Eingeschriebene Briefe

  • Hallo Freunde


    VorphilaBayern hat Gestern im Ortsbriefthread für die Zeit nach 1875 ein sehr schöner eingeschriebenen Ortsbrief gezeigt. Ein gleicher kann ich nicht zeigen, aber ein eingeschriebenen aus Vilsbiburg nach Waldmünchen in 1883 kann ich zeigen. Hier soll 30 Pfennige korrekt frankiert sein.
    Wenn man auf die Stempeln rückseitig sieht, ist der Brief zuerst nach Waldmünchen und dann einige Stunden später Fürth im Wald gelandet. Hier ist wohl ein von den Stempeln falsch eingestellt geworden.



    Meine Frage an anderen sind die "Eingeschrieben" Klebezetteln und Stempeln und was es sonst gab. Weil ich leider kein Literatur der dieser Zeit behandelt habe, weiss ich wenig davon. Hier hat vielleicht andere etwas mehr Ahnung?


    Und wenn VorphilaBayern auch hier sein Brief einstellen kann, wäre es super. Dann haben wir zwei Beispiele :)


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,
    der schöne R-Brief mit - ich nehme an Nr. 49 und 50 (ist schon an den Farben und am Druck ersichtlich) - ist aus zwei Gründen bemerkenswert: erstens weist er einen Einschreibzettel der Aufbrauchsausgabe mit eingestempeltem R auf, wie sie zwischen 1882 und 1885 in der südlichen Oberpfalz und Niederbayern (und nur da!) verwendet worden sind. Zum zweiten lässt sich durch die Durchgangsstempel auf der Rückseite schön der Laufweg des Briefes nachvollziehen: von Vilsbiburg nach Landshut, weiter über Deggendorf und Cham nach Furth im Wald und dann nach Waldmünchen. Der dortige Postbeamte hatte wohl an diesem Tag vergessen, seine Stundenangabe im Stempel weiter zu drehen, denn nur so lässt sich erklären, dass der Brief am Bestimmungsort früher abgestempelt ist wie am letzten Durchgangsort. Wie gesagt: ein
    schönes, sauberes Stück "mit Gesicht".
    Solltest Du keinen Sem-Pfennigkatalog (Auflage von 1988) haben, in dem die Einschreibzettel der Pfennigzeit
    schön beschrieben sind, kann ich Dir gerne ein paar scans zuschicken.
    Beste Grüße
    weite Welle

    weite Welle

  • Hallo weite Welle


    Danke für deine ausführliche Antwort. Wieder viel neues gelernt :)


    Ja, es ist die 49 und 50.
    Ich habe auch mal gehört dass ein Klebezettel ungewöhnlich ist, aber nie warum. Wenn nur in einen kleinen Teil von Bayern benutzt war, zudem der wichtigste Teil :D, verstehe ich warum es besonders ist.


    Wenn du Zeit hast die Seiten zu kopieren hast, dann sage ich herzlichen Dank :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Gemeinde,


    Ich bin nach Jahren wieder einmal in die Kisten eingetaucht, in denen das Material für meine dereinst präsentabel zu machende Heimatsammlung ruht und habe drei R-Briefe herausgefischt zur gefälligen Betrachtuing der Forumsmitglieder: einmal Fernverkehr ohne Rückschein, einmal Ortsverkehr mit Rückschein und einmal mit Aufbrauchs-R-Zettel.


    Viele Grüße von maunzerle :thumbsup:

  • Hallo bayernjäger,
    das Briefpaar ist mir bekannt aus meinem Archiv. Es befand sich auf der Auktion auch zusammen als 1 Los.
    Bei der Beschreibung heißt es: beide Belege haben rückseits nur eine Klappenhälfte mit AK-Stempel. Es
    wäre möglich, dass sich die 20-Pfg.-Marke auf dem - nicht mehr vorhandenen Rest befand. Ich kenne einen
    anderen derartigen Beleg. In meinem Bestand befindet sich ein 10-Pfg.-Ganzsachen-Umschlag mit R-Zettel
    und Vermerk, ebenfalls ohne Einschreibgebühr verklebt. Leider kann ich ihn momentan nicht hochladen,
    Bild folgt. Eine Erklärung für das Fehlen der R-Gebühr habe ich nicht, zumal sich auch kein Taxvermerk auf
    den Belegen befindet. Es muss wohl dreifache Schlamperei gewesen sein: vom Aufgabe- wie auch vom
    Annahmepostamt und vom Briefträger.


