Nordafrika - Bayern und vice versa

  • Hallo liebe Sammlerfreunde!


    Folgenden Beleg freue ich mich, Euch zeigen zu können:


    27.12.1868: Einfacher unterfrankierter Brief von Tlemcen (Dep. Oran, Algerien) an Herrn, Herrn Pfarrer der Pfarrei München (Ankunft 4. Jan. 1869).


    Nach der Februarrevolution von 1848 galt Algerien als Siedlungskolonie von Frankreich. Daher galten die Tarife der Bayerisch-Französischen Postverträge hier wie für das französische Inland. Somit waren nach Tarif vom 1.7.1858 für einen einfachen französischen Brief nach Bayern 4 Decimen zu entrichten (entspricht 12 Xern rheinisch).


    Der vorliegende Brief wurde jedoch mit lediglich 2 Decimen frankiert. Die Regelung sah vor, dass der unterfrankierte Brief (roter Stempel „Afranchissement insuffisant“) als Portobrief behandelt wurde, das verklebte Franko jedoch angerechnet wurde. Somit ergab sich 6 Decimen für einen einfachen Portobrief Frankreich- Bayern abzüglich verklebter 2 Decimen, somit 4 Decimen = 12 Xer porto beim Empfänger einzuziehen.



    Laufweg Tlemcen, Marseille mit französischen Schiffen, ab da nur per Bahn via Lyon, Strasbourg und Augsburg nach München.

    Die Laufwegkarte muss ich noch erstellen....


    Über Infos und Anregungen freue ich mich sehr!


    Grüße

    Andreas

  • Lieber Andreas,


    ein feines Stück - da kann man nur gratulieren. "AFF..." wird mit 2 F im Stempel geschrieben, sonst ist die Beschreibung klasse und richtig. :love::love:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • .... Ralph.... der Stempel ist aber auch dünn abgeschlagen :S.

    Danke für die Info! 4 Jahre Französischunterricht waren wohl ohne wesentlichen Erfolg bei mir.....


    Grüße

    Andreas

  • ...Gratulation +1


    ...ein unterfrankierter Afrikabrief nach BY eiert einem im Leben nicht 10 x über den Weg, wahrscheinlich noch sehr sehr deutlich weniger.


    :thumbup:

  • ... so ist es. Das Postaufkommen Bayerns mit Algerien hielt sich sehr in Grenzen - da ist/war alles, als simple Briefe, schon eine große Rarität und wenn ich jetzt aufzählen würde, was alles an Versendungs- und Behandlungsvarianten nicht bekannt ist, wäre der Tag schon jetzt für mich gelaufen ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • In der Tat ein hübscher Beleg - schade, dass die Auktion vor ein paar Wochen vorzeitig abgebrochen wurde. Hätte mich schon interessiert, was er letztendlich gebracht hätte.
    Aber er ist ja ganz offensichtlich in der richtigen Sammlung angekommen. Glückwunsch !:thumbup:

  • Hallo KlangRausch,

    auch wenn dieser Brief aus Algier nach München vom 21.12.1863, Ankunft München am 27.12.1863 nicht unterfrankiert ist, möchte ich ihn trotzdem hier zeigen.

    Er hat rückseits offensichtlich etwas mehr Stempel als deiner und gibt Hinweise auf den Laufweg.

    Zu sehen ist ein Durchgangsstempel Paris und ein Stempel der Bahnpost Paris-Straßburg. Vielleicht kannst du das irgendwie für deine Laufwegbeschreibung gebrauchen.

    Gruß

    bayernjäger


  • ... zu Zeiten von Andreas Brief gab es die Leitung über Paris vom Süden kommend meiner Meinung nach nicht mehr - aber trotzdem ein feiner Brief.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    da der Brief wahrscheinlich am Mittelmeer angelandet wurde, zeigt ein Blick auf die Karte, welcher Umweg die Strecke über Paris bedeutete. Aber gab es 1863 schon eine Bahnverbindung Lyon - Straßburg? Dann war der Weg über Paris die schnellere Lösung.

    Gibt es Karten aus Frankreich wie die für Deutschland auf einem Server der Uni Mainz?


    beste Grüße

    Dieter

  • Da kann ich auch ein Briefchen in die Pfalz beisteuern, Rückseitig sind nur stempel von Marseille und Dürkheim zu sehen.