Fahrpost im taxisschen Postbezirk

  • Hallo, hier ein Paketbegleitbrief aus Laubach nach Obbornhofen vom 20.9.1862. Zu dieser Zeit gehörte Obbornhofen zum Landpostbestellbezirk von Berstadt. Das wurde aber geändert. 1865 besorgte Berstadt keine Landorte mehr und Obbornhofen gehörte zum Bezirk der Postexpedition Hungen. Mindesstaxe 4 xr, dazu noch 4 xr Landbestellgeld zu erheben.
    Gruß von TAXIS 107

  • Hallo Taxis107


    wie sah die Gebührenstaffelung hier aus. Wie hoch wäre hier die "Gewichtstaxe" gewesen. Gibt es Berechnungsformeln wie im DÖPV oder wie diese mir auch von Preussen bekannt sind?


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Hallo, Magdeburger, mit ist nicht bekannt, was du beim DÖPV und bei Preußen an Unterlagen hast. Bei Taxis ist es grundsätzlich so, dass dort unterschieden wird zwischen Sendungen innerhalb des taxisschen Postbezirks und Sendungen in den Postverein. Das sind sehr unterschiedliche Tarife. Dies hier zu erörten wäre eine größere Ausarbeitung. Nachzulesen sind die Tarife in "Die vereinheitlichten Taxen der Thurn und Taxisschen Post. Die Postbezirks- und Postvereinstaxen von 1850 bis 1867. Zusammengestellt von H.F.Lethaus und Horst Schenk, 2002.
    Beispiel:
    Mindesttaxe für eine Sendung im Gewicht bis 1/2 Pfund bis zu 3 Meilen Entfernung innerhalb des Postbezirks, da wären 3 xr, bei 3 bis 5 Meilen 6 xr erforderlich gewesen.
    In den Postverein wären es bis zu 5 Meilen als Mindesttaxe 4 xr gewesen.
    Wobei die Tabellenstrukturen sehr unterschiedlich im Vergleich zwischen Bezirk und Verein sind.
    Gruß von TAXIS107

    Mitglied im DASV

  • Hallo Taxis107


    mir sind die Tarife des DÖPV bekannt, einzig für die Zeit bis 31.12.1857 sind Schwierigkeiten vorhanden, da es hier spezielle Vereinbarungen zwischen den Postverwaltungen existieren.


    Fahrpost-Sendungen, welche innerhalb eines Postgebiets gelaufen sind, entsprechen nicht den Tarifen des DÖPV. Bspw. galt in Preussen ein anderer Gewichtstarif.


    Unterlagen für andere Posthoheiten habe ich nicht, da sie mich kaum tangieren. (Hierzu reichen mir die Hilfen in Foren aus, Ausnahme ist die Anfangszeit DÖPV).


    Der von Dir vorgestellte Beleg beförderte ein Paket von 4 Pfund 10 Loth und der direkte Weg dürfte knapp 2 Meilen betragen.
    Meine Frage zielt dahin, wie hoch ist die "Gewichtstaxe" in diesem Beispiel. Als Mindesttaxe wurden ja schon 4 Kreuzer angegeben.


    (Wäre er zur gleichen Zeit innerhalb Preussen gelaufen, ergäbe sich nach der Formel 1,5 Pfennige je angefangenes Pfund von 5 zu 5 Meilen somit 1,5 Pfennige * 5 Pfund * 1 (für 0 - 5 Meilen) = 7,5 Pfennige aufgerundet 8 Pfennige.
    Der Mindestfahrposttarif betrug 2 Sgr, so dass dieser anzuwenden war.)


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Hallo zusammen,


    Paketbegleitbrief vom 06.01.1863 von Frankfurt nach Rennerod. Absender ist die Fa. Hammerschmidt & Hoffmann in Frankfurt a/M.

    Innen ist ein aktueller "Saatbericht" vom 31.12.1862 angeheftet.



    Wein- und Sektstadt Hochheim am Main