Hallo Tim,
wie immer super. Herzlichen Dank.
Beste Grüße,
Hermann
Hallo Tim,
wie immer super. Herzlichen Dank.
Beste Grüße,
Hermann
Guten Tag zusammen,
es gibt immer wieder Sachen, die man nicht nur im Ansatz für denkbar gehalten hätte. Der Beleg anbei gehört wohl zu dieser Kategorie. Er ist offen aufgeliefert über die britische Militärzensur, die neutralen Niederlande und die Auslandskontrollstelle Emmerich nach Bayern, d.h. nach Ludwigshafen a.Rh. gelaufen. Der Verfasser kam, wie sich sehr erfreulicherweise en Detail herausfinden ließ, aus dem benachbarten Mannheim in Baden. Aufgegeben hat er sein Schreiben im Kriegsgefangenenlager Ahmendnagar / Indien (Präsidentschaft Bombay).
Lt. dem Auszug aus dem Archiv des Internationalen Roten Kreuzes anbei hat es sich um den Vizefeldwebel Hermann Karl Wilhelm Zech gehandelt, welcher dem Badischen 111. Reserve-Infanterieregiment angehörig war, das an der Westfront eingesetzt war. Die Briten setzten umgehend nach Kriegsausbruch überall dort, wo sie Koloninalmacht waren, d.h. u.a. auch in Indien Angehörige des Deutschen Reichs und Österreich-Ungarns fest. Deutsche Kriegsgefangene hpts. aus Ostafrika, Mesopotamien und Zivilgefangene aus Indien sowie anderen südostasiatischen Ländern wurden unter anderem im Mixed-Transit-Camp Ahmednagar festgesetzt.
Es waren insgesamt rd. 1.000 Zivilisten und etwa 450 Soldaten aus Deutschland und Österreich-Ungarn interniert. Wo und wie der VFw d.Res. Zech in britische Gefangenschaft geraten ist und warum es ihn so weit weg nach Ahmendnagar verschlagen hat, ist leider nicht nachzuvollziehen. Vielleicht hat er sich darüber aber glücklich schätzen dürfen. Etwas weniger als ein Jahr später ereignete sich am 4. Mai 1917 an der Westfront auf den beschaulichen Höhenzug des Chemin des Dames nördlich des Dorfes Craonne eine Tragödie, der viele Soldaten der 111er zum Opfer fielen.
Während des vorbereitenden Trommelfeuers für einen französischen Großangriff wurde am Nordhang des Winterberges der Eingang eines tief in den Untergrund führenden Stollens, des sogenannten Winterberg-Tunnels, verschüttet und dort lagernde Munition entzündet. Durch die gewaltige Explosion wurden etwa 150 Angehörige mehrerer Kompanien des badischen 111. Reserve-Infanterie-Regiments im Stollen eingeschlossen und konnten nicht mehr gerettet werden.
Viele Grüße
vom Pälzer
verwendete Quellen:
zms.bundeswehr.de/de/zmsbw-bibliothek/zmsbw-aufgeblaettert-06-ahmednagar-nach-maerz-1919-5689122
morthomme.com/blog/winterberg-tunnel-chemin-des-dames-1917
... sagenhaft ...
Guten Tag zusammen,
die (Feldpost-)Karte anbei ist schon allein deswegen bemerkenswert, da man darauf keinen Aufgabestempel der Taxe (Duchroth) der abgeschlagenen Posthilfstelle Oberhausen an der Nahe findet. Das lag gerade noch im nördlichen Teil des linksrheinischen Bayern, eng an der Grenze zur preussischen Rheinprovinz. Adressiert war ein Wilhelm Wagner vom 17. Kgl. Bayer. Infanterieregiment "von Orff", 1 Regrutendepot (Rekrutendepot) 2. Ersatzbataillon, 9. Korporalschaft Zimmer Nr. 77 in der Sesselkaserne (Seysselkaserne) Germersheim. Ein Datum wurde von dessen unterzeichnender Tante (Frau Kath.(arina) Senkler) auch nicht angegeben, aber am Ende der Zeilen steht: Wenn der Krieg nur bald zu Ende ginge, dass Ihr nicht mehr hinaus bräuchtet. Das war gerade bei den bayerischen 17ern leider nicht der Fall.
Sie waren bei der Schlacht von Messines am Wytschaetebogen im Juni 1917 fast vollständig aufgerieben worden. Bei deren Eröffnung zündeten die Briten am frühen Morgen des 7. Juni eine Gruppe von unter die deutschen Stellungen getriebenen Minen, wobei rd. 10.000 Soldaten, im Besonderen Angehörige der 3. Kgl. Bayer. Division, d.h. auch viele der 17er umkamen. Die Explosion der Minen bei Messines war bekanntlich das lauteste bis dahin von Menschen erzeugte Geräusch und konnte angeblich bis London und Dublin wahrgenommen werden. Die deutsche Verteidigung des vollkommen verwüsteten Frontabschnittes brach zusammen. Die 17er wurden bis auf lediglich 3 Kompanien aufgerieben und dennoch blieben sie weiter im Einsatz.
