Charge-Briefe Inland

  • Heute mal ein Charge-Brief "ganz in Schwarz", abgeschickt als Frankobrief an die "Löbl: Unter Pfands Behörde in Ringingen / Oberamt Blaubeuren" am 8.10.1841. Der Absender bezahlte 4 Kreuzer Porto (Entfernung 67km = 9 Meilen) für einfaches Gewicht sowohl die übliche 6 Kreuzer Charge-Gebühr.


    Der "kleine" Stuttgarter Charge-Kaminstempel (Feuser Type 15) ersetzte ab 1820 den ersten Stuttgarter Kaminstempel von 1809 (Feuser Type 12) und wurde bis mindestens 1874 weiterverwendet. Ab Februar 1875 ersetzten dann (per Verordnung) Einschreibezettel die Kaminstempel sowie auch alle anderen Charge-Stempel.



  • Und hier kommt, dazu passend und ebenfalls auf Portobrief, der schon erwähnte "grosse Bruder" des kleinen Karminstempels von Stuttgart .


    Obwohl am 12.2.1812 nach "Dertingen" geschickt, kann es sich dabei nur um das Derdingen bei Maulbronn handeln: denn erstens steht "per Maulbronn" auf dem Brief; zweitens würden die 4 Kreuzer Porto nicht bis zum Dertingen bei Wertheim (nördliche Grenze von Württemberg) gereicht haben; und drittens gab es in Derdingen (heute: Oberderdingen) einen "Renovator Mieg", der Abrechnungen für das Stabsamt des Klosters Herrenalb vornahm.


    Da das Stabsamt 1806 wohl infolge der Napoleonischen Reformen aufgelöst wurde, war "Herr Renovator Mieg" (geboren 1740) wohl schon im Ruhestand, als ihn der Brief erreichte.



  • Hallo Freunde,


    die beiden wunderschönen Kaminstempel-Briefe von Papiertiger haben mich daran erinnert, dass bei mir auch ein solcher Brief schlummert.

    Ich bin zwar Bayern-Sammler; aber als der folgende Brief vor einigen Jahren angeboten wurde, konnte ich ihn doch nicht liegenlassen.

    Der Brief ist als Portobrief am 20.10.1847 von Stuttgart nach Tübingen gelaufen und am 21.10.1847 - mit einer kurzen Antwort versehen - als Frankobrief von Tübingen nach Stuttgart zurückgelaufen.


    Ortsstempel und Chargéstempel von Stuttgart sind hier in blau abgeschlagen worden.


    Es gibt den Kaminstempel aber auch noch in rot. Ich könnte mir vorstellen, dass der rote auch noch hier im Forum auftaucht.


    Viele Grüße

    Bayern-Kreuzer

  • Wundervolle Stücke, einer schöner, als der Andere. :love::love::love:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über die nächste Mahlzeit abstimmen. Rechtsstaat ist, wenn das Schaf überlebt.

  • Lieber Wolfgang,


    ja, so schön kan die Vormarkenzeit sein - ein Gedicht und dazu noch nach Bayern. :love::love::love:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über die nächste Mahlzeit abstimmen. Rechtsstaat ist, wenn das Schaf überlebt.

  • Na, dann zeige ich noch eine Version des späteren Stempels in Rot aus dem letzten Jahr der Vormarkenzeit. Auch wenn nicht so schön abgeschlagen, trägt dieser Portobrief an den zukünftigen Präsidenten der Württemberger Ständekammer doch wenigstens noch einen schmissigen, handschriftlichen "Charge!"-Vermerk - und eine Manualnummer.


    Donzdorf lag nur etwas mehr als 6 Meilen von Stuttgart entfernt. Je nachdem ob man den roten Gebührenverkerk als "8" oder "6" liest, muss dieser Brief - leider nur eine Hülle - also in der dritten oder zweiten Gewichtsstufe gelegen haben.



  • Vielleicht sollte ich als Unterschrift wählen: "An Bayern führt kein Weg vorbei..."

    Tja, da liegst du ganz richtig - sagen sogar unsere geschätzten Preussen hier ... ;)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über die nächste Mahlzeit abstimmen. Rechtsstaat ist, wenn das Schaf überlebt.