Preisbewertungen in Handbüchern

  • Hallo Martin,


    mit Ralph bin ich der Meinung: gut geschrieben. Leider gibt es Leute, die das nicht verstehen können oder wollen. :(


    viele Grüße

    Dieter

  • Lieber Ralph und lieber Dieter,

    Ich habe mir das Handbuch von Juergen Herbst sofort gekauft (ohne wenn und aber), da dieses Wissen beinhaltet - es wurde schon geliefert, aber leider kann Ich es es erst im September, wenn Ich in Deutschland bin, begutachten.

    Gute Literatur (und am bestem Originalquellen) sind fuer uns doch wichtiger als der eine oder andere Brief - und Preisnototierungen werden doch eh irgendwann obsolet ;) .

    Fuer mich sollte also ein Handbuch die Seltenheit eines Stueckes dokumentieren (in Relation zu anderen), jedoch keineswegs den Preis den jemand zu gegebener Zeit bereit war zu bewilligen (Das ist zwar ein Anhaltspunkt, wird sich aber je nach Sammlerpraeferenzen staendig aendern - wenn Ich was will bezahle Ich den geforderten Preis).

    Liebe Gruesse,

    Bruno

    Einmal editiert, zuletzt von Altensteiger () aus folgendem Grund: Ergaenzung

  • Fuer mich sollte also ein Handbuch die Seltenheit eines Stueckes dokumentieren (in Relation zu anderen), jedoch keineswegs den Preis den jemand zu gegebener Zeit bereit war zu bewilligen (Das ist zwar ein Anhaltspunkt, wird sich aber je nach Sammlerpraeferenzen staendig aendern - wenn Ich was will bezahle Ich den geforderten Preis)

    Lieber Bruno,


    wie schon geschrieben: Wer ein Handbuch verkaufen will, kommt um Preisangaben nicht herum. Die Anzahl der Interessenten reduziert ich andernfalls auf eine Handvoll "Hardcore-Philatelisten". Aus dem selben Grund konzentriert sich die Kritik auch auf die Preisnotierungen. Die Anzahl derer, die dazu eine Meinung haben, ist ungleich größer als die derjenigen, die sich sachlich mit einem Handbuch auseinandersetzen können.


    Gleichwohl haben Preisangaben auch insofern einen Sinn, als sie - entsprechende Registraturbasis vorausgesetzt - nicht nur die Seltenheitsverhältnisse spiegeln, sondern auch das Sammlerinteresse.


    Vom sächsischen Nummerngitterstempel "212" beispielsweise habe ich eine mittlere zweistellige Anzahl registriert, wobei immer wieder einmal weitere Exemplare auftauchen. Er ist auch in nicht perfekten Abschlägen kaum unter 1.000 € zu bekommen. Es gibt eine Reihe von Ortsstempeln, die in weniger als einer Handvoll Exemplaren registriert sind, aber ohne nennenswerte Aufpreise zu erwerben sind, weil sich niemand dafür interessiert, wenn nicht zwei Heimatsammler scharf darauf sind. Bei reiner Seltenheitsangabe müßten sie höher als der Nummernstempel eingestuft werden.


    Mich erinnert die ausufernde Diskussion über Preisbewertungen an das, was ich in div. Gesellschafterversammlungen ebenso wie in politischen Gremien erlebt habe: Millioneninvestitionen werden ohne nennenswerte Erörterung durchgewinkt, über die Fassadenfarbe eines geplanten Neubaus aber wird stundenlang diskutiert.


    Beste Grüße

    Jürgen

  • Vom sächsischen Nummerngitterstempel "212" beispielsweise habe ich eine mittlere zweistellige Anzahl registriert, wobei immer wieder einmal weitere Exemplare auftauchen. Er ist auch in nicht perfekten Abschlägen kaum unter 1.000 € zu bekommen. Es gibt eine Reihe von Ortsstempeln, die in weniger als einer Handvoll Exemplaren registriert sind, aber ohne nennenswerte Aufpreise zu erwerben sind, weil sich niemand dafür interessiert, wenn nicht zwei Heimatsammler scharf darauf sind. Bei reiner Seltenheitsangabe müßten sie höher als der Nummernstempel eingestuft werden.

    Hallo Jürgen


    Das von dir beschriebene Phänomen kann ich aus der Schweizer Philatelie an unzähligen Beispielen bestätigen. Dies wird sich meiner Meinung nach auch nicht ändern.

  • Hallo Jürgen,


    gestern war ich in unserer Vereinsbibliothek (ca. 26.000 Medieneinheiten) um mir Dein neues Buch anzuschauen. Dank eines Spenders ist das Handbuch schon in Frankfurt für alle zugänglich. Wir hatten schon des Öfteren über Dein Handbuch gesprochen. Jetzt habe ich es erstmals in der Hand gehalten und bin begeistert. Meinen Glückwunsch zu diesem „Jahrhundertwerk“.


    Grüße aus Frankfurt

    Heribert

  • Lieber Juergen,

    "wie schon geschrieben: Wer ein Handbuch verkaufen will, kommt um Preisangaben nicht herum. Die Anzahl der Interessenten reduziert ich andernfalls auf eine Handvoll "Hardcore-Philatelisten".

    Ich gebe Dir da vollkommen recht - obwohl fuer mich die Preisangaben nicht noetig sind.

    Was ist die Zielgruppe fuer Dein Handbuch?

    - Die Harcore -Philatelisten die ohnehin alles an Literatur aufsaugen? Diese beschaeftigen sich mit dem Inhalt Deines Handbuchs und werden kaum Preisangaben brauchen, da Sie sich mit dem Markt auskennen.

    - Neueinsteiger in das Gebiet Sachsen? Es gibt, und Ich kenne Leute, welche sich erst ein Handbuch kaufen (auch wenn es fast 300 Euro kostet), dieses durcharbeiten, einen Sammlungsplan entwerfen, und dann dementsprechend einkaufen. Leider sind diese in meinen Augen in der Minderzahl.

    - Auktionshaeuser - welche natuerlich up-to date sein wollen und dann auch Preisangaben forden - dieser Markt ist fuer ein Handbuch sicherlich nicht zu unterschaetzen.


    Das mit dem Sammlerinteresse ist schon ok, hilft aber nur Sammlergruppe 1 seltene Stuecke zu erwerben (welche vielleicht spaeter mal hoeher bewertet werden), oder den Auktionshaeusern um Preise zu halten.


    Zu Deinen Gedanken bezueglich ausufernden Diskussionen über Preisbewertungen, bei welchen billige Moeglichkeiten verweigert, teure und nicht gepruefte bewilligt wurden gebe Ich Dir innerhalb der EU volkommen Recht.


    Just my 5 pence,

    Liebe Gruesse aus Beirut,

    Bruno

  • - Neueinsteiger in das Gebiet Sachsen? Es gibt, und Ich kenne Leute, welche sich erst ein Handbuch kaufen (auch wenn es fast 300 Euro kostet), dieses durcharbeiten, einen Sammlungsplan entwerfen, und dann dementsprechend einkaufen. Leider sind diese in meinen Augen in der Minderzahl.

    Hallo,


    auch diese Sammler haben sich irgendwann einmal zuerst einen allgemeinen Deutschland-Katalog gekauft, in der Regel den Michel-Katalog.


    Es ist weltfremd zu glauben, dass ein Sammler am Markt auftaucht, der sich zuerst ein Handbuch über Sachsen kauft und zuvor noch nie einen Katalog besessen hat.


    Beste Grüße

    Markus

  • Lieber Markus,

    ich habe nie geschrieben, dass ein Sammler keinen Michel Katalog hat (Ich habe auch einen von 2011) - aber ich kenne einige Sammler (Neueinsteiger) welche sich erst ein Bayern oder Wuerttemberg Handbuch gekauft haben, bevor irgendwelche Marken oder Briefe erworben wurden.

    Das gibt es also durchaus. Bei mir war das uebrigens auch so - Ich habe bei PF in 1988 zuerst das Wuerttemberg Handbuch ersteigert (zu einem hohen Preis damals) bevor Ich mich ermasste einige Briefe zu kaufen. Von daher finde Ich das nicht weltfremd sondern eher marktangemessen.

    Liebe Gruesse,

    Bruno

  • Lieber Bruno,


    Deine Ausführungen habe ich so verstanden, wie ich es oben geschrieben habe.


    Auch Du hast erst Briefmarken gesammelt und wahrscheinlich auch schon vor 2011 bzw. vor 1988 einen Michel-Katalog oder einen Philex oder einen DNK besessen und irgendwann entschieden, dass Du Dich auf Württemberg spezialisiern möchtest und DIr hierzu Literatur besorgt.


    Genau das ist der übliche Weg und manche gelangen aber auch schon bevor sie sich spezielle Literatur zu einem Sammelgebiet kaufen, an Marken und Belege aus Sammelgebieten, auf die sie sich dann mit über den Michel-Katalog hinausgehender Literatur beschäftigen.


    Bei mir war es der Wissensdrang, dass ich heute einige hundert Handbücher besitze. Vor allem wollte ich verstehen, was genau ich als Händler anbiete. Nebenbei natürlich auch, was es wert ist. :)


    Beste Grüße

    Markus

  • Lieber Markus,

    ja ich habe schon in 1972 Briefmarken gesammelt, diese waren aber eine Motivsammlung Saeugetiere (immerhin praemiert in Gold im Rang 3).

    Du hast offenbar meinen Post nicht richtig gelesen.

