Fahrpost in Bayern

  • Hallo bayernjäger,


    vielen Dank für die Mithilfe! Damit ist nun auch der Beleg geklärt und ich kann bei Gelegenheit mal die Beschreibung fertig machen.


    Vorhin war der Briefträger da und hat ein paar schöne Sachen mitgebracht (diesmal aber keine Fahrpost) :D


    Muss den Scnner mal vorglühen...


    Viele Grüße


    kreuzer

  • Hallo kreuzer,


    den Brief aus post 94 hast du richtig beschrieben. Bei der blauen 2 dürfte es sich um eine weitere interne Aufgabenummer zusätzlich zum Paketnummernzettel handeln. Dies kommt hin und wieder vor. Diese Vorgehensweise ist mir speziell aus Unterfranken öfters bekannt. Solche Vermerke kommen meist bei der Entgegennahme durch Landpostboten vor. Diese händigten an den Absender einen Vormerkschein aus, der zur Postexpedition/Postablage verbracht wurde. Dort wurde dann der eigentliche Postaufgabeschein ausgefertigt und beim nächsten Botengang gegen Rückgabe des Vormerkscheins an den Absender ausgehändigt. Diese Vormerkscheine wurden ebenfalls handschriftlich, täglich beginnend mit Nr. 1 nummeriert.


    Um die Zustellgebühr kann es sich nicht handeln, die muss irgendwo auf dem Begleitbrief vermerkt sein; 3, 6 oder 9 xr. Ist keine vermerkt, wurde die Fahrpostsache bei der Postexpedition abgeholt und es fielen folglich keine Zustellgebühren an.


    Gruß
    bayernjäger

  • Hallo kreuzer,


    hier die Beschreibung für den Brief aus post 100:


    Begleitbrief für Wertpaket mit Nachnahme.


    Wenn ich es richtig sehe bleibt der Tarif seit Nov. 1866 gleich, womit die Jahreseinschränkung passt.


    Paketgebühr bis 4 Pfd, Minimum von 7 xr
    Wertgebühr bis 175 fl, 4 xr
    Procura für Nachnahme, seit Nov. 1866 in Bayern auf 2 xr ermäßigt
    Zustellgebühr Ortszustellung , 3 xr


    ergibt zusammen 16 xr


    folglich Erhöhung des Nachnahmebetrages von 1 fl 25 1/2 auf 1 fl 41 1/2 xr


    Gruß
    bayernjäger

  • Hallo bayernjäger,


    auch für die Berichtigungen zu den zwei anderen Briefen herzlichen Dank! Das Kapitel Fahrpost ist doch nicht so ganz ohne...
    Hast Du für den Brief aus Post 108 auch noch eine Erklärung?


    Viele Grüße


    kreuzer

  • Hallo kreuzer


    Hast du etwas dagegen deine interessante Fahrpostbriefe zu Thread "Fahrpost in Bayern" kopieren zu lassen? (Also nicht verschieben)


    Fahrpost in Bayern



    Dann sind die gute Fahrpostbriefe mit in beiden Threads, Fahrpost und Postablage, zusammen :)


    So ist es einfacher für jeder der etwas lernen will es alles zu finden. ;)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo kreuzer,


    hier einige Anmerkungen zum Brief aus post 108:


    - es handelt sich definitiv um einen Fahrpostbrief
    - die blaue 6 und die rote 7 sind Botenlohnvermerke; Adlkofen gehörte zum Landzustellbezirk von Landshut und war etwa 8,2 km entfernt. Die Strecke beträgt über eine Meile, so dass 6 xr Zustellgebühr für die Nachnahmesendung anfiel. Der Bote verlangte aber 7 xr, weshalb die 6 gestrichen wurde. Dies kenne ich auch von anderen Postexpeditionen, welche aufgrund althergebrachter Abmachungen zusätzliche Bestellkreuzer verlangen durften.
    - das Gekritzel über 45 xr heißt sicher nicht cessat. In Fällen, in denen der Vorschuß gestrichen wurde, hat man dies einfach durchgestrichen, so kam es auch zu keinerlei Verwechslungen.
    - wie bereits errechnet, waren 10 xr Gewichtstaxe und 3 xr Procura zu entrichten. Dies ist allerdings in dem Gekritzel für eine Gesamttaxe nicht unterzubringen, da vorne eine 6 stehen dürfte. Ich gehe davon aus, dass der Absender den Aufgabeschein und den Vorschußrückschein als Auslage vormerkte und deshalb "6 x ins." zusäzlich bei der Postaufgabe anschreiben ließ.
    - der einzufordernde Gesamtbetrag fehlt dann allerdings auf der Vorderseite.


    Hierzu die Frage, ob irgendwo auf der Briefrückseite oder im Brief etwas über die entrichteten Gebühren steht?


    Gruß
    bayernjäger

  • Hallo bayernjäger,


    vielen Dank nochmals! Die Handschrift des Briefes aus Stamsried ist etwas "eigenwillig", daher kann ich auch nur Teile lesen. habe mal den kompletten Inhalt gescannt. Es existiert ein Vermerk, dass die Taxe von 45 xr durch Postnachnahme erhoben wurde. Auch findet sich eine Bleistiftrechnung, habe aber keine Ahnung, ob diese überhaupt zugehörig ist, da erstens sehr hoch und die errechneten Taxen nicht vorkommen ?(


    Viele Grüße


    kreuzer

  • Und weiter gehts mit einem Fahrpostaufgabeschein der Postablage Marktleugast vom 3. Januar 1869. Versendet wurde ein Brief mit einem Wert von 55 fl 54 xr, der 1 Loth wog.
    Bevor ich mich an den Taxen versuche, möchte ich kurz um Lesehilfe bitten: Wohin ging der Brief? Unter der Scheingebühr sind 12 xr vermerkt. Heißt das Wort Bothe?


    Viele Grüße


    kreuzer

  • Hallo kreuzer,


    die Post ging an Herrn Dresch in Bamberg und - ja, es wurden 12x für den Bothen gefordert und bezahlt.


    Prima Stück - wahrlich nicht häufig.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch,


    vielen Dank, Bamberg hatte ich auch vermutet. Den Schein habe ich auch von unserem "Forumshändler" :D
    Die 12 xr für den Boten sind dann für den Transport von der Postablage zur PE Untersteinach angefallen. Das Franco von 9 xr setzt sich zusammen aus 7 xr für einen Wertbrief bis 15 Loth in der zweiten Progressionsstufe (5 bis 15 Meilen) und 2 xr Versicherungsgebühr für eine Wertsendung bis 87,5 fl in der Entfernung von 0 bis 15 Meilen.


    Viele Grüße


    kreuzer

  • Hallo zusammen,


    nachdem mir gerade bei 2 anderen Belegen geholfen werden konnte versuche ich es noch mal. Ich hoffe das ich das richtige Thema erwischt habe. der Brief wurde 27.6.1845 in Lichtenfels geschirebn und am (1.)7. abgestempelt und ging nach Doeringstadt (bei Ebensfeld) mit Inhalt 14 Florin 3 Kreuzer als R. S. vom Koenigl. Landgericht Lichtenfels an das Koenigl. Pfarramt zu Doeringstadt. Rückseitig ist er mehrfach gesiegelt. Für die weitere Beschreibung brauche ich Hilfe.


    Danke Roda127

  • Hallo,


    ich hätte dann gleich noch einen Brief von Lichtenfels nach Würzburg mit Postvorschuss wo ich euere Hilfe für die Entzifferung und Beschreibung benötige. Geschrieben wurde der Brief am 30. September 1852in Lichtenfels , aber erst am 12. 10. abgestempelt. Ist diese lange Zeit vom Schreiben bis zur Postaufgabe normal gewesen?


    Besten Dank Roda127

  • Hallo Roda,


    zu # 45


    Von Königlichen Landgericht Lichtenfels
    An das Königliche Pfarramt zu Doeringstadt


    11 1/10 Loth.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bk,


    danke für die 11 1/10 Loth. Was bedeutet der Strich rechts am Stempel? ist der Brief als R. S. portofrei gelaufen?


    Beste Grüße Roda127

    Suche immer Belege von Roda / Stadtroda.

  • Hallo Freunde


    Dieser Fahrpostbrief ist in München 10. April 1852 geschrieben, und erst 23. April Gangkofen angekommen. Also eine relativ lange Laufzeit wenn der Brief sofort abgeschickt war. Weil der Brief nur ein Stempel besitzt glaube ich nicht an eine postalischen hin und her, sondern ein hin und her in München.


    Wie man sieht ist die Adresse mehrmals geändert/korrigiert geworden. Die Änderung bei der Taxierung deutet aber vielleicht hin das der Brief einmal zum Post gebracht war. Oder muss man die Taxierung anders deuten?


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils


    das einzig war ich Dir sagen kann, ist, dass es ein Wertbrief ist. Wert 2 Florin - Gewicht 3 Loth.
    Leider ist ein Aufgabe nicht "echt" dokumentiert, so daß alles reine Spekulation bleibt.
    Aus MD sind mir Belege bekannt, welche durchaus eine Woche nach Schreiben erst versendet wurden. Dies sind in der Regel Behördenbriefe.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Uld

  • Hallo Ulf


    Danke für die Antwort


    Ja, es kommt ab und zu vor dass die Briefe liegen bleiben, was wohl auch hier der Fall war. Aber man kann weder das eine noch das andere belegen. Ist auch OK so.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Liebe Freunde,


    wie die Jungfrau zum Kinde kam ich zu diesem Brief aus Hollfeld vom 5.10.1785, welcher an den Sekretär Stoecklein des Barons von Stauffenberg in Bamberg gerichtet war und der den Vermerk "nebst 20 fl. rhl" (für rheinländisch) trägt.


    Zwar gab es in Hollfeld schon ab 1745 eine kaiserliche Reichspost, aber hier hat man "de Hollfeld" manuell vermerkt, weil es den ersten Hollfelder Stempel 1802 gab.


    Wer ihn begehrt, darf sich gerne bei mir melden. :)


    Liebe Grüsse von bayern klassisch