Postvorschuß im DÖPV ab dem 1.7.1858

  • Liebe Freunde,


    Nachnahme-Umschläge der Kölnischen Zeitung findet man immer wieder. Dabei sind auch Adressen in andere Staaten zu finden, die für die damalige Popularität der Zeitung sprechen.

    Der hier gezeigte Umschlag ist mit ca. 23x17 cm recht groß. Er zeigt einen Vorschußbetrag von 5 Talern 16 Sgr. und ist an das Rectorat des Real Gymnasiums in Speyer (Rheinpfalz) adressiert.

    Von der preußischen Post wurde mit Blaustift der Nachnahmebetrag mit 166 (Sgr.), aber kein Porto/Procura notiert.

    Die bayerische Post reduzierte diesen Betrag in 9 fl. 41 Kr. - so weit übersichtlich und nachvollziehbar.

    Wenn man jetzt auf die Rückseite schaut, ist dort einmal mit (Progressionsstufe) 7 die Entfernungszone notiert und dann noch:

    Vom Rectorat des k. Realgymnasiums für Nachnahme und Porto zehn Gulden zwölf Kreuzer erhalten.

    Für die Entfernung bis 28 Meilen (P7) fielen 18 Kr. Porto an, dazu kamen 10 Kr. Procura (1 Kr. je Gulden Vorschuß). Das ergibt mit dem Postvorschuß aber nur 10 fl. 9 Kr. !?

    Hat jemand eine Erklärung für die restlichen 3 Kreuzer?



    Viele Grüße

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

    3 Mal editiert, zuletzt von Michael ()

  • Lieber Michael,

    In der Tat sind diese Umschläge der Kölner Zeitung sehr groß, da komme ich selbst bei meinen breiten Blättern bald an die Grenzen:

    Zu der Taxierung kann ich leider nichts beitragen.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

    Einmal editiert, zuletzt von preussen_fan ()

  • Lieber Michael


    ich würde an 3 Kreuzer Bestellgeld denken.


    Lieber Erwin


    Brühl wird kaum 2 Meilen von Cöln entfernt sein.

    Damit ist das ProCura von 2 1/2 Sgr. + doppelt schwerer Brief von weiteren 2 Sgr. die weitere Taxierung.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • lieber Ulf,

    ich verstehe deine Aussage nicht. Brühl ist von Köln 13km, also knapp 2 Meilen entfernt. So habe ich es beschrieben.

    Der Fehler, den ich gemacht habe, ist, dass ich nicht 5 Thaler, sondern1 Thaler hätte schreiben müssen. Also Prokuragebühr von 1/2 Sgr. je 1 Thaler = 2 1/2 Sgr.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin


    Du hattest geschrieben:

    Zu der Taxierung kann ich leider nichts beitragen.

    so habe ich deine Beschreibung nicht für vollgenommen, also auch nicht gelesen. Deine Aussage war somit für mich die "Aufforderung" die Taxierung hier zu schreiben.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • lieber Ulf,

    das habe ich missverständlich geschrieben. :(

    Ich wollte nur sagen, dass ich zur Taxierung von Michaels Brief nichts sagen kann.

    Aber es war ja trotzdem gut so. So habe ich den Fehler 5 Thaler statt 1 Thaler entdecken können. :thumbup::)

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Ulf,


    Bestellgeld ist eine plausible Möglichkeit. Weiß vielleicht jemand aus der Bayern-Fraktion, ob das passen würde?


    Auffällig ist noch, dass die preußische Post, keinerlei Porto/Procura notiert hat und die bayerische Post in diesem Fall auch nicht! Wenn es nicht die rückseitige Bestätigung über das erhaltene Entgeld (von dem Briefträger ??) gäbe, stände der zu zahlende Betrag nirgendwo.
    Wenn die Notiz von dem Briefträger stammt, wird dieser den Gesamtbetrag ja nicht unterwegs ausgerechnet hbaen, sondern eine entsprechende Unterlage gehabt haben. Bei Postvorschuß-Belegen gab es Rücksendescheine, mit dem der Einzug des Vorschußbetrages bestätigt wurde. Evtl. war dies dann die Quelle für den Betrag.


    Viele Grüße

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte