Österreichische Levante - Schweiz

  • Hallo,


    heute wurde bei einer Schweizer Auktion folgender Brief verkauft:



    Mich hatte der Brief wegen seiner Herkunft aus Bucarest (Mai 1867 - 31.3.1869 ungarisches Postamt) interessiert. Die 15 Kr Frankatur ist dem Postvertrag Österreich-Schweiz vom 1868 entsprechend korrekt frankiert.


    Meine Frage: war es in der Schweiz üblich für die Nachsendung eine erneute Frankierung zu verlangen ?


    Vielen Dank für die Erklärung .


    Martin

  • Hallo

    Ja eine erneute Aufgabe kostete das erneute erforderliche Porto.

    Solche Briefe (Frankaturen) sind nicht häufig!

  • Hallo

    Ja eine erneute Aufgabe kostete das erneute erforderliche Porto.


    In anderen Staaten war eine Weiterleitung gebührenfrei. Gab es hierfür eine besondere Postvorschrift / -verordnung in der Schweiz ?


    Vielen Dank


    Martin

  • Hallo,

    Das weiss ich nicht, respektive diese allenfalls vorhandene hab ich nicht.

    Es war oft so das Briefe ohne weiteres Porto weitergeleitet wurden in der Schweiz. Warum es hier zu einem zusätzlichen Porto kam weiss ich momentan noch nicht.

    Auf jedenfall sind Mischfrankaturen Schweiz Ausland zu dieser Zeit oder noch älter sehr selten.

  • Liebe Freunde,


    international üblich war, dass einem (nicht unbedingt dem genannten) Empfänger ausgelieferte Sendungen dadurch den Postweg verlassen hatten; sie waren also für die Post "tot".


    Wurde dann solch eine Sendung, egal ob am selben Tag, oder Wochen später, mit neuer Adresse aufgegeben, war die vorherige Beförderung ohne Belang, weil es ein "neuer Brief" war, der am Schalter angenommen wurde und für diese Beförderung jetzt galten die gängigen Postvorschriften, nicht die alten der 1. Versendung.


    Lieber José,


    weil ich auf semantische Feinheiten achte: Eine Mischfrankatur ist etwas anderes als eine Nachsendefrankatur wie hier - beides ist selten, das erstere wohl noch viel mehr, als der hier vorliegende Fall, wobei auch dieser natürlich schon damals selten war und heute höchst begehrenswert zu zeigen ist.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ralph

    Im Detail hast du sicherlich recht. Dennoch kam diese Frankatur richtig zustande. Nicht wie andere die aus reiner philatelistischer Herkunft stammend zustande kam.

    Viele Briefe wurden nicht frankiert oder taxiert wenn diese weitergeleitet wurden. Da kenne ich unzählige. Möglich wäre, dass der erste Empfänger diesen Brief aufgab zur Weiterleitung. So käme ein neuer Auftrag für die Post natürlich zustande.

  • Lieber José,


    es gab mehrere Fälle, dass Briefe nicht neu aufgegeben wurden:


    1. Er hatte bei seiner Abreise seinem Postamt gesagt, dass er unter der neuen Adresse XY die nächsten Wochen zu erreichen sei - dann kam der Brief an, wurde Ankunft gestempelt, aber gleich darauf die Anschrift geändert und der Brief abgeschickt. Den Postenlauf hatte er nicht verlassen, Kosten vielen nur an, wenn die Frankatur der ursprünglichen Aufgabe nicht höher war, als es die Frankatur des späteren Zielortes erfordert hätte. Das dürfte vor allem für Selbständige der Fall gewesen sein, auch für die Nobilität, für simple Private weniger.


    2. Er war verreist und sagte seinem Personal/Verwandten im Haus, dass für ihn ankommende Post sofort an seine neue Anschrift bis zum XY zu schicken war - der Bote konnte also gar nicht zustellen, sondern ließ den Brief von der Ehefrau, oder dem Butler, umadressieren und nahm ihn wieder mit.


    3. Er war verreist und hatte keine Adresse hinterlassen. Dann sammelten die Angehörigen die Briefe an ihn, bekamen später Verfügung, sie ihm an die Adresse XY nachzuschicken, wonach die zur Post gingen und sie wieder neu aufgaben. Diese nachgesandten, aber zuvor schon ausgelieferten Briefe konnten dann unfrei, oder frankiert auf ihre Reise gehen - schöner ist natürlich einer mit Marke(n).


    Diese kurze Auflistung erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit - es gab noch zahlreiche andere