Sie mussten sogar nocheinmal zwischen dem 21. März und dem 1. April 1918 bei der Deutschen Frühjahresoffensive antreten, nach deren Scheitern die militärische Niederlage des Kaiserreichs endgültig besiegelt war. Es liegt somit auf der Hand, dass der Adressat als Reserve vom Ersatzbataillon entgegen der Wünsche seiner Tante doch noch zum Einsatz gebracht worden ist und leider findet man in der bayerischen Verlustliste No. 426 einen Eintrag vom 18. Juni 1919: Wagner Wilhelm - Lachpfalz - 7. Infanterie Regiment: tot. Möglichweise ist er erst nach dem Krieg an seinen schweren Verwundungen verstorben. Ein Ort "Lachpfalz" gibt es natürlich nicht, ich vermute es war der Ortsteil Lachen des heutigen Ortsbezirks Lachen-Speyerdof von Neustadt a.d.Wstr. gemeint.
Schönen Gruß
vom Pälzer
Lieber Tim,
offenbar hatte die Tante Kath.(arina) Senkler
anbei Lebensmittel geschickt, denn sie schreibt:
Lieber Wilhelm. Ich schicke
dir hier eine Kleinigkeit und
hoffe daß es gut ankommt und
du es gesund verzehren kannst.
Viele Grüße
Gerd
Lieber Gerd,
ich danke Dir wie immer recht herzlich. Den Name der Tante habe ich im Text entsprechend korrigiert.
Schönen Gruß !
Tim ![]()
![]()
Liebe Sammlerfreunde,
Paul Schwemmer aus Auerbach in der Oberpfalz war als Kriegsgefangener in Frankreich und bekam über die Schweiz im Auftrag des Magistrats in Auerbach ein Paket zugesandt. Mit dieser Karte, geschrieben am 9. Juni 1918, bedankte er sich dafür und sandte diese an den Stadtmagistrat in Auerbach. Eingang der Karte am 15. Juli 1918.
LG, Hermann
noch einen weiteren und letzter Beleg: der Kriegsgefangene aus Auerbach, der in Frankreich war, bekam ein Paket mit 250 Gramm Schokolade, 1 Fleischkonserve, 1 Wurst und Suppenwürfel, deren Empfang er am 3. April 1918 bestätigte. Die Antwortkarte kam in Regensburg an und wurde zum Stadtmagistrat nach Auerbach weitergeleitet. Ankunft in Auerbach am 23. Mai 1918.
LG, Hermann
Hallo Hermann,
so wie das ausschaut gehörte der Jakob Steinbrecher im zum Kgl. Bayer. Korps-Brücken-Train No. 2 im II. Armeekorps:
KB Korps-Brück.Tr. 2 – GenWiki
Als Aufgabeort liest man auf den ersten Blick Manieselle oder Marieselle, aber so Ort findet man ad hoc nicht.
Natürlich kann das auch wieder mal im eigenenen Wortlaut geschrieben wie verstanden sein. Das II. bayer. AK war Teil der 6. Armee (Kronprinz Rupprecht von Bayern). Um den 30.08.1914 lag es ganz grob orientiert östlich der Mosel zwischen Metz und Nancy.
Dort gibt es einen Örtchen Mailly-sur-Seille. Das würde von der Lage her auch grob passen (siehe Anhang), da es nicht unweit des weitesten Vorstoßes der gegen Ende August erfolgten französischen Offensive in das Reichsland Elsass-Lothringen liegt (nördl. der Linie Nomeny - Saarburg).
Schönen Gruß
Tim
Hallo Tim,
herzlichen Dank.
Beste Grüße,
Hermann
Hallo Tim und Hermann,
zum Korps Brücken Train 2 findet man einiges in
‚Bayerische Pioniere im Weltkriege‘
(http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000D31800000000)
Beste Grüße
Will
Hallo Will,
das habe ich mir natürlich sofort runtergeladen, besten Dank !
LG
Tim ![]()
![]()
Liebe Sammlerfreunde,
hierzu ein früher Feldpostbeleg vom 13. August 1914, mit Aufgabestempel "FELD-POSTAMT K.B. III. ARMEECORPS 13/8", an Baronin ... Name ausradiert nach München Ludwigstraße 30/II. Dort wohnten sicherlich keine armen Leute. Geschrieben von Hans an seine Mutter. Er schreibt eingangs "Liebe Mutter ! Habe nicht viel zu tun ....". Kurze Zeit danach schrieb er so etwas sicherlich nicht mehr.
LG, Hermann
Lieber Hermann,
komische Wünsche hatte der Baron junior zum Beginn des Krieges an seine Mutter:
...Schicke mir meine Gummibadewanne (liegt in meiner Küche in dem Kleiderschrank unten) u. etwas Tee, vielleicht Teekonserven...
Übrigens findet man im Adressbuch München 1914 in der Ludwigstrasse 30, 2.Stock, einen
Albert Frhr. von Könitz, Kämmerer, Generaladjudant und General der Kavallerie
(s. https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb00092436?page=1241)
Vielleicht war der Absender der Junior des Generals ?
Viele Grüße
Gerd
Lieber Gerd,
herzlichen Dank.
Vielleicht brauchte er die Gummibadewanne für ein Sitzbad.
Beste Grüße,
Hermann