Postorte zum 01.07.1867

  • Hallo zusammen,


    bei der Erstellung einer Excel Tabelle der zum 01.07.1867 in Gulden/Kreuzer Währung rechneten Postorte kommen einige vor, die ich anhand meiner Literatur nicht zuordnen kann.

    Quelle:

    Beilage zu Nr. 31 des Amtsblatts des K. Post=Departements vom 22. Juni 1867. Anl. A. Verzeichnis der in der Süddeutschen Gulden-Währung rechnenden Post-Anstalten des Preußischen Postgebiets.


    Wäre es möglich wenn jemand einmal nachschauen könnte welchen Status die in der Tabelle zuletzt genannten Orte zum 01.07.1867 hatten.

    Vielen Dank im voraus

    Harald

  • Hallo Harald,


    bei so etwas hilft häufig der HASS:


    Assmannshausen * 1868 PE II

    Burgjoss * 1851 PE, 1867 PE II, 1871 PE, + 1872

    Caulsdorf (Kaulsdorf) Sachsen-Meiningen * 1862 PE, 1866 PE II, + 1871

    Empfingen * 1867 PE II, 1871 PE, 1871 Ag

    Erbach Rheingau * 1867 PE II, 1871 PE, 1876 PA III


    Rest folgt


    Dieter

    Einmal editiert, zuletzt von Klesammler ()

  • nur kurz: WEYERS, HILDERS, SCHMALNAU, THANN A D RHÖN, GERSFELD, WÜSTENSACHSEN sind erst nach dem für Bayern (wieder mal auf der falschen Seite gekämpft, die Jungs) übel gelaufenen Krieg an Preußen gegangen, dort dann im Groschengebiet. Bei den Stempeln selbst kann ich nur auf Brustschilden weiterhelfen. Alle Orte sind in der Rhön Nähe Fulda.

  • Hallo Harald,

    es ist bekannt, daß auch im Hass etliche Fehler enthalten sind. Laut Datenbank auf stampsx ist Assmannshausen ein neuer NDP-Postort * 16.1.1868. Aber fernab meiner Literatur kann ich das nicht überprüfen.

    Gruß

    Dieter

  • Das stimmt nicht ganz. Wenn diese Orte zu Preußen kamen (Anfang 1867) gab es in Preußen keine Kreuzermarken. Es wurden daher bis zum 30. Juni 1867 die Silbergroschenmarken verwendet, aber alle Abrechnungen erfolgten in Guldenwährung. Als am 1. Juli 1867 die preußische Post die Thurn und Taxissche Post gegen eine Entschädigungszahlung von 3 Millionen Talern übernahm, führte sie für das Gulden-Währungsgebiet der seitherigen Thurn und Taxisschen Postverwaltung und die ehemaligen bayerischen Gebiete Freimarken mit der Wertangabe in Kreuzern ein, die ein halbes Jahr vom 1. Juli 1867 bis 31. Dezember 1867 gültig waren. Im Norddeutschen Bund ab 1.1.1868 und dann in der Deutschen Reichspost gehörten die früheren bayerischen Orte dann zum Thaler - Währungsgebiet. Also, noch im ganzen Jahr 1867 gehörten die ehemaligen bayerischen Postorte noch zum Gulden - Währungsgebiet (Quellen: Peter Jacob: Rhöner Post in alter Zeit).


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Das glaube ich nicht - die wurden recht schnell mit neuen Stempeln beliefert und die bayer. Halbkreisstempel ausgesondert. Rhönstempel Bayerns auf Preussenmarken kenne ich nicht.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Orb und Burgjoss wurden am 8. Januar 1867 an Preußen übergeben. Der ganze Bezirk Gersfeld am 14. Januar 1867 und Kaulsdorf am 24. Januar 1867. Ich kenne keine preußische Briefmarke ab diesen Zeitpunkten mit einen ehemaligen bayerischen Stempel von diesen Postorten. Preußen hatte ja einen langen Vorlauf und konnte Taggenau Stempel einführen. Auch die Übergabe erfolgte genau an diesen angegebenen Tagen. Bayerische Postaufgabescheine habe ich aus dieser Zeit noch nicht gesehen, jedoch bayerische Zeitungsscheine bis in den April 1867. Daher könnte es sicherlich auch bayerische Postaufgabescheine noch aus dieser Zeit geben.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Auch wenn ich es nicht weiß, denke ich, dass alles inventarisierten Gegenstände der bayer. Postverwaltung gehörten - vom Posthausschild, über die Poststempel, die Innendienststempel, die zahlbaren Vordrucke (Postscheine usw.), die bayer. Marken dort, die Waagen für Brief- und Fahrpost, die Emballagen, die Kutschen etc. etc. etc..

