• liebe Freunde,

    auf dem folgenden Schein über portofreie Geldsendung wurde der Nierenstempel von STARGARD als Formularstempel ohne eingesetzes Datum verwendet. Der Schein stammt vom 13.9.1836.


    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin,


    dieses Gerät wurde normalerweise noch ganz normal als Tagesstempel eingesetzt. Nach Feuser gab es einen Nachfolger erst ab 1840 in Form eines K2.


    Dieter

  • Richtig! Darüber habe ich mir auch Gedanken gemacht, da sonst ausgemusterte Geräte eingesetzt wurden. Möglicherweise hat man vor Öffnung der Schalter erst einige Scheine gestempelt und dann erst die Datumsteile eingesetzt. Anders kann ich es mir nicht vorstellen.


    Dieter

  • liebe Sammlerfreunde,

    ich zeige hier zwei Post-Einlieferungsscheine, beidenen zweizeilige Rechteckstempel ohne eingesetztes Datum als Formularstempel verwendet wurden.

    1. FILEHNE vom 2. Juli 1867

    hier kann ich die einzelnen Zeilen nicht lesen. Wer kann helfen?



    2. LÜBBENAU vom 19. ??? 18?? Wer kann das Datum entziffern?

    Was steht bei Gegenstand?


    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Hallo preussen_fan,


    zum 1. Schein:


    Gegenstand: "P?"

    Wert: "Zweiundzwanzig Thaler"

    Adressat: "Pa? Lewandowsky"

    Bestimmungsort: "Lubasny (?)
    Staykowo"


    zum 2. Schein:


    Den Gegenstand würde ich als "Pa" (Post-Anweisung) interpretieren.


    Da Lübbenau sorbisch geprägt war, habe ich mal bei den sorbischen Monatsnamen nachgesehen (Link: Sorbische Monatsnamen).

    Offenbar nennt man dort den April auch "Pril"; daher würde ich "19. April 1874" lesen.


    Viele Grüße

    Gerd

  • Liebe Freunde,


    hier ein Einlieferungsbeleg für einen Wertbrief über 25 Thaler aus Breslau nach Holzminden (Braunschweig) vom 26. Dezember 1862.

    (Morgen ist das Formular 159 Jahre alt ... ;) )

    Oben wurde die Bezahlung von 8 Sgr. quittiert:
    Der Brief von 6/10 Loth Gewicht kostete nach dem Mindestfahrposttarif 6 Sgr.
    Dazu kamen für die Wertdeklaration (bis 50 Th. und >48 Meilen) noch 2 Sgr.


    Als Formularstempel wurde der 3-zeilige Rahmenstempel des Postamts im Freiburger Bahnhof ohne Datumseinsatz genommen.



    Viele Grüße

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Lieber Erwin,


    da widerspreche ich dir nicht. :)


    Liebe Freunde,


    hier ein weiterer Einlieferungsbeleg, diesmal von 1859 für einen recommandierten Ortsbrief in Berlin.
    Das Formular zeigt 3 Besonderheiten:

    - den K2-Stempel vom Hamburger Bahnhof (Verwendung als Aufgabestempel 1848-51)

    - den vorgedruckten Text Königl. Post=Expedition auf dem Bahnhofe.

    - oben wurden 2 Sgr. Franco notiert, die Gebühr für einen Orts-Reco-Brief. Als Gewicht wurden 3 5/10 Loth notiert. Ortsbriefe hatten keine Gewichtsstaffelung bei der Taxe (bis zu 16 L. max. Gewicht), daher findet man auf Ortsbriefen keine Gewichtsnotierung. Die Vorschrift, dass auf Reco-Briefen generell das Gewicht notiert werden sollte, war 1848 aufgehoben worden. Dieses Formular belegt nun diesen Tarif auch für schwere Ortsbriefe, was mit den Briefen selbst i.d.R. nicht möglich ist.



    Viele Grüße

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • :thumbup::thumbup::thumbup:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    „Keine Unterwerfung ist so vollkommen wie die, die den Anschein der Freiheit wahrt. Damit lässt sich selbst der Wille gefangennehmen.“

    Jean-Jacques Rousseau (1712–1778)

  • Dieses Formular belegt nun diesen Tarif auch für schwere Ortsbriefe, was mit den Briefen selbst i.d.R. nicht möglich ist.

    lieber Michael,

    das Formular ist besonders mit dem DkI-Stempel mit Zusatz ein schönes Stück.
    Aber kannst du mir mal den zitierten Satz näher erläutern?

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin,


    hast Du einen Ortsbrief, auf dem das Gewicht notiert wurde?


    Der Tarif für Ortsbriefe war gewichtsunabhängig, so lange das Gewicht für die Briefpost zulässig war. Das war ein grundlegender Unterschied zu allen anderen Brieftarifen in Preußen, die neben einer Entfernungs- auch eine Gewichtsprogression hatten.
    Jetzt kann man mit einem Ortsbrief, egal welchen Gewichts, diesen Tarif in seiner Sammlung belegen. Meinerseits nehme ich auch gerne Belege, die die Eigenheiten von Tarifen zeigen. In diesem Fall wäre das eben ein schwerer Ortsbrief. Da auf Ortsbriefen von Seiten der Post eine Gewichtsnotierung überflüssig und auch bei (Orts-)Reco-Briefen nicht vorgeschrieben war, kommt mir dieser Einlieferungsbeleg über genau einen solchen Brief sehr gelegen.


    Viele Grüße
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • liebe Sammlerfreunde,

    hier kann ich auch noch einen 3-zeiligen L3-Stempel als Formularstempel zeigen. Kann jemand den Gegenstand entziffern?



    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan