Oldenburg Nrn. 2 I bis 2 IV - Meine Recherchen und Überlegungen zu den Druckplatten der 1/30 Thaler-Marke - Teil 1 - Druckplatten 1 und 2

  • In diesem Beitrag erläutere ich nicht die Unterschiede der Marken Oldenburg Nr. I bis IV. Diese Kenntnisse setze ich voraus.


    Ich knüpfe mit diesem Beitrag an meinen ersten Beitrag „Oldenburg Nr. 2 II - 1/30 Thaler - Die erste Briefmarke Oldenburgs / Seltenheit und die 2 unterschiedlichen Farben dieser Marke“ an.



    Mich interessierte, wie die Druckplatten aussahen, auf denen die Marken Oldenburg in den Typen I bis IV gedruckt wurden.

    Und ob und inwieweit man vielleicht im Nachhinein recherchieren kann, wie die Platten aussahen, welche Mischformen es von den Typen I bis IV auf den jeweiligen Druckplatten gibt.



    Ich habe dafür zunächst die Untersuchung von Paul Orth zugrunde gelegt, die er im Krötsch, S. 19 veröffentlicht (BILD 1) hat.


    Paul Orth hatte im Jahr 1895 insgesamt 3.122 Belege der Oldenburg Nr. 2 untersucht, welche Typen der Nr. 2 und in welcher Anzahl zu den verschiedenen Zeiten zwischen 1852 und 1859 verwendet wurden.


    Druckplatte 1

    In meinem ersten Beitrag zur Oldenburg Nr. 2 II bin ich zu dem vorläufigen Ergebnis gekommen, dass die Type Oldenburg Nr. 2 II als Type nur allein im Druckbogen vorkommt und dass es hier sehr wahrscheinlich keine Mischform mit anderen Typen gibt. Mir ist jedenfalls kein einziger Beleg bekannt geworden, dass es Paare oder Einheiten mit anderen Typen der Nr. 2 gibt. Die Marke Oldenburg Nr. 2 II wurde nach der Untersuchung von Orth (er bezeichnet diese Type II als „Untertype IA“) nahezu ausschließlich in den Jahren 1852 und 1853 verwendet. Hieraus ergibt sich, dass die Marke Oldenburg Nr. 2 II ab Jan. 1852 auf dem helleren Blau der Papierlieferung A gedruckt wurde und später auf dem Dunkelblau der Papierlieferung B. Nach meinen Feststellungen ist der Anteil der Marken Nr. 2 II auf dem (helleren) Blau deutlich kleiner als bei der Dunkelblauen der Papierlieferung B. Dies zur Oldenburg Nr. 2 II.



    Druckplatte 2

    Die zweite Marke, die ich hier untersuche, ist die Oldenburg Nr. 2 IV.

    Ähnlich wie die Oldenburg Nr. 2 II ist diese Marke auch bereits sehr früh erschienen. Mir liegen eine ganze Anzahl von Briefen mit der Oldenburg Nr. 2 IV vor, die bereits in den Jahren 1852 und 1853 verwendet wurden. Zusätzlich besitze ich Marken der Type IV mit roten Stempeln, die nachweislich nur im Jahr 1852 vorzufinden sind und auch eine ganze Anzahl weiterer Marken der Type IV, die eine schwarze Stempelfarbe ausweisen, welche nur bis August 1853 verwendet wurde (ab spätestens 09/1853 wurde in blauer Farbe abgestempelt).


    Leider ist es so, dass Paul Orth die Oldenburg Nr. 2 Type IV „äußere rechte Schlaufe neben Wertziffer „1“ schraffiert“ zum damaligen Zeitpunkt im Jahr 1895 (=Herausgabejahr des Krötsch) noch gar nicht kannte. In seiner damaligen Typen-Untersuchung der 3.122 Belege (s.o. BILD 1) war diese Marke für ihn die „Haupttype I“. Tatsächlich ist es so, dass sich diese „Haupttype I“ von Orth in die Typen Oldenburg Nr. 2 I und Oldenburg Nr. 2 IV aufsplittet.


    Paul Orth hat (siehe BILD 1, Krötsch S. 19 und BILD 2, Krötsch, S. 17) bis zum Jahr 1853 insgesamt 262 Marken der Haupttype I (Siehe Krötsch, S. 19: 1852 = 54 Stück, 1853 = 104 Stück, außerdem bis August 1853= 104 Stück) festgestellt.


    Nach meinen eigenen Feststellungen und Recherchen entfällt der ganz überwiegende Hauptteil dieser Marken auf die (später festgestellte) Oldenburg Nr. 2 Type IV. Von dieser Oldenburg Type IV habe ich vielfach Paare auf Brief und auch einmal sogar einen Dreierstreifen auf Brief gesehen. Zwei Marken der Nr. 2 IV auf Brief aus meiner Sammlung (BILD 3) und ein Bild des Dreierstreifens auf Brief füge ich als Anlage (BILD 4) bei. Man muss hier nicht davon ausgehen und den Schluss ziehen, dass alle gebrauchten Oldenburg Nr. 2 IV Abstempelungen grundsätzlich eine schwarze und oder rote Stempelfarbe ausweisen. Dies nur zur Klarstellung. Das ist zwar weit überwiegend der Fall, aber es gibt auch blaue Abstempelungen der Nr. 2 IV, die nachdem Zeitpunkt August 1853 (bis August = schwarze Stempelfarbe) vorgenommen wurden. In einer weiteren Abbildung (BILD 5) zeige ich einen undatierten Brief mit dem blauen Langstempel von Falkenburg auf einer Oldenburg Nr. 2 IV (aus meiner Sammlung). Auch hatte die Poststation Jever z. B. bereits im Jahr 1852 eine blaue Stempelfarbe (s. Orth, Die Poststempel von Oldenburg, 1911, S. 240).


    Insgesamt kann man schätzen, dass die Type Oldenburg Nr. 2 IV ungefähr genauso selten vorkommt wie die oben benannte Type Oldenburg 2 II. Die Oldenburg Type II wurde von Orth auf ca. 8,8% der gesamten Oldenburg Nr. 2 geschätzt. Die Oldenburg Nr. 2 IV ist möglicherweise ganz gering seltener als die Nr. 2 II.


    Die Oldenburg Nr. 2 IV wurde genau wie die Oldenburg Nr. 2 II wahrscheinlich nur bis zum Jahr 1853 gedruckt. Verwendungen der Oldenburg Nr. 2 IV im Jahr 1854 sind bereits selten. Ich habe zwar schon Stücke gesehen, gehe aber davon aus, dass die Marken Oldenburg Nr. 2 IV noch im Jahr 1853 hergestellt wurden. Dies begründe ich mit der vorgefundenen dunkelblauen Papierfarbe der Oldenburg Nr. 2 IV, denn die Papierfarbe wechselte im Jahr 1854 von einem „Dunkelblau“ in ein „Blau“ (= Papierlieferung C 1854)


    Auch bei der Oldenburg Nr. 2 IV findet man die Marken nach meiner Beobachtung daher nur in dem (helleren) Blau der Papierlieferung A und dem Dunkelblau der Papierlieferung B, wobei das hellere Blau der A-Lieferung nach meiner Beobachtung schon sehr selten ist und die Dunkelblaue Variante ganz deutlich überwiegt.


    Nun komme ich zu der ersten Besonderheit, die ich festgestellt habe.