    Diese waren bei Schließung einer Postexpedition an das vorgesetzte Oberpostamt zu retournieren, damit sie auf Vollzähligkeit geprüft und aus den Inventarlisten ausgetragen werden konnten. Fehlte etwas, hatte das der Postexpeditor der Postverwaltung zu ersetzen, weil es unter seiner Obhut abhanden kam.


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass man nach Übergabe der Amtsgeschäfte einfach weiter machte. Ob das Personal, vereidigt auf den bayer. König, aus dem Eid auf die Majestät entlassen wurde, weiß ich nicht. Es wäre zuerst einmal zu prüfen, welche Personen damals im Amt und Würden waren (Postexpeditoren waren ja Subunternehmer) und ob sie ab einem gewissen Zeitpunkt aus dem Dienst entlassen wurden, oder, nach Enteidung, auf ihren neuen Herrn vereidigt wurden.


    Da einem Postexpeditor damals nichts in den Diensträumen einer PE gehörte, wäre auch im Falle einer Enteidung und der darauf folgenden Vereidigung auf seinen neuen Dienstherrn eine Mitnahme von dienstlichem Gerät (Stempel usw.) m. M. n. nicht möglich gewesen.


    Es mag daher durchaus sein, dass für eine kurze Zeit die bayer. Utensilien schon weggeschickt worden waren, während es noch keine neuen Utensilien für den Dienstgebrauch gab, weil deren Lieferung noch hakte. Aber das wird max. ein paar Tage gedauert haben können und das Postaufkommen dort war so gering, dass es fraglich sein wird, dies jemals zu verifizieren. Aber das soll deinen Aktivitäten keinen Abbruch tun - ich finde alles sehr interessant, was du da voran bringst und wünsche dir bei diesem Unterfangen alles Glück der Erde. :thumbup::thumbup::thumbup:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • ... das kann man glaube ich nicht ganz vergleichen ... aber schön, wenn es so geräuschlos ablief.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Im Buch von Peter Jacob "Rhöner Post in alter Zeit" ist auf Seite 57 ein Brief aus Gersfeld nach Treysa vom 28. Januar 1867 abgebildet mit dem neuen Preußenstempel und einer 1 Silbergroschenmarke, denn es gab bis zum 30. Juni 1867 keine Kreuzermarken in den ehemaligen bayerischen Postorten. Sie mußten z.B. statt einer 3 Kreuzermarke eine 1 Silbergroschenmarke bis 30. Juni 1867 verwenden. Erst ab 1.7.1867 gab es Kreuzermarken in Preußen.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • ...das ist natürlich auch richtig, dass Kreuzermarken erst ab 1.07.1867 verwendet werden konnten.


    Ich mag die Kreuzermarken so sehr und vergesse dann immer alles andere drumherum.


    In Assmanshausen konnten, wie bereits aufgeführt, natürlich keine Kreuzermarken verwendet werden, da zur Preussenzeit noch nicht eröffnet.


    Nachstehend, aus meiner kleinen Heimatsammlung, ein NDP-Ganzsachenumschlag aus Assmanshausen.


    Beste Grüße

    Markus

  • Hallo Harald (guy69),


    Niederwalluf erschließt sich mir nicht, ist der Ort wirklich in der Beilage aufgeführt?


    Wahrscheinlich wird man jeden einzelnen Ort genau nachsehen müssen.


    Beste Grüße

    Markus

  • Hallo,


    nachstehend habe ich die vollständige Beilage angehangen.


    Diese hatte ich bisher noch nicht beachtet. Da stehen Orte drin, von denen ich noch nie gehört habe, z.B. Dortelweil.


    Niederwalluf kenne ich natürlich, mein Fußweg zum Ortsrand von Niederwalluf 10 Minuten - insofern ich nicht zwischendrin schlapp mache. Bin ja schließlich keine 15 mehr sondern 51. :)


    Beste Grüße

    Markus

  • Harald, mit was soll ich bitte schön hier das Thema zerstören?


    Es sind wohl einige Orte unter den 16, die zur Preussenzeit kein Postamt hatten, wie z.B. Erbach im Rheingau. Soll aber noch vor 4/1868 eröffnet worden sein.