    Gruß


    weite Welle

    weite Welle

  • Hallo in die Runde,


    ein ganz außergewöhnlicher Brief. In jedem Fall fiel der Fehler bei einer späteren Revision bei den Abrechnungsmanualen der Poststelle auf, denn für jede gezogene Reconummer musste eine Einnahme gebucht werden. Der Vorstand musste dann die fehlenden 20 Pfg. bezahlen und auf einem entsprechenden Formular mittels einer Marke nachkleben und diesen Betrag vom Absender einziehen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayernjäger,


    für mich unerklärlich ... sagehaftes Stück. :P


    Liebe VorphilaBayern,


    in allen Belangen erstklassig - so schön (und selten) kann die Pfennigzeit sein. :P


    Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Freunde


    Weil ich die eingeschriebenen Briefe so gern habe, habe ich dieser Brief erworben.


    Die 39 und 40 auf Brief von Ansbach nach Hall in 1881. Ist es Hall in Württemberg?
    Und wie Herr Sem schreibt ist es die R-Zettel Nummer 2.
    Wohl kein Seltenheit im Pfennigezeit?


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    sehr schöner R-Brief, der nach Schwäbisch Hall lief. Der R-Zettel ist nicht selten - seltener wären die Holzstempel der späten Kreuzer und frühne Pfennigzeit.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Ich habe es so gefragt weil die Zetteln hier bei Prüfung bestimmt ist. Und hat ein 100 DM Zuschlag im Buch.
    Den Zuschlag ist etwas komisch, weil ohne diese Markierung gab es kein Einschreibebrief.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    das mit den Zuschlägen ist immer so eine Sache - im Buch mögen sie stehen, aber wer soll die bezahlen?


    Wir mir der liebe HOS in Sifi berichtete, schreibt Peter Sem fleißig an seinem Folgekatalog für die bayerische Pfennigzeit. Was Insider schon lange ahnten (der derzeitige Katalog stammt ja von 1988, die älteren unter uns werden sich noch erinnern), wird dann wohl wahr werden - die Preise ziehen für die besseren und selteneren Stücke gut nach oben.


    Da muss ich dem lieben weite Welle ein Lob aussprechen - er hat früher als die meisten erkannt, dass er ein tolles Gebiet sammelt und weiß natürlich, dass er nichts falsch damit gemacht hat, denn allmählich erkennen die Leute, dass die frühe Pfennigzeit oftmals seltener ist, als die später Kreuzerzeit und schöner sowieso. Wenn man dann noch seine Oberrosinen im Dutzend hier eingehend bewundert, dann braucht man sich nicht zu wundern, dass dieses Spezialgebiet immer mehr Anhänger findet (HOS et altera).
    Sammler aufgepasst, hier kommt ein Trend, den man nicht verschlafen sollte ...


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Sammler aufgepasst, hier kommt ein Trend, den man nicht verschlafen sollte ...

    Hallo bayern klassisch


    Trends verschlafe ich immer :) bewusst weil die Preistreibend sind.
    Dass es ein schöner Gebiet ist, ist zweifellos :)
    Ich freue mich ein neuer Katalog von Sem zu sehen. Neues Wissen ist sicher dazu gekommen, und die alte Kataloge sind schwer zu finden.



    Hier ein Brief aus Neukirchen bei heiligen Blut nach Amberg der mit Nummer 49 und 50 frankiert ist. Hier mit Zettel Nummer 1. Laut alte Sem etwas mehr (Katalog-)wert.
    Leider ist es nicht möglich ein Jahr zu sehen. Aber kann es anders als 1882 sein?


    Die Marken sind ab Oktober 1881 Ausgegeben. Nach UPU Beschluss sollte der grosse R auf die eingeschriebene Briefe zu sehen sein. Ob es so streng bei innenbayerische Briefe gefolgt ist, wage ich nicht zu sagen.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Lieber bk,


    ich hoffe doch sehr, dass Herr Sem mit seinem Katalog Pfennigzeit endlich mal in die Gänge
    kommt, glauben kann ich es aber noch nicht. Dazu schreibt er schon zu lange daran und seit
    einigen Jahren spricht er mich immer wieder an, er müsse mal mit mir über die "weite Welle"
    konferieren, ohne dass den Worten Taten gefolgt sind. Aber lassen wir uns überraschen .....
    Ich glaube übrigens nicht, dass die Preise der frühen Pfennigzeit gegenüber denen von 1988
    wesentlich anziehen werden. Damals war der absolute Höhepunkt der Preise gerade mal
    5 Jahre überschritten und das Preisniveau senkte sich 15 Jahre lang merklich ab, erst in
    letzter Zeit ist wieder ein leichter Anstieg zu beobachten, wohl durch die Flucht in die
    Sachwerte bedingt.
    Ich muss sagen, ich war über das niedrige Preisniveau nicht böse, konnte man doch zwischen
    1990 und 2005 schöne Stücke zu wirklich angemessenen Preisen erwerben. Das sah in den
    80er-Jahren anders aus, als selbst einfachste Buntfrankaturen (Nr. 39+40) Preise von teilweise
    bis zu 200 D-Mark erzielten.


    Lieber Nils, natürlich sind die astronomischen Zuschläge für die R-Zettel Quatsch, wie Du richtig
    schreibst, muss ja ein solcher wohl auf dem Brief sein. Berechtigt sind Zuschläge lediglich für den
    roten R-Stempel, wenn er besonders sauber abgeschlagen ist - aber auch nur dann.
    Der UPU-Beschluß, den Du ansprichst, wurde ja dann auch auf den Zetteln mit dem
    eingestempelten R (Provisorien) umgesetzt, allerdings nur in Niederbayern (OPD Regensburg).


    Liebe Grüße von

    weite Welle

  • Hallo weite Welle


    Danke für die Antwort :)


    Der UPU-Beschluß, den Du ansprichst, wurde ja dann auch auf den Zetteln mit dem
    eingestempelten R (Provisorien) umgesetzt, allerdings nur in Niederbayern (OPD Regensburg).

    Im alten Sem Katalog ist auch der Zettel Nummer 5 mit grossen R genannt, und ab 1883 zu finden. Miene Gedanken dazu war dass einigen Expeditionen ein R gestempelt hatten, aber anderen ein fertig gedruckten angewendet hatten. Ich habe diese Verhalten erwähnt um mein Brief obern aus Neukirchen bh Blut besser zu beschreiben rein zeitlich.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Liebe Sammlerfreunde,


    diesen Brief konnte ich in der Bucht erwerben, allerdings zu einem für einen normalen R-Brief mit Nr. 39/40
    hohen Preis. Das dürfte an der angeschriebenen Taxierung (?) liegen, die wohl auch andere Sammler gesehen
    haben. Mich würde interessieren, ob irgend jemand eine Erklärung für diese 55 (Pfg.?) hat, ich habe jedenfalls
    keine. In meiner Kartei befindet sich eine Handvoll R-Briefe, bei denen der Rückschein mit bezahlt wurde, also
    mit 50 Pfg. frankiert. Allerdings stand dann auch auf dem Brief "gegen Rückschein" o.ä.. Hier ist lediglich der
    Vermerk "gegen Schein" rot markiert, aber alle Einschreiber sind "gegen Schein", also mit Aufgabebescheinigung.
    Die Rotstiftvermerke sind vor dem Aufkleben der Marken angebracht worden. Sollte der Brief etwa Einschreiben
    + Eilboten laufen (das wären 55 Pfg. bei Frankierung, aber 65 als Portobrief, Briefgebühr 20 statt 10 Pfg. bei
    unfrankierter Aufgabe).
    Ich bin gespannt auf Eure Meinungen.


    Viele Grüße und schönen Abend wünscht


    weite Welle


    [Blockierte Grafik: http://www10.pic-upload.de/19.07.12/ditmrorw3m1.jpg]

    weite Welle