    In einem geringen Umfang, den ich momentan in der Größenordnung noch nicht einschätzen kann, gibt es in den Jahren 1852 und 1853 bereits Marken der Type Oldenburg 2 I. Ich besitze einen undatierten Brief aus Delmenhorst mit Datum 27/6 (BILD 6) und eine einzelne Marke aus Varel (Ra2) mit dem Datum 13/3 (BILD 7). Beide Stücke haben in der Abstempelung schwarze Stempelfarbe und wurden daher vor August 1853 verwendet (s.o.). Die Farbe dieser beiden Stücke ist DUNKELBLAU und daher augenscheinlich Papierlieferung B.


    Aus diesem (m.E. seltenen) Vorkommen dieser beiden Stücke Oldenburg Nr. 2 I schließe ich, dass EINE DER BEIDEN DRUCKPLATTEN, die in den Jahren 1852 und 1853 zum Druck der Marken Oldenburg Nr. 2 IV und Oldenburg 2 II verwendet wurden, zumindest in einem geringen Umfang eine Mischform mit einer Type Oldenburg Nr. 2 I enthielt. Aufgrund des nur seltenen damaligen Vorkommens der Oldenburg Nr. 2 I gehe ich davon aus, dass nur eine oder sehr wenige Positionen in der Druckplatte auf diese Type entfielen. Es ist natürlich nur eine Vermutung, dass dies die Druckplatte der Oldenburg Nr. 2 IV betrifft, denn ich habe bisher weder ein Mischpaar einer Oldenburg Nr. 2 IV mit einer Oldenburg 2 I gesehen noch davon gehört. Genauso gut könnte ein Mischpaar mit einer Oldenburg Nr. 2 II vorliegen, welches ich ebenfalls bisher nicht kenne. Was allerdings für meine Vermutung in Richtung der Platte Oldenburg 2 IV spricht, ist der nur geringe Unterschied der Oldenburg Type 2 I zur Type 2 IV. Die Type IV ist ja letztlich eine Type I mit der Besonderheit, dass die „äußere rechte Schlaufe neben Wertziffer „1“ schraffiert“ ist.


    Ich gehe daher davon aus, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass die 2. Druckplatte der Oldenburg Nr. 2 IV in einem ganz geringen Umfang in Mischform mit einer oder wenigen Marken der Oldenburg Nr. 2 I bestand. Denn die Herkunft der damals vor August 1853 verwendeten Oldenburg Nr. 2 I wäre sonst nicht erklärbar.




    BILD 1 Untersuchung von Paul Orth, Tabelle, Krötsch, 1895, S. 19


    BILD 2 Gegenüberstellung der Unterart IA (Oldenburg Nr. 2 II) und der Hauptart I (im Jahr 1852/ 1853 weit überwiegend Oldenburg Nr. 2 IV) im Krötsch, S. 17


    BILD 3 Brief mit 2 x Oldenburg Nr. 2 IV vom 10. Februar 1853 mit schwarzem L1 Hooksiel (aus meiner Sammlung)


    BILD 4 Brief Oldenburg Nr. 2 IV im Dreierstreifen aus Jever vom 14. März 1853 (160. Auktion Dr. Wilhelm Derichs vom 13.03.2021, Los.-Nr. 813)


    BILD 5 Brief Oldenburg Nr. 2 IV mit blauem L1 Falkenburg (aus meiner Sammlung)


    BILD 6 Brief Oldenburg Nr. 2 I mit schwarzem Hammerstempel 27/6 von Delmenhorst (aus meiner Sammlung)


    BILD 7 Oldenburg Nr. 2 I mit schwarzem Ra2 Varel 15/3 (aus meiner Sammlung)



  • Ich ergänze das jetzt einmal mit Bildern, die ich bereits auf stampsx zur Erklärung verwendet habe.

    Die Typen I-IV sind gut zu unterscheiden, wenn die Bildauflösung passt.


    Es gibt allerdings ein Kennzeichen der 2I, welches nicht so bekannt ist, was ich anbei zeige.

    Das schlechte Bild einer 2I war ein Vergleichsstück aus einem eBay-Angebot, wo natürlich Type IV unterstellt wurde.

    Sollte einmal das Merkmal Strich im Ornament zu sehen sein, die Schlaufe aber durch einen Stempel verdeckt werden,

    so kann man dennoch bei Vorhandensein des Strichs sicher 2I unterstellen!

    Denn die Type 2IV hat diesen Strich nicht.

  • Hallo Ludger,

    die Frage die sich mir stellt:

    Hast Du eine oder mehrere Oldenburg Nr. 2 I in Deiner Sammlung, welche nachweislich im Jahr 1852 oder im Jahr 1853 verwendet wurden?


    (Die Zeit ab 1854 interessiert mich nicht, weil die Oldenburg 2 I dann aus der Druckplatte 3 stammt.)


    Ich habe bei mir nur diese 2 Stücke aus dieser 1. Zeit der Oldenburg 2 I (bis 1853) in meiner Sammlung gefunden. - siehe BILDER 6 und 7 -


    Oder besitzt Du ein Paar einer Oldenburg Nr. 2 I ?


    Viele Grüße

    Bernd

  • Paare habe ich "nur" von 2II, 2IV und 2III. Ein Paar 2I habe ich nicht.


    Da ich bislang keine Unterscheidung nach Papiersorten vorgenommen habe, blieben vakante Stücke lose und auf Briefstück.

    Meine Belege 2I sind - soweit diese Inhalt haben - aus der Zeit ab 1854.


    Einzig dieses Briefstück 2I könnte 1853 sein, da es recht groß ist und rückseitig wohl das Datum 1853 trägt.


    Eine weitere Info kommt per privater Nachricht später hierzu

  • Es gibt übrigens eine Besonderheit hier bei dieser 2I.

    Weiter oben habe ich das Kriterium Strich im Ornament bei 2I eingeführt,

    mit dem man sicher eine 2I von einer 2IV unterscheiden kann, sollte die Schlaufe durch einen Stempel verdeckt sein.


    Hier allerdings fehlt dieser Strich auf 2I !!!


    Das bedeutet, es ist eine Mischtype aus 2I und 2IV !


    Mit anderen Worten: Das Kriterium Strich im Ornament gibt es auf 2I nicht immer,

    aber WENN es da ist, ist es auch 2I und nicht 2IV.

  • Ich habe gerade einmal die Marken der Ausgabe 2 bei mir bezüglich dieses Strichs untersucht.

    2III scheidet sowieso ganz aus und spielt bei dieser Betrachtung keine Rolle.


    Vorkommen auf

    2II = 0

    2IV = 0

    2I = 49 Marken, Briefstücke bzw. Belege, davon 4 ohne Strich und 45 mit diesem.


    Leider habe ich früher einen Epson V30 eingesetzt, dessen Bilder geringfügig dunkler ausfallen als auf meinem V500.

    Daher kann ich leider noch nicht sagen, ob das eventuell mit der früheren Papierausgabe korrespondiert.

    Möglicherweise fehlt der Strich bei den Frühdrucken der 2I.


    Die drei weiteren 2I ohne Strich lade ich mit diesem Beitrag hoch. (der andere weiter oben mit L1 Eckwarden)


    Nicht, dass wir jetzt auch noch herausfinden, dass es eine Type 2 V gibt. ^^

  • Lieber Ludger,

    ich möchte noch ergänzend erläutern, wofür meine Recherche gut ist und verwendet werden kann.

    Wie macht man sich meine Recherche der einzelnen Platten zunutze?


    Normalerweise gehen die Sammler nur von der Auflistung im Michel-Katalog aus. Hier werden lediglich die verschiedenen Typen 2 I bis 2 IV angegeben.

    Und auch ein Zeitpunkt, zu dem nach Ansicht der Michel-Autoren die einzelnen Typen I bis IV erstmals gesehen wurden.