    Ja , natuerlichhabe Ich mich auf Wuerttemberg spezialisiert, aber erst nachdem Ich ein Handbuch gelesen habe (Thoma I/II und Weidelich Vorphila). Irgendwelche Preisangaben in Handbuechern, welche nicht zur wirklichen Seltenheit relativiert sind (in Stuecken : gibt es 1 oder 2 oder 3? ist fuer mich nicht relevant.

    Bei mir war es auch der Wissensdrang, dass ich heute einige Handbücher besitze, welche Ich schaetze. "Vor allem wollte ich verstehen, was genau ich als Händler anbiete. Nebenbei natürlich auch, was es wert ist." - und da sind wir wieder beim Preis - welcher in einem Handbuch fuer einen Haendler ja schon abrufbar sein sollte? Sorry - nein - der Markt macht den Preis - Haendler basiert auf Handbuchpreisen - koennen viellieicht am Beginn noch etwas gewinnen ansonsten nicht viel - ausser es handelt sich wirklich um Pretiosen.

    Liebe Gruesse,

    Bruno

  • Lieber Bruno,


    selbstverständlich kann man aus dem Brühl/Thoma-Handbuch viele wertvolle Informationen und auch Preise entnehmen, die eine deutliche Grundlage für eine Preisbildung am Markt geben.


    Sei es, weil etwas als selten deklariert, ein Seltenheitsverhältnis angegeben wird oder eine Punkte-Tabelle, z.B. für Stempel und Ausgabe-Mischfrankaturen, als ein gesondertes Beiheft beiliegt.


    Aus solchen Informationen, als auch einer Beobachtung am Markt, gestalte ich meinen Ausrufpreis. Der kann ggf. weitaus über einer Michel- oder auch einer Handbuchbewertung liegen und in der Vergangenheit kam es nur selten zu Anlaufschwierigkeiten bei meinen Ansatzpreisen. Wenn die Sache dann von diesem aus noch weiter steigt, dann aber gerne doch.


    Was war aber der ausschlaggebende Grund für Dich, Württemberg zu sammeln. Das Handbuch oder gab es da schon vorher entsprechende Tendenzen?


    Beste Grüße

    Markus

  • Lieber Markus,

    fuer mich war nicht das Handbuch ausschlaggebend, sondern meine Beziehung zur Heimat - beginnend mit einer Heimatsammlung Altensteig . Danach (wenn man etwas mehr als im Altensteiger Wald herumwandern will) braucht es natuerlich gute Literatur.

    Von daher sollte das selbsterklaerend sein.

    Mit liebsten Gruessen aus Beirut,

    Bruno

  • Ich möchte mich nicht all zu sehr in eure innerdeutsche Preisdiskussion einmischen, gebe aber zu bedenken, dass der Preis für einen Beleg von vielen Kriterien (Qualität, Seltenheit von Stempeln, Frankatur, Postdienstleistung, Inland- oder Auslanddestination, Bedeutung des Sammelgebietes etc. ) abhängt und damit es auch Preisbereiche gibt und es oftmals auch schwierig ist den „richtigen“ Preis zu bestimmen.


    Sammlergruss


    Martin

  • Hallo,


    die von Valesia genannten Faktoren kann man mit der richtigen Marktkenntnis miteinberechnen.


    Etwas mit Euro 10.000 zu starten und mit Euro 20.000 zu versteigern, was aber locker unter entsprechender Marktkenntnis 40.000 wert ist, ist kein Kunststück.


    Etwas mit 40.000 auszurufen und zu versteigern, bei dem die meisten Kenner im Vorfeld des Zuschlags über den Ausrufpreis stöhnen, trifft dann die Marktlage.


    Eine Seltenheit bleibt eine Seltenheit und findet sich zu einem bestimmten Preis kein Abnehmer, dann kann man eine solche später immer noch verschenken.


    Beste Grüße

    Markus

  • Bei allem Respekt: Wir drehen uns im Kreis. Eigentlich ist alles gesagt, einiges schon öfter als von jedem, um Mark Twain zu interpretieren. Aber die Diskussion wird immer durch ein "ja aber" erneut befeuert. Der Erkenntnisgewinn ist dadurch bescheiden.

  • Dem kann ich nur beipflichten. Offenbar ist für einige Sammler der Wert der Stücke der wichtigste Aspekt des Sammelns. Schade um die Vielfältigkeit unseres Hobbys.

    weite Welle

  • Selbstverständlich kann man eine sehr vielseitige, abwechslungsreiche Sammlung, sogar mit rotem Faden aufbauen, die aus lauter schönen, qualitativ erlesenen und kostengünstigen Präziosen besteht. In Wahrheit interessiert das aber kaum jemanden und Großgold ist bei einem Ausstellungswettbewerb auch nicht zu erwarten.