Das Sprachenproblem und seine Spuren in der Postgeschichte

  • Schönen guten Tag in Forum,


    vielen sind die Probleme der kuk Monarchie als Vielvölkerstaat bekannt. In der Postgeschichte schlägt sich dies unter anderem mit der Entstehung der ungarischen Postverwaltung am 1 Mai 1867, sowie der Umbenennung ("Übersetzung") vieler Ortschaften in die Sprache der entsprechenden Bevölkerungsmehrheiten. Diese Umstellungen erfolgten aber nicht nur im ungarischen Teil, sondern auch in anderen Regionen.


    Heute kann möchte ich einen außergewöhnlichen Beleg zu diesem Thema vorstellen:



    Dank der Hilfe eines Mitgliedes der ArGe Tschechoslowakei, kann ich auch die Übersetzung liefern:


    "An das wohllöbliche (so sagte man wohl damals in der alten k.k.Monarchie auf deutsch, h.l.) k.k. Postamt in Votice

    Schon eine ganze Weile, und zwar seit der Zeit des jetzigen Herrn Postvorstehers/Postbediensteten/Postmeisters, wiederholt sich beim Postamt Votice ständig ein Vorgehen ("Påchanj" ist eigentlich schärfer, eher schon "Vergehen", Kommentar des Übersetzers) , dass nämlich das k. k. Postamt in dem rein tschechischen Votice einen rein deutschsprachigen Stempel benutzt.
    Es fragt sich also, wo der tschechische Stempel des früheren Postmeisters geblieben ist. Wir müssen jedenfalls darauf dängen, dass unsere Nationalität nicht weiterhin durch die Benutzung eines rein deutschen Stempels beleidigt wird. Sollte unserem Wunsch nicht entsprochen werden und die Aufforderung keine Wirkung zeigen, sehen wir uns gezwungen, den Druck zu erhöhen, indem wir
    diesen Brief veröffentlichen, auf dass der Herr Postmeister des rein tschechischen Postamtes künftig den rechtmäßigen Stemnpel benutze.


    Aus dem altslawischen Prag, 30. November 1882"


    So viel zu dem Text. Wenn so ein Stück zu Ungarn existieren würde.....


    Schönes Wochenende


    Martin