    Es ist natürlich sinnvoll und unabdingbar, im allerersten Schritt den Typ der Marke Oldenburg zu bestimmen. Ist die vorliegende Marke eine Nr. 2 I, Nr. 2 II, 2 III oder 2 IV? Das muss man natürlich als erstes wissen.


    Meine kleine Aufstellung der einzelen Platten und der darauf bestehenden Typen und deren Verwendungszeiten ermöglicht eine weitere Prüfung und Bestimmung.


    Wenn ich z.B. eine Oldenburg Nr. 2 IV festgestellt habe, wurde diese nur in den Jahren 1852 und 1853 gedruckt. Es gibt diese Marke dann nur in 2 Farben: Entweder in dem etwas (helleren) BLAU der Papierlieferung A, die nur bis ca. April/ Mai 1852 auf Briefen zu finden ist, oder die Papierlieferung B in DUNKELBLAU. Dies ist die Druckplatte 2.

    Genauso die Oldenburg Nr. 2 II. Druckplatte 1. Hier finden man in den gleichen Zeiträumen die gleichen Markenfarben wie bei der Druckplatte 2, d.h. bis ca. April/ Mai 1852 das etwas hellere BLAU und danach bis Ende 1853 das DUNKELBLAU.


    Nun kommen wir mal zu der Bestimmung Deiner Nr. 2 I mit dem blauem Eckwarden-L1, wo Du nun nicht weißt, ist diese Marke über die Druckplatte 2 entstanden und damit eine Seltenheit 1. Ranges, oder über die Druckplatte 3 (und damit häufig zu finden). Bisher hast Du nur dieses Nr. 2 I umgedreht und entdeckt, dass jemand auf die Rückseite die Jahreszahl 1853 geschrieben hat. So Deine Darstellung.


    Wie geht man weiter vor? Die Stempel- und Stempelfarbenbestimmung kennst Du.

    Bei Eckwarden weiß man nun nicht genau, ab wann die blaue Stempelfarbe ganz genau verwendet wurde. Orth, Die Poststempel von Oldenburg, 1911, hat hier wenige frühe Briefe gesehen und daher nur wenig ermitteln können, Auf S. 238 hat er schwarze Stempelfarbe bei Eckwarden bis zum 15. Januar 1852 festgestellt und blaue Stempelfarbe ab 6. Februar 1854. Ich würde hier aber gleichwohl davon ausgehen, dass Eckwarden wie fast alle anderen Poststationen im August 1853 von schwarzer auf blaue Stempelfarbe umgestellt hat. Daher kann die Abstempelung mit dem blauen L1 Eckwarden hier nach meiner Meinung allenfalls ab ca. September 1853 erfolgt sein.


    Auch die Verwendung des L1 ECKWARDEN hilft nicht weiter. Nach Orth, a.a.O., S. 236 wurde dieser L1 bis zum Jahr 1856 verwendet. Danach wäre also auch hier sowohl die Druckplatte 2 als auch die Druckplatte 3 möglich.


    Nun kommen wir zu meiner Aufstellung.

    Ich halte es für wenig wahrscheinlich, dass Deine Marke mit dem blauen L1 Eckwarden in der Anfangszeit um 1852 abgestempelt wurde, da zu dieser Zeit schwarze Stempelfarbe verwendet wurde.

    Wenn man feststellen will, ob diese Marke mit der Druckplatte 2 gedruckt wurde, muss man die Markenfarbe bestimmen. Bei der Druckplatte 2 müsste die Markenfarbe DUNKELBLAU sein. Denn zum Druckzeitpunkt im Jahr 1853 war die Markenfarbe immer Papierlieferung B, also DUNKELBLAU.


    Und diese dunkelblaue Markenfarbe der Papierlieferung B hast Du garantiert in Deiner Sammlung. Denn Du schreibst selbst, dass Du Paare der Nr. 2 II und Nr. 2 IV in Deiner Sammlung hast. Diese Marken haben ganz überwiegend die DUNKELBLAUE Markenfarbe der Papierlieferung B. Das musst Du nur in der Farbe dieser Marken mit Deiner Oldenburg Nr. 2 I vergleichen. Fällt die Markenfarbe der Nr. 2 I heller aus, ist die Marke der Druckplatte 3 zuzuordnen.

    Hier kann man auch die "Gegenprobe" mit Farben von anderen Marken der Oldenburg 2 I oder 2 III machen, die sich auf Briefen von 1854 bis Mitte 1855 befinden. Denn diese sind alle Papierlieferung C und "nur" BLAU.


    Viele Grüße

    Bernd

  • Mit meiner kleinen Aufstellung habe ich folgende Theorie deutlich gemacht:


    1.) Es gibt eine Oldenburg Nr. 2 I, die nur sehr selten zu finden ist (Druckplatte 2) und die auch farblich von den anderen Oldenburg Nr. 2 I (Druckplatte 3) unterscheidbar ist. In den meisten Fällen ist diese sehr seltene Oldenburg Nr. 2 I auch (relativ einfach) an der schwarzen Stempelfarbe des Poststempels erkennbar.


    2.) Gestempelte Paare der Oldenburg Nr. 2 I sind eine grosse Seltenheit. Ob es überhaupt 3er-Streifen oder 4er-Blöcke dieser Marke gibt, wie dies vom Michel-Spezial-Katalog ausgewiesen wird, halte ich für sehr fraglich. Wahrscheinlich gibt es diese Einheiten gar nicht. Ich habe diese jedenfalls noch nie gesehen. Diese Paare der Nr. 2 I stammen nur und ausschließlich aus der Druckplatte 3 mit der MISCHFORM der Nrn. 2 I und 2 III und kommen hier wahrscheinlich nur sehr eingeschränkt vor.


    3.) Marken mit der Farbe (grünlich) GRAUBLAU der Papierlieferung E gab es nach der Tabelle im Orth-Krötsch, S. 27 erst ab dem September 1858. Zu diesem Zeitpunkt wurden m.E. nur noch Oldenburg Nr. 2 III gedruckt (Druckplatte 4). Es gibt in dieser GRAUBLAUEN Papierfarbe wahrscheinlich keine einzige Marke der Type Oldenburg 2 I.

  • Ich stelle hier mal zweimal die DUNKELBLAUE Farbe der Papierlieferung B ein. Beide Marken auf den Briefen haben die gleiche dunkelblaue Farbe.


    Der obere Brief ist eine sehr seltene Oldenburg Nr. 2 I, der aus der Druckplatte 2 stammt (mit der überwiegend die Oldenburg Nr. 2 IV gedruckt wurde).

    Der untere Brief ist eine Oldenburg Nr. 2 II aus der Druckplatte 1.


    Ich verweise auf meine Ausführungen.


    Der Michel-Spezial-Katalog gibt hierzu keine Ausführungen. Unterschiede nach verschiedenen Druckplatten sind hier nicht aufgeführt.

    Dieser Katalog bewertet "standardmäßig" den unteren Brief der Oldenburg Nr. 2 II deutlich höher als den wirklich extrem seltenen (oberen) Brief der Oldenburg Nr. 2 I.

  • Nun kommen wir zu meiner Aufstellung.

    Ich halte es für wenig wahrscheinlich, dass Deine Marke mit dem blauen L1 Eckwarden in der Anfangszeit um 1852 abgestempelt wurde, da zu dieser Zeit schwarze Stempelfarbe verwendet wurde.

    Hallo Bernd,


    habe ich nie behauptet, dass der Brief von 1852 gewesen wäre. Die Frage von dir ging auf 1852/53 und das Briefstück hat rückseitig 1853 vermerkt. Natürlich bin ich mir über die Verwendung verschiedener Stempelfarben im klaren.


    Unabhängig von den Papierfarben bleibt es ungelöst, was es mit dem Merkmal Strich wie oben geschildert auf sich hat.

    Wenn ich mich an Diskussionen auf stampsx zur Type IV erinnere, gab es Meinungen, dass die Schraffur in der rechten Schlaufe nur ein Feldmerkmal sei.

    Das ist natürlich Blödsinn. Sicherlich ist die Differenz im Gesamtmarkenbild in bezug auf 2I klein, aber das Merkmal zieht sich über einen Bogen, nicht über ein Feld.

    Auch der Strich ist kein "großes" Merkmal, für ein Feldmerkmal halte ich es aufgrund der Häufigkeit zumindest nicht.


    Viele Grüsse von Ludger

    Einmal editiert, zuletzt von mbehrends ()

  • Hallo Bernd,


    habe ich nie behauptet, dass der Brief von 1852 gewesen wäre. Die Frage von dir ging auf 1852/53 und das Briefstück hat rückseitig 1853 vermerkt. Natürlich bin ich mir über die Verwendung verschiedener Stempelfarben im klaren.

    Hallo Ludger,

    natürlich weiß ich, dass Du Stempelfarben und Stempel prüfen kannst. Das steht doch völlig außer Frage.


    Ich habe dies hier nur deshalb eingestellt, damit auch Andere, die dies hier mitlesen, nachvollziehen können, in welcher Reihenfolge und wie ich in einem solchen Fall prüfe.


    Und was meine „angebliche Oldenburg Nr. 2 I“ in der Druckplatte 2 angeht, kenne ich bisher nur die 2 Exemplare aus meiner Sammlung, die ich abgebildet habe. Wenn es hier nur ein einziges Stück geben würde, hätte ich dies wahrscheinlich gar nicht erwähnt. Dann würde ich es als „Druckzufälligkeit“ bzw. „Druckausfall“ ansehen, die beim Steindruck öfter vorkommt und die in diesem Fall nur zufällig wie eine Nr. 2 I aussieht. Da ich aber 2x exakt die gleiche „Druckzufälligkeit“ in der Sammlung habe, ist es wahrscheinlich ein Plattenfehler auf dem Druckbogen der Nr. 2 IV (Druckplatte 2) der genauso aussieht wie eine Nr. 2 I.


    Eine Meinung bei Stampx, dass die Nr. 2 IV nur ein „Feldmerkmal“ sei, teile ich nicht. Denn die Nr. 2 IV kommt nur in der Anfangszeit vor. Die allerletzten Briefe einer Nr. 2 IV findet man zeitlich spätestens in der ersten Jahreshälfte 1854. Und diese Marken haben dann alle die dunkelblaue Farbe der Papierlieferung B von 1853.

  • Den Geschichte mit dem „Strich im Ornament“ der Nr. 2 I finde ich sehr interessant. Kannte ich bisher noch nicht.


    Mein Vorschlag hier von mir: Mach doch bitte mal ein neues Thema in dieser Sache auf. Und stelle mal mindestens 2 Marken im Bild nebeneinander, einmal mit diesem Merkmal und einmal ohne. Und kennzeichne bitte in Farbe, um welchen Strich es hier geht.

    Denn bisher weiß ich wirklich nicht, was ich hier vergleichen muss, um dies nachzuvollziehen.

  • @Ludger,

    möglicherweise ist die „angebliche Nr. 2 I“ auf der Druckplatte der 2 IV (Druckplatte 2) gar keine Nr. 2 I, sondern nur ein Plattenfehler der Nr. 2 IV.

    Dies wäre dann der Fall, wenn dieser „Strich im Ornament“ immer auch Bildbestandteil einer Nr. 2 I ist und dieser hier fehlt.

  • Ich habe nunmehr das Buch von Herrn Florian Berger, Oldenburg Philatelie 1852 - 1867, Ausgabejahr 2022 vorliegen.


    Herr Berger bezeichnet die Michel Nr. 2 II als "Erste Auflage", die im Januar 1852 erschienen ist.


    Die Michel Nr. 2 IV sieht Herr Berger als Retusche der Nr. 2 II. Hier wurde nur die Ausbuchtung unter dem "H" verlängert. Soweit stimme ich mit ihm überein. Zitat Berger, S. 19: "Diese Type taucht schon relativ früh auf und zwar im Februar 1852. So ist es möglich, dass einzelne Klischees der ersten Auflage schon diese Retusche enthalten haben."


    Die Nr. 2 IV gab es bereits im Januar 1852. Orth hat die Hauptart I (dies ist die Nr. 2 IV) schon im Januar 1852 (Krötsch, S. 17), Berger hat aus eigener Beobachtung diese Marke wohl erst ab Februar 1852 gesehen.


    Die Theorie von Berger, dass "einzelne Klischees der ersten Auflage schon diese Retusche enthalten haben (= Nr. 2 IV)" teile ich nicht. Es geht hier nicht nur um "einzelne Klischees", sondern die Type Nr. 2 IV hatte im Jahr 1852 schon einen deutlichen Anteil. Orth hat in seiner Untersuchung (Krötsch, Tabelle, S. 19) im Jahr 1852 67,7% der Type Nr. 2 II und 32,3% der Type 2 IV festgestellt.


    Ich gehe daher davon aus, dass sehr wahrscheinlich schon im Jahr 1852 zwei Druckplatten gab, eine mit einer Michel Nr. 2 II und eine mit einer Retusche, der Nr. 2 IV. Diese Annahme wird durch unterschiedliche Aufkommen der beiden Markentypen gestützt, die Ohrt im Jahr 1853 festgestellt hat. Hier hat Ohrt nämlich in seiner Untersuchung ermittelt (Krötsch, S. 19), dass nur 7,3% im Jahr 1853 auf die Nr. 2 II entfielen und auf die Nr. 2 IV 92,7%. Wären diese Marken auf einer Druckplatte gedruckt worden , wäre dieses Ergebnis kaum möglich. Auch der von Orth ermittelte Anteil der Nr. 2 II von 8,8% an allen Nr. 2 (Krötsch, S. 19) stützt meine Theorie, dass es eine 1. Druckplatte gab, auf der nur die Nr. 2 II vorkam.


    Die Druckplatte 1 (Nr. 2 II) wurde fast ausschließlich nur im Jahr 1852 verwendet. Diese Marke kommt lt. Untersuchung von Ohrt (Krötsch, S. 17) nur bis April 1853 vor. Im geringen Umfang hatte man im Jahr 1852 wohl die Druckplatte 2 (Nr. 2 IV) zum Druck benutzt. Dass sich einzelne Klischees der Nr. 2 IV auf der Druckplatte 1 befanden (so wohl die die Annahme von Berger) ist nicht nachgewiesen. Ich habe jedenfalls noch nie ein Paar einer Nr. 2 II mit einer 2 IV gesehen.


    Was ich allerdings gesehen habe (und sich in meiner Sammlung befindet), sind 2 Marken einer Michel Nr. 2 I, die mit schwarzem Stempeln (Varel, Delmenhorst) abgestempelt wurden. Den Brief von Delmenhorst und eine Marke mit Ra2 Varel habe ich hier bereits abgebildet. Die Nr. 2 I muss daher zumindest als einzelnes Klischee auf eine der ersten beiden Druckplatten enthalten sein, da schwarze Poststempel nur bis 1853 verwendet wurden. Ich tippe hier auf die Druckplatte 2.

    Beide beschriebenen Marken haben alle Kennzeichen der Nr. 2 I: Ausbuchtung berührt das H, Zierstrich fehlt, Schleife nicht ausgefüllt und Zwei Bogen, statt Schraffur (siehe Berger, S. 19, unterste Bildreihe = Kennzeichen der Nr. 2 I).