Paketkarten nach Russland

  • Liebe Freunde,

    hier habe ich eine Paketkarte von 1912 über den Versand von 3 Paketen aus Hoechst nach Rostov am Don in Russland, mit Leitvermerk über Thorn.

    Frankiert wurden 4,20 Mark.

    Kann mir jemand die Gebühren (und evtl. anderes interessantes) erläutern?

    Viele Grüße

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Hallo Michael,

    vom Prinzip her handelt es sich um ein UPU-Postpaket bis 5kg nach Russland, zu diesem Zeitpunkt noch inklusive Finnland.

    An Gebühren für Postpakete nach Rußland (Finnland) waren vom 01.12.1895 – 31.07.1914 1,40 Mark zu entrichten.

    Um von den russischen Datumsangaben zu den mitteleuropäischen Daten zu kommen, muss man 15 Tage abziehen !

    Also im Prinzip gesehen ein Standardporto wie die 80 Pfennig nach der Schweiz, Frankreich, Belgien, Niederlande oder Dänemark.

    Aber natürlich deutlich rarer, am rarsten sind die DInger natürlich mit Germania-Reichspostmarken.

    3 Mark Germania mit Firmenlochung, vor allem eindeutig zu zu ordnen, habe ich auch noch nicht viele gesehen.

    Kannst du bitte noch die Rückseite dazu fügen? Paketkarten ohne Rückseite fühlen sich nackt! ;)

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich

    Das Leben ist zu kurz um sich darüber zu ärgern, was andere über dich denken oder sagen

    also hab Spaß und gib ihnen etwas worüber Sie reden können

    scheinbar ist ihnen ihr eigenes Leben zu langweilig

  • Hallo Ulrich,

    vielen Dank für die Aufschlüsselung der Gebühren.

    Nur die beiden 60 Pfg.-Marken haben eine LB-Lochung, für Lucius & Brüning aus dem Firmennamen.

    Die Firma Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning aus Hoechst am Main wurde etwas später unter der verkürzten Bezeichnung Farbwerke Hoechst allgemein bekannt.

    Die 3 M.-Marke ist eine 96 AIa, von Jäschke-Lantelme geprüft (rückseitig am oberen Rand). Musste erst mal in meinem alten DSK nachschauen ...

    Anbei die Rückseite:

    Viele Grüße

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Hallo Michael,

    stimmt, die 3 Mark hat sogar zwei:

    und sollte einer von Wertminderung sprechen, lache ihn aus! ;)

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich

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    3 Mal editiert, zuletzt von Minimarke (24. Mai 2022 um 20:58)

  • :D nach so einer verschobenen Lochung habe ich gar nicht geschaut. Jetzt fehlt das Smiley mit den Tomaten auf den Augen ...

    Danke.

    Viele Grüße

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • die 60-er sind ja auch oben nochmals gelocht - und unten, erklären kann ich das nicht................... ;)

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich

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  • Die Lochung umfasste offensichtlich mehr als die beiden Buchstaben, zumindest wohl noch ein M. Passt ja auch vom Firmennamen her. Meine Kenntnisse hinsichtlich Perfins sind minimalistisch, bisher dachte ich, dass eine Lochung auf einer normal großen Marke wie hier die 60 Pfg. komplett sichtbar wäre. Dem ist anscheinend nicht so.

    Viele Grüße

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Bestimmt schon irgendwo gezeigt, aber Schönheiten kann man auch öfters sehen.

    Wie oben geträgt die Gebühr 1,40 Mark für ein Paket bis 5 kg.

    Lesen erwünscht, aber nicht zwingend erforderlich ! ;)

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich

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  • Paketkarte vom 12.02.1941 von Dombrowa nach Lemberg, nach dem Hitler Stalin Pakt zur UDSSR gehörend, jetzt Ukraine.


    Leider kann ich anhand der Stempel nicht herausfinden wohin das Paket weiter gesendet wurde. :(

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich

    Das Leben ist zu kurz um sich darüber zu ärgern, was andere über dich denken oder sagen

    also hab Spaß und gib ihnen etwas worüber Sie reden können

    scheinbar ist ihnen ihr eigenes Leben zu langweilig

    Einmal editiert, zuletzt von Minimarke (26. Dezember 2025 um 18:21)

  • Hallo Schlacki , vielen herzlichen Dank, wie ist den die zeitliche Reihenfolge, erst Lemberg, und dann Moskau? Und könnten die 5 Rubel 80 die Weiterleitungsgebühr sein?

    Ich habe die beiden Stempel nochmals separat eingestellt, vielleicht bringen diese ja noch mehr Licht ins Dunkel!

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich

    Das Leben ist zu kurz um sich darüber zu ärgern, was andere über dich denken oder sagen

    also hab Spaß und gib ihnen etwas worüber Sie reden können

    scheinbar ist ihnen ihr eigenes Leben zu langweilig

  • Zitat


    ich vermute, daß in Lemberg der gregorianische Kalender galt und in Moskau natürlich der julianische.

    Ich kann mir, da beides sowjetische Stempel sind, nicht vorstellen, dass ein unterschiedlicher Kalender genutzt wurde.
    Beim Rechteckstempel kann ich nicht alles lesen. Eine Übersetzung könnte etwa "Bei Vorlage einer Bescheinigung über die Zugehörigkeit von FLÜCHTLINGEN. Liegt keine solche Bescheinigung vor, ist das Dokument zurückzusenden."
    Immerhin war ja Krieg. Eventuell ist das Paket erst nach Moskau gesendet worden, um auf den Inhalt überprüft zu werden.

  • Vielen herzlichen Dank an alle, dann werde ich bei Gelegenheit meine russisch sprechenden Kollegen schauen lassen.

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich

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  • Ich kann mir, da beides sowjetische Stempel sind, nicht vorstellen, dass ein unterschiedlicher Kalender genutzt wurde.
    Beim Rechteckstempel kann ich nicht alles lesen. Eine Übersetzung könnte etwa "Bei Vorlage einer Bescheinigung über die Zugehörigkeit von FLÜCHTLINGEN. Liegt keine solche Bescheinigung vor, ist das Dokument zurückzusenden."
    Immerhin war ja Krieg. Eventuell ist das Paket erst nach Moskau gesendet worden, um auf den Inhalt überprüft zu werden.

    Moin, der gregorianische Kalender wurde schon 1918 in Rußland eingeführt. Die Karte stammt von 1941, da ist nichts mehr mit julianischem Kalender!