Polen nach Wuerttemberg und vice versa

  • Liebe Freunde,


    Heute ein eingeschriebener Teilfrankobrief vom 19.05.1850 aus Warschau (Königreich Polen) an den Schiff?? Herrn Heinrich Maisak zu Klingenberg bei Heilbronn im Königreich Württemberg.

    Recto: Vermerk “1 ½ Loth”, “Frei gegen Postschein inliegend eine Vollmacht”, schwarze “16”, “Hof 4 ??” in blauer Tinte, E “WARZAWA 19 5” in rot, roter R “Recommandiert” (von wo ?), roter “FRANCO” (ebenfalls von wo?), sowie Taxierung in Rötel “24” und Rötelkreuz (für Einschreiben).

    Verso: “122” in blauer Tinte (Kopeken), “26” in schwarzer Tinte (Umrechnung der Kopeken in SGr. ?), Z “BERLIN”, sowie AK von Heilbronn in blau “D 2 24/5”.

    Briefe aus Polen konnten Porto, frei Pr., oder Württemb. Grenze, oder ganz frei versandt werden. Hier wurden 122 Kopeken für die 2. Gewichsstufe bis Hof frankiert. Preussen erhielt für den Transit aus Polen 12 SGr. (PV Pr-Bay 01.04.1835, incl. Ermäßigung der Transittaxen vom 01.04.1835), Bayern 2 x 8 = 16 Kr. nach der Verordnung vom 14.05.1845 für seinen Transit. Württemberg taxierte 2 x 4 = 8 Kr. (6-12 Meilen, über 1 Loth), so daß der Empfänger in Klingenberg 24 Kr. zu bezahlen hatte.


    Wer kann mir noch mehr zu diesem Brief sagen?


    Liebe Gruesse,

    Bruno




  • Lieber Bruno,


    ein Wahnsinnsbrief. Empfänger war der Schiffwirth und eine Vollmacht war dem Brief beigefügt worden.

    Bezahlt wurde für Polen/Russland und das Weiterfranko für Preussen.


    Bayern 3. Gewichtsstufe 8+4+4 = 16x. Dazu 4+2+2 = 8x für Württemberg = 24x vom Empfänger.


    Soweit ich weiß, kosteten diese Briefe in Polen/Russland wegen der Recomandation das Doppelte der Brieftaxe. Sicher weiß Michael das genauer und wir können den Gesamtbetrag dieses Briefes ermitteln.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Liebe Freunde,

    Hier ein ein weiterer Brief vom 29.10.1836 aus Warschau (Königreich Polen) an Herrn ?? (wer kann die Adresse lesen?) in Stuttgart Königreich Württemberg - diese mal aber Portobrief.


    Recto: Aufgabestempel K ”WARSZAWA 29 10 “ in rot, Auslage (von Hof?), Vermerk "27/8" in blauer Tinte, Vermerk in roter Tinte neben Warszaw welchen Ich nicht lesen kann , “??” Taxvermerk in schwarzer Tinte, Vermerk “frey preuss Grenze?), weiterer Vermerk in roter Tinte (für mich unleserlich), sowie Taxation “39” Kreuzer in Rötel von Württemberg.


    Verso: Z2 “BERLIN 1 NOV ??” sowie “7” in schwarzer Tinte.


    Wer kann mir noch mehr zu diesem Brief sagen?


    Liebe Gruesse,

    Bruno




    2 Mal editiert, zuletzt von Altensteiger () aus folgendem Grund: Inhaltliche Fehler

  • Lieber Bruno,


    7 1/2 Groschen für Preussen, siehe Vermerk von Berlin "F.P.P.Grze" = Franco Polnisch-Preussische-Grenze.

    Diese in Nürnberg (nix Hof) in 27x reduziert, dazu Bayerns Porto mit 8x für den einfachen Brief = 35x bis zur württ. Grenze. Ab dort weitere 4x = 39x Gesamtporto.


    Herren Stahl und Feder lese ich als Empfänger.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Hallo Bruno,


    noch einige Anmerkungen zu deinen beiden Briefen:

    Beim ersten Brief hat der Absender nicht 122 Kopeken bezahlt, sondern auf der Rückseite wurde das Weiterfranko an Preußen mit f.22 angeschrieben. Das bezahlte Porto steht meines Erachtens unter Hof.

    Beim zweiten Brief bezahlte der Absender 45 Groszy, angeschrieben in schwarz vor F.P.P.Grze.


    Grüße

    Karl

  • Lieber Karl,

    vielen Dank fuer Deine wichtigen Anmerkungen, fuer den 2, Brief (45 Groszy, Vermerk in schwarz vor F.P.P. Grze.), damit bin Ich d'accord.

    Fuer den ersten Brief habe Ich aber noch Fragen; wenn das verso f.22 heisst - in welcher Waehrung ist das dann? Und was liesst Du als Porto unter Hof?

    Mit lieben Gruessen aus Beirut,

    Bruno

  • Liebe Freunde,

    Hier ein ein weiterer Brief vom 14.4.1855 aus Warschau (Königreich Polen) an Herrn B. Gramm in Botnang bei Stuttgart in Württemberg.

    Recto: roter K1 “WARSZAWA 14/4”, schwarzer R2 “AUS RUSSLAND FRANCO”, roter “FRANCO”, Taxvermerk 3/3 in Rötel (gestrichen), sowie “2” und “1” in Rötel.

    Verso: roter Stempel (von wo?), Z3 “BRESLAU ??? III BERLIN” in Schwarz, D von Stuttgart “D4 17/4”, sowie Taxation in Rötel “3”.


    Wer kann mir noch mehr zu diesem Brief sagen?


    Liebe Gruesse,

    Bruno



  • Hallo Bruno,


    das Weiterfranko betrug 22 Sgr.

    Das Franko ist für mich schwer zu lesen. Ich würde sagen 157 Kopeken.


    Dein Brief nach Botnang war voll bezahlt. 3 Sgr. für Russland und 3 Sgr. Weiterfranko an Preußen. Der Francostempel wurde in Warschau abgeschlagen. Die vorderseitigen Taxierungen müssten das Bestellgeld sein.


    Grüße

    Karl

  • Lieber Karl,

    vielen Dank zum Kommentar fuer den vorigen Brief, fuer den2. Brief gebe Ich Dir vollkommen recht bezueglich der Taxierungen.

    Liebe Gruesse,

    Bruno

  • Hier noch der Text:
    (Dankenswerterweise alles ziemlich deutlich und mit wenig Fehlern geschrieben, was wohl auf eine bessere Bildung schliessen lässt)


    Lieber Vetter und Freunde da ich

    schon mehrere mal an Euch geschrieben und

    auf mein Schreiben keine Antwort erhalten

    habe weil ich von der Zeit an wie wir die

    erste Hälfte unseres Erbes erhalten haben

    keine Nachricht mehr von Euch haben wie

    es mit der anderen Hälfte steht, und weil meine

    Geschwister so oft sie nach Warschau kommen

    fragen ob kein Brief angekommen wäre aus Both=

    nang und warum der Vetter nicht mehr schreibt

    auch will ich Euch kunt thun das die Christiana

    nun auch verheurath ist, noch haben wir eine

    Bitte an Euch lieber Vetter wenn Ihr möchtet

    die Güte haben wenn es möglich ist und nicht

    zu viel Umstände macht uns unser Familien

    Wappen auszumachen so wie unser Christes (?) Vetter

    eins hatte es wird Euch ja wohl kunt sein wohin

    Ihr euch zu wenden habt Eure Mühe und Un=

    kosten leiden wir an Rückständigem Gelde


    Weiter hab ich Euch nichts zu schreiben wie das wir

    Gott sei Dank alle gesund sein u. hoffen u. wünschen

    das Euch unser Schreiben auch gesund u. wohl antreffen möchte.

    Noch viele Grüße von uns an Euch lieber V. u. B. u. Kinder

    und an Euch alle liebe Freunde.

    Und bitte noch einmal sehr Ihr möchtet die



    die Güte haben und uns so bald wie möglich schreiben

    denn unserere Freude ist immer sehr groß wenn wir einen

    Brief von Euch erhalten denn wie die Geschwistern neulich

    in Warschau waren frugen sie gleich ob ich keinen Brief vom

    Vetter erhalten hätte so musste ich leider mit nein antworten

    worauf sie auch erwiederten unsere V. u. B. u. Freunde

    hätten schon ganz von uns vergessen.


    Meine Adresse wie früher


    Warschau den 13 te Aprill 1855


    J Umgelter.


    General- Superint.

    v Ludwig.



    Viele Grüße

    Gerd