Württemberg Mi. Nr. 8

  • Beginnen möchte ich mit einem Brief welcher lt. Inhalt am 5. März 1860 von der Firma Friedrich Aug Schmits in Barmen geschrieben wurde.

    Der Post übergeben wurde er aber am 6. März 3-6 nachmittags der Post.

    Für den Weg Stuttgart - Laufenmühle ist er mit 6 Kreuzer richtig frankiert, aus Barmen direkt hätte er abe 9 Kreuzer gekostet.

    Nun meine Frage an die Schriftgelehrten: wo wurde der Brief geschrieben, lässt sich das aus dem Inhalt herleiten?

    Laut Unterschrift wäre meine erste Einschätzung Barmen.


    Wie immer Danke für die Unterstützung.






    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :)

  • Hallo Ulrich,


    der Brief kann durchaus in Barmen geschrieben worden sein. Der Schreiber selbst oder jemand aus seinem Umfeld mußte aber am gleichen Tag nach Stuttgart und nahm den Brief mit, um ihn da der Post am Nachmittag zu übergeben. Wie eine Karte der Eisenbahnen zum 31.12.1859 zeigt, gab es bereits ein recht enges Netz von Bahnlinien. Lediglich entlang des Rheins existierte bis auf Köln noch keine Brücke über den Fluß.


    viele Grüße

    Dieter

  • jemand aus seinem Umfeld mußte aber am gleichen Tag nach Stuttgart und nahm den Brief mit,

    Dieser Jemand ist wohl auch im ersten Satz des Briefes benannt:


    Dem Herrn J. W. Arrenberg in Stuttgardt Ihre w/(erte) Adresse verdankend, ...


    Viele Grüße

    Gerd

  • Hallo Gerd,

    vielen herzlichen Dank, dann ist der Fall klar. Wenn der Brief zusammen mit anderen nach Stuttgart ging, oder von dem genannten mitgenommen wurde, hat man sich einiges gespart.

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :)

  • ....Unterschrift ist zunächst eindeutig Fried. Aug. Schmits und im Brief steht wie Gerd schon dargelegt hat eingangs:


    Dem Herrn J.W. Arrenberg in Stuttgart ihre w(erthe) Addresse verdankend erlaube ich mir anzufragen, ob sie nicht geneigt sind, mir Garne aus ihrer Spinnerei hierher zu liefern. Ich betreibe ein ziemlich bedeutendes Garn-Geschäft, theilweise auf eigene Rechnung und anderntheils auf Commissionsweise...


    Johann Wilhelm Arrenberg war ein aus dem Rheinland nach Stuttgart ausgewanderter Kaufmann, mit der der Verfasser wohl schon länger in Geschäftsbeziehungen gewesen war.

    GEDBAS: Johann Wilhelm ARRENBERG


    Nun aber noch die Frage zu dem abgestrichenen Portovermerk, oder was soll es sonst sein ?


    LG

    Tim

    Wer um Postgeschichte einen Bogen macht, läuft am Schluss im Kreis

  • Hallo Wuerttemberg,

    ich habe keinen Seidenfaden entdeckt, siehst du in?

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :)

  • Hallo Tim,

    vielen herzlichen Dank, habe den Kerle jetzt auch gefunden:


    1840 - Gesuch des Kaufmanns Johann Wilhelm Arrenberg, geb. 01.07.1812 in Ronsdorf, Reg.-Bezirk Düsseldorf, um Aufnahme in das württ. Staatsbürgerrecht zwecks bürgerlicher Niederlassung in Stuttgart und Eheschließung mit Paulina Lenz, Stieftochter des Bierbrauereiinhabers Denninger daselbst

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


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  • Minimarke

    Hat den Titel des Themas von „Württemberg Mi. Nr. 13“ zu „Württemberg Mi. Nr. 8“ geändert.
  • Habs geändert, erhöht sich natürlich sofort die Qualität der Marke, von leicht angesägt zu überrandig! ;)

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :)

    Einmal editiert, zuletzt von Minimarke ()

  • Danke, mit Anweisung habe ich es jetzt auch gesehen! :)


    Hat noch jemand eine Idee zur gestrichenen Blauen 2, könnte es sein dass der Brief zur Zustellung vorgesehen war, und dann doch abgeholt wurde?

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :)

  • Hallo Ulrich,


    war denn das Bestellgeld nach Laufenmühle 2 xr? Soweit ich weiß war es nur 1 xr für die Zustellung.

    Für die Streichung der 2 xr fällt auch mir nur Abholung ein.


    viele Grüße

    Dieter

  • Hallo Dieter,

    die Badener hatten da, wie die Württemberger, teils Ihre eigenen Regeln, warten wir was die badischen Brief Spezialisten dazu sagen.

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :)

  • ... 2x waren das Landbestellgeld. War der Empfänger oder ein Zustellungsbevollmächtigter gerade bei der Post, holte man den bereits mit dem Landbestellgeld taxierten Brief selbst ab und die Taxe war natürlich zu streichen.


    Bei diesem Empfänger gibt es Dutzende von Briefen dieser Art - und jeder ist ein kleines Schaustück! :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über die nächste Mahlzeit abstimmen. Rechtsstaat ist, wenn das Schaf überlebt.

  • Vielen herzlichen Dank an alle.

    Schau mer mal wann der Zweite auftauchen tut?

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :)