1812-1813 neuer Landweg nach Konstantinopel

  • Hallo,


    Von Mai 1812 bis zum Jahresverlauf 1813, hat die französische Postverwaltung eine vierzehntägige Landverbindung (via Kostajnica und die Balkanhalbinsel) mit Konstantinopel hergestellt. Es ging darum, den Gefahren des Seeweges auszuweichen (die englische Kriegsmarine !), und die traditionelle Route durch Wien zu vermeiden.


    Die erhaltenen Briefe sind sehr wenige.



    Desinfizierter Brief von Konstantinopel nach Rom (franz. Département)

    Der Absender bezahlt 62 Paras und der Empfänger 32 décimes.

    Es war die französische Botschaft in der osmanischen Hauptstadt (amtlicher Stempel), die für die Ausreise sorgte. Stempel TURQUIE wahrscheinlich in Laibach abgeschlagt.

    Posteintritt in dem französischen Reich in Verceil (Vercelli, Piémont) und Ankunft in Rom am 2. Juin 1812, das bedeutet mit der ersten Verbindung.


    Diese Verbindung war auch für die verbündeten deutschen Staaten nutzbar :



    Kann mir jemand sagen, wie hoch die Frankierung eines Briefs München/Konstantinopel via Wien war ?


    Kennen Sie solche deutsche Briefe ?


    Beste Grüsse,

    Laurent.


    PS : mein letzter Einkauf im Jahr 2022, der wichtigste sogar...

    PPS : das ist ein gutes Thema für einen zukünftigen Artikel

  • Hallo Laurent,


    das ist eine Bombe - Glückwunsch dazu, so noch nie gesehen.


    Von Bayern aus hätte man bis zur bayer. - österreichischen Genze frankieren müssen und Österreich forderte meines Wissen 20 Kreuzer CM = 24 rheinische Kreuzer Transit pro einfachen Brief bis 8,75g.


    Einen Brief kenne ich aber in dieser Zeit nicht ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über die nächste Mahlzeit abstimmen. Rechtsstaat ist, wenn das Schaf überlebt.

  • Hallo Laurent,


    toller Brief..., ähnliches suche ich ja auch für meine Vorläufer Sammlung nach Baghdad..., Infos und Material sind nicht einfach zu finden.

  • Hallo Laurent

    Ein sehr guter Brief. Ich habe einige in mein Archiv, aber Literatur kann ich Momentan nicht finden. Was ich interessant finde, ist die Tatsache dass einige Briefe haben dazu ein Constantinopel Stempel oder nur ein Constantinopel Stempel. Diese dann in schwarze Farbe aber der Türquie Stempel immer rot. Ist dein Stempel hier auch ursprünglich rot?

    Leider kann ich wenig zu deine Fragen beitragen ausser hier Fragen zurück zu werfen :)


    Viele Grüsse

    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Laurent


    Kannst du bitte etwas zu Literatur sagen? Hätte ich auch gern gehabt :)


    Was ich erstaunlich bei deinem Brief finde ist die lange Laufzeit. Der ist ja 27. Februar geschrieben aber erst 2. Juni angekommen. Obwohl es schwierige Zeiten waren, finde ich 3 Monaten Laufzeit sehr lange. Hast du eine Ahnung davon?


    Viele Grüsse

    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Der ist ja 27. Februar geschrieben aber erst 2. Juni angekommen. Obwohl es schwierige Zeiten waren, finde ich 3 Monaten Laufzeit sehr lange. Hast du eine Ahnung davon?


    Hallo Nils,


    der Brief wurde geschrieben, lange bevor er abgeschickt wurde : dieser Postdienst wurde mit der Abreise aus Konstantinopel am 4. Mai 1812 eingeweiht, mit Ankunft in Laibach am 24. Mai Abends.


    Ich rede nochmal mit dir über Literatur.


    Beste Grüsse,

    Laurent.

  • Hallo Erdinger,


    die Schaffung dieses Postdienstes (unter französischer Verwaltung) wurde durch einen Ministerialerlass vom 1. April 1812 angekündigt, und die Presse kündigt die erste Reise von Konstantinopel am 4. Mai.


    Dein sehr interessanter Artikel zeigt uns, dass diese Route bereits für den Handel etabliert ist. Und sie wurde auch von der osmanischen Post bereist ?

  • Hallo Laurent,


    dass die Route von der türkischen Post bedient wurde, geht daraus nicht hervor.

    Ich bin vor allem über die Worte "service des postes" und "lettres" gestolpert (auf der Folgeseite des verlinkten Texts), die ich bei einem reinen Handelsweg nicht erwartet hätte.

    Vermutlich hat man die offizielle Postverbindung 1812 auf die bereits bestehende Botenverbindung aufgebaut.

    Der Moniteur des Königreichs Westphalen ist immer wieder eine nützliche Quelle, nicht nur weil er zweisprachig ist, sondern weil er die normierende Kraft des französischen Rechts und vieler Verwaltungsmaßnahmen in Deutschland spiegelt.

    Viele Grüße aus Erding!


    Achter Kontich wonen er ook mensen!