Braunschweig in den Postverein

  • Hallo Papiertiger


    zwei sehr schöne Belege hast du hier gezeigt. Bei der zeitlichen Eingrenzung kann ich nicht viel beitragen.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Hallo,


    zur 2. Frage beim 1. Brief hinsichtlich "Rothschild-Katalog":
    Der Brief ist auf Seite 22 als sw-Abbildung abgebildet (Abb. ca. 6 x 4 cm mit Losnummer 110 in der Abb.).


    Die Losbeschreibung im Fettdruck zum Los 110:

    "1sgr. rose, a superb horizontal pair with fine margins all round, used on cover and very lighly obliterated (see photo plate V)"


    Zuschlag waren damals 17 Pfund Sterling.


    Die Abbildung gibt nicht viel her und zeigt den obigen Brief in gleicher Erhaltung (inkl. Stockflecken etc.) - benötigst Du trotzdem einen Scan?

  • Hallo Papiertiger,


    dieser Kursstempel ist nach o.g. Katalog ab 1852 bis 1875 (!) belegt.

    Manchmal sind solche Angaben auch einfach geschätzt. ;)


    Viele Grüße

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Hallo Papiertiger,


    wie gefällt dir sowas:


    Am frühen Morgen des 16. November 1867 wurde in Braunschweig ein 3/10 Pfund schweres Paket mit einem Postvorschuß von 2 Thaler an den „Herrn Louis Gellert Faßfabrik Altenburg Sachsen“ aufgegeben. Der Absender wünschte dies franco.

    In Braunschweig wurde der Postvorschuß von 2 Thaler als „60“ Groschen in rot notiert.

    In Magdeburg ankommend, wurde dort „frntBez 6“ = „Franco nicht bezahlt 6“ notiert. Der Postvorschuß von 60 Groschen wurde nun mit blau überschrieben und der Auslagenstempel dazu abgeschlagen. In Altenburg wurde die preußische „60“ doppelt gestrichen und die erste schräg darunter notierte „6“ überschrieben und eine weitere hinzugefügt.

    Taxierung: 1 Sgr. ProCura + 5 Sgr. Mindestfahr-Posttarif = 6 Sgr. + 60 Sgr. Postvorschuß = 66 Sgr. gesamt.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Hallo Ulf!


    Danke, das ist ein toller Brief. Der hat schon alleine auf der Vorderseite wirklich Alles zu bieten. Und die Erhaltung ist tip-top! Was wäre wohl passiert, wenn die Annahme verweigert worden wäre? Platz zum Schreiben war ja nun wirklich keiner mehr da...

    Deine Lesekünste bewundere ich. Auf die "Franco nicht bezahlt 6" wäre ich nie gekommen. Es gibt noch viel zu lernen für mich, darunter Handschriften. War es eigentlich üblich, dass das letzte Glied in der Zustellungskette das Porto berechnete und auf den Brief schrieb?


    Übrigens schön, dass Du als Magdeburg-Sammler (rate ich mal?) soviele Braunschweig-Belege hast. Einige andere schöne sind ja schon im Forum zu bewundern.

    Liebe Sammlergrüsse,

    PapierTiger

  • Ganz herzlichen Dank, Welfe!


    Nach dieser Information hatte ich gesucht. Natürlich wäre es auch toll, wenn ich irgendwo eine Kopie des Rothschild-Katalogs bekommen könnte, da ich öfter mal solche Referenzen suche. Aber im Netz konnte ich rein gar nichts finden. Komisch eigentlich, da ja die Copyrights schon lange abgelaufen sein müssten. Hast Du ein vielleicht ein Original?

  • Hallo Papiertiger


    Im Retourfalle wäre der Grund siegelseitig notiert worden und weitere 5 Sgr. Retourporto angefallen.

    Bei Fahrpostbelegen gibt es alles mögliche in Portofalle bei den Taxierungen. So sind vollständige Taxierungen am Aufgabeort oder am Zielort zu finden. Aber wie geschrieben, gab es auch die Situation wie bei dem gezeigten Beleg.

    Und deine Frage: Ja ich sammle Magdeburg, jedoch auch Belege dahin, bei Fahrpostsendungen auch den Transit .


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Hallo,


    hier die Abbildung aus dem "Rothschild"-Katalog der Royal Philatelic Society, London - 23. und 24. Oktober 1939:



    Den gesamten Katalog (bzw. den Braunschweig-Teil) möchte ich nicht scannen, um die Bindung des Kataloges nicht kaputt zu machen (ich habe nur einen Flachbett-Scanner).


    Gruß,

    Björn

  • Vielen Dank, Björn! Die Bildqualität ist sogar besser als erwartet!

    Leider kann ich antiquarisch keine Kopie des Kataloges finden. Könntest Du vielleicht einen Scan des Covers ins Forum stellendem mir bei der Suche zu helfen?


    Vielen Dank schon mal!

    PapierTiger

  • Um die Beleg-Reihe fortzuführen (und die MiNr 2 nicht auszulassen): hier ein kompletter Faltbrief von Seesen an die 1767 gegründete Firma Anton Walte Sohn & Co in Bremen, aufgegeben am 7. Mai 1855 und angekommen einen Tag später, wie durch den blauen Ankunftstempel belegt. Der Postvereinsbrief der 3. Entfernungsstufe (161 km / 22 Meilen) ist mit der MiNr 2 und MiNr 6aY (= 3 Silbergroschen) tarifgerecht frankiert. Das Jahr der Verwendung ergibt sich aus einer Datumsangabe im Brief selbst.