Post an die Majestäten

  • Liebe Freunde,


    orange Kuverts findet man bei der Fahrpost hin und wieder, von daher sind sie nichts Besonderes. Aber ein dickes Kuvert aus Altenmuhr mit dieser Adresse findet man sicher nicht jeden Tag:


    "An Seine Kgl. Hoheit des Brinsregenten in München"


    Als schwerer Brief mit 20 Pfg. korrekt frankiert kam das am 17.10.1904 um 7-8 Uhr vormittags aufgegebene Kuvert am selben Tag zwischen 14.00 und 15.00 Uhr in München 2 zur Ausgabe. Es wurde nur mit Handschuhen bei der Post angefasst und Seiner Königlichen Hoheit, dem Prinzregenten Luitpold sofort ausgetragen bzw. seiner Kanzlei übergeben.


    Die Orthographie hätte ich mir eher besser vorgestellt, als sie in Altenmuhr war, zumal das Staatsoberhaupt äußerst beliebt war und man die richtige Schreibweise an jeder Ecke 100 mal korrekt lesen konnte.


    Bisher konnte ich kaum Briefe an Luitpold finden, jedenfalls deutlich weniger, als die eh schon seltenen an die verschiedenen bayer. Könige. Wer weitere Stücke besitzt, darf sie gerne hier zeigen.

  • Hallo Ralph,


    danke fürs zeigen des tollen Briefes. Briefe an die Majestäten begeistern mich immer. :thumbup:


    Einen schweren Brief richtig frankiert mit 20 pf, plus 20 pf. Einschreibgebühr, wurde in Berlin am 02.05.1896 aufgegeben und kam am Folgetag zwischen 11:00 und 12:00 Uhr in München an.


    Der Brief wurde nicht an den Prinzregenten persönlich, sondern "An das Hofmarschallamt seiner königlichen Hoheit des Prinzregenten Luitpold von Bayern in München" adressiert.


    Viele Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph,


    sehr schön - zwar "nur" an sein Hofmarschallamt, aber immerhin und ein Hingucker ohne gleichen. Danke fürs Zeigen dieser Granate. :):)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,


    dein Brief wurde nicht von jemand geschrieben, der das tagein, tagaus machte. Die Anschrift wurde anscheinend gemalt und so geschrieben wie man sprach.


    liebe Grüße

    Dieter

  • ... schon klar, aber so "schäpp" habe ich noch keine Anrede eines Regenten lesen dürfen, dazu noch so spät (gut, 100 Jahre vorher war nicht jeder zur Schule gegangen, da bin ich ja auch nachsichtiger) ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus