Fahrpost in Preußen

  • liebe Sammlerfreunde,

    ich habe hier einen Paketbgleitbrief, der Fragen aufwirft. Ein Paket wurde am 12.6.1863 von COBLENZ nach Hamburg versandt. Die Strecke betrug 52 Meilen.

    1. Das Gewicht bereitet schon Probleme. Sind es 10 Pfund. Mitte links oder ganz oben nicht recht lesbar 1 Pfund 13 Loth? 2. Für eine Strecke von 52 Meilen musste mindestens die doppelte Briefgebühr bezahlt werden, also mindesten 6 Sgr. Hier ist aber nur ein 3 Sgr.- Umschlag. Die Berechnung mit 10 Pfund sähe so aus:

    10 x 11 (je 5 Meilen) x 1,5 Pfg = 165 Pfg = 13¾ Sgr. Da schon 3 Sgr. auf dem Umschlag sind, würden noch 10¾ Sgr. fehlen. Ich lese jetzt aber eine rote 20½ und eine blaue 30.

    Was hat das zu bedeuten?

    2. Auf der Rückseite befindet sch ein Zahlenstempel 2B, die es von Berlin und Köln gibt. Ich nehme mal an, dass das Paket in Köln umspeditiert wurde und dort den Packkammerlagerstempel 2B bekam.





    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Die Adresse kann ich auch nur schwer entziffern:

    An das Comitee für den Bau einer Kunsthalle

    per Adresse Herrn Dr. A. Abendroth

    Wohlgeboren

    zu

    Hamburg

    Neuer Jungfernstieg 16


    Könnte das stimmen?

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin


    ein Beleg mit vielen Rätseln.

    Mir fällt auf, dass siegelseitig ein blauer Stempel von Hamburg zu sehen ist und so ging es in das hannoverisches Postamt. Damit lies sich auch erklären, dass links neben dem Wertstempel Pr(ogressionsstufe) 13 notiert wurde. Bei 52 Meilen Entfernung würde dies auch richtig zum DÖPV passen. Links oben dürfte "Pr 12" stehen, was unkenntlich gemacht wurde

    Unterstellt, dass es eine Sendung nicht innerhalb Preussens ist, sondern innerhalb des DÖPV.


    Dann wäre die Rechnung:

    2 Pfennige * 10 Pfund * 12 Pr = 260 Pfennige = 21 2/3, was auf 22 Sgr. aufzurunden wäre.


    In den notierten Francobetrag von 20 1/2 Sgr, sind m.E. die 3 Sgr, des Wertstempels enthalten und so würden 1 1/2 Sgr. fehlen.

    Siegelseitig sind 2 Groschen notiert worden, möglicherweise der Fehlbetrag + Bestellgeld.


    Die blaue 30 dürfte eine Kartierungsnummer sein und der Packkammerstempel ist von Cöln.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Lieber Ulf,

    vielen Dank für deine Aufschlüsselung. Das macht Sinn.

    Es handelt sich also um einen Teilfrankobrief mit 3 Sgr. Umschlag und 20 1/2 Sgr. Barfrankatur.

    Außerdem eine Contravention, bzw. ein Rechenfehler der Aufgabepost.

    Woher wusste die Post denn, welches Postamt in Hamburg zuständig war und wäre es nicht günstiger gewesen, das Paket zum Inlandsporto ans preußische Postamt zu schicken?

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin


    alles Fragen, welche ich so einfach nicht beantworten kann. Vielleicht war die Anschrift des Comitee's eigentlich im Königreich Hannovor zu finden, oder wurde mit Geld aus Hannover finanziert.

    Sicherlich wäre es günstiger gewesen, das Paket innerpreussisch zu versenden.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf