Stücke:

    Postzustellungsurkunde mit geteilter Gebühr für Zustellung und Rücksendung. Die auf der Rückseite verklebte 20 Pfennig Marke trägt eine Entwertung vom 1. Mai 1900. Die PZU wurde aber erst am 2. Mai 1900 in Tuttlingen zugestellt. Also war die Marke schon bei der Absendung entwertet worden. Der Absender wollte auch die gesamten Gebühren tragen und so wurden noch 5 Pfennig Porto für die Rücksendung im Oberamtsverkehr ausgeworfen. Das war so eigentlich nicht vorgesehen, aber die Post hatte ihr Geld und hat dann beide Augen zugedrückt.