Poste restante in Hamburg

  • Liebe Freunde,


    seit gestern treibt mich eine Frage um, die ich mir selbst nicht beantworten kann und die ich daher bei den 3 Hansestädten stelle in der Hoffnung auf Anwort. Die Frage ist ganz einfach: Wie wurde es in den Hansestädten gehandelt, wenn Briefe mit dem Vermerk "poste restante" ankamen? Blieben diese beim jeweiligen Abgabepostamt liegen, oder erfolgte eine Verständigung durch die Post mit dem Empfänger? Woher sollte jemand wissen, auf welcher der zahlreichen Postbüros poste restante Briefe für ihn lagerten? Weiß man, welche Kostenstruktur es dort für diesen Postsonderdienst gab?

    Über jedwede Antwort würde ich mich sehr freuen.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,


    ich vermute mal, daß man die Antwort nicht so einfach geben kann. Schließlich gab in den 3 Hansestädten zeitweise eine ganze Reihe von Postverwaltungen mit eigenen Niederlassungen. Lassen wir uns überraschen, was die Spezialisten mitteilen können.


    liebe Grüße

    Dieter

  • Lieber Dieter,


    ich fürchte, dass diese Thematik erst seit dem Einstellen meiner Frage(n) der Sammlerschaft bewußt geworden ist ... aber hoffen kann man allemal. :thumbup:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Moin,

    interessante Frage, über die ich mir tatsächlich vorher keine Gedanken gemacht habe.
    Ich halte es für unwahrscheinlich, dass sich die Post mit dem Empfänger in Verbindung gesetzt hat.
    Entweder der Empfänger konnte die in Frage kommenden Postämter ohnehin eingrenzen, weil die potenziellen Aufgabestaaten bekannt waren, oder er hat es mit einem längeren Spaziergang verbunden, die Postämter abzulaufen. Und die Postämter lagen gar nicht so weit auseinander, dass das unrealistisch wäre - ein Landbriefträger lief bestimmt regelmäßig größere Strecken.

    Viele Grüße
    nordlicht

  • Moin,


    das wäre natürlich eine Alternative gewesen. Wenn die Ämter nur in einem engen Korridor lagen, wäre es ein in wahrsten Sinne des Wortes "gangbarer Weg" gewesen.


    Nehmen wir mal einen Reisenden an aus Mitteldeutschland (postalisch Preussen, Sachsen, Taxis oder verlgeichbaren Postgebieten), der mehrere Wochen in Hamburg (oder alternativ den anderen Hansestädten) weilte, um für seine Firma lukrative Verträge abzuschließen im Jahr 1820, 1840 oder 1850.


    Die Geschäftspartner wussten von ihm, dass er zwar über geraume Zeit in HH weilte, aber nicht wo, weil er das vor Antritt seiner großen Reise selbst nicht wusste.


    Dann treffen viele Geschäfts- und ein paar Privatbriefe an ihn in Hamburg unter poste restante ein, weil es dazu keine Alternative gab. Er hätte folglich wissen müssen, dass Briefe aus Östereich in HH beim taxischen Postamt abzuholen wären, preussische beim preussischen Postamt, bayerische beim taxischen Postamt, mecklenburgische beim mecklenburgischen Postamt und schweizer oder französische Briefe wo auch immer (vermutlich taxischen Postamt, je nach Instradierung).


    Dies setzte aber schon ein gewissen Hintergrundwissen voraus, das man einem Reisenden zutrauen könnte, einem Privaten eher nicht.


    Was ich von Bayern weiß: Ehe man poste restante gestellte Briefe wegen mangelnder Nachfrage dem Absender zurück schickte, fragte man per Botenzettel bei den Empfängern nach, ob sie nicht den für sie aufbewahrten Brief bis dann und dann abholen möchten. Das wurde aber nur bei ortsbekannten Personen gemacht, nicht bei Reisenden. Daher meine Anfrage, ob es in den Hansestädten solch einen Service auch gab, oder man auf Schusters Rappen die lokalen Postämter abzuklappern hatte.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,


    ein Reisender aus Bayern oder Österreich war mit großer Wahrscheinlichkeit weltgewandt genug um zu wissen, daß er sich zuerst beim T&T-Postamt meldete.


    liebe Grüße

    Dieter

  • Lieber Dieter,


    ich kenne aber poste restante Korrespondenzen, die dergleichen Briefe aus 3 oder 4 Ländern aufzeigen und die wären in HH (als Beispiel) nicht von TT gelagert worden. Die Priorisierung auf TT liegt natürlich nahe, aber es ging mir ja primär um die Möglichkeit zu erfahren, ob es Vorgaben gab, wie p. r. Briefe in den Hansestädten zu handeln waren.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Hermann,


    wunderbar - wenn der aus Bayern wäre, dürfte noch eine "1" vor dem Preis stehen, würde ich den sofort kaufen. So passt er halt nicht, aber er wird hinten sicher einen Stempel des preussischen Oberpostamts tragen.


    Klasse Mitarbeit von dir - wie immer. :thumbup::thumbup:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Wolfgang Lang (Shop langbrief) hat folgenden Brief im Angebot

    Lieber Hermann,

    danke für deinen Hinweis. Ich habe mit Herrn Lang gesprochen und er ist mir zur Häfte entgegengekommen. Nun konnte ich den Beleg meiner Sammlung einverleiben.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan