Buntfrankaturen der 1. Ausgabe

  • Liebe Sammlerfreunde,

    beim Beschreiben des nachfolgenden Beleges ist mir eine Contravention seitens des Absenders aufgefallen.

    Es ging am 22.9.1854 von Hamburg ins 52 Meilen entfernte Annaberg in den Postverein. Die Frankogebühr betrug 3 Sgr., die Einschreibegebühr 2 Sgr. Die Gebühren wurden nach Vorschrift einzel mit je einer 3 Sgr. - und einer 2 Sgr.-Marke der ersten Ausgabe geklebt.

    Als ich mir die Absenderangabe im Brief anschaute, stellte ich fest, dass es ein Geldbrief war. Ich bin mir nun nicht ganz sicher, ob das bei der Post hätte angegeben werden müssen, nehme aber stak an, dass ja.




    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin,


    das war eigentlich nicht zulässig. Aber wenn außen nichts zu erkennen war, konnte die Post nicht einschreiten. Bei einem Verlust hätte es jedenfalls keinen Ersatz gegeben.


    Dieter

  • Lieber Erwin,


    die Frage ist, was die Notiz Geldbrief ausdrücken sollte. Wenn tatsächlich Geld oder z.B. Wechsel mitgeschickt wurden, hätte es deklariert und als Wertbrief versandt werden müssen.

    Reco-Briefe durften nicht mit einem Wert declariert werden. Hier galt dann nur die übliche Ersatzleistung für Reco-Briefe, wenn der Brief abhandengekommen wäre.


    Die Darstellung des Frankos entsprechend den verschiedenen Anteilen (Briefporto + Reco-Gebühr), also hier eine 3 Sgr.-Marke für das Franko und eine 2 Sgr.-Marke für die Einschreibegebühr war 1854 nicht mehr vorgeschrieben.


    Viele Grüße

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Lieber Michael, ich denke schon, dass Geld im Brief war.

    1. Dann war es doch eine Missachtung der Postgesetze, also eine Contravention?

    2. Ich finde die Bestimmung für Ersatzleistungen bei Verlust eines Recobriefes nicht. Weißt du, wie hoch sie in Preußen war?

    3. Klar, dass die genaue Darstellung der Gebühren nicht mehr festgelegt war. Vielleicht sollte ich bei der Beschreibung das Vorschrift weglassen. Wo finde ich die Bescheidung zur Lockerung dieser Vorschrift?

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin,


    1. ja. Allerdings gibt es den alten Spruch Glauben heißt nicht wissen ;)

    2. 14 Taler

    3. mit der Verordnung zur Herausgabe der Oktogon-Umschläge


    Viele Grüße

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • danke Michael,

    schade, dass kein Briefinhalt vorhanden ist, aber der Eintrag "Geldbrief von Herren Baumgarten & Mensendieck Hamburg" ist für mich schon ein wichtiges Indiz.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin,


    es ist ein deutliches Indiz dafür und Du kannst es natürlich so beschreiben.


    Viele Grüße

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • liebe Sammlerfreunde,

    ich habe jetzt mal ein Blatt zu den Buntfrankaturen der 1. Ausgabe fertiggestellt. Noch ist es nur digital, deshalb ist die Auflösung nicht so gut.

    Gerne erwarte ich eure Kritiken, besonders zur Beschreibung des unteren Belegs.


    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Hallo,


    ja sieht sehr gefällig aus - alle relevanten Daten etc. sind gut dargestellt.


    Gruß

    DSBerlin

    "Wer von Nichts eine Ahnung hat, kann wenigstens überall mitreden!"

  • Liebe Freunde,

    danke für eure netten Kommentare. Wenn keine Bemerkungen zu den Briefbeschreibungen kommen, werde ich das Blatt so drucken.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Michael,

    ich komme nochmal auf den mit Geld beschwerten Brief zurück. Der wäre doch als Geldbrief billiger gekommen, als das Einschreiben. Angenommen, es wäre unter 50 Thaler eingelegt worden, dann hätte die Prokuragebühr in der dritten Entfernungsstufe nur 1 Sgr. gekostet, die Einschreibegebühr hingegen 2 Sgr.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Hallo Erwin


    Schönes Blatt.


    Anbei kleine Bemerkungen:

    Bei der Beschreibung des 1. Briefes kann das „am“ weggelassen werden. Zudem scheint die „7“ nicht fett zu sein.


    Beim 2. Beschrieb ist das zweitletzte Wort „bei“ unnötig.



    Sammlergruss


    Martin

  • Die Seite gefällt mir sehr gut. Alle Infos sind enthalten. Die Darstellung der Stempel links ist sehr gelungen (muss ich auch einmal probieren). Zwei Fragen:

    Warum nimmst Du zwei fast identische Briefe auf? Bei einer von meinen Ausstellungssammlungen wurde so etwas von den Juroren kritisiert.

    Darf ich fragen, wie breit das Blatt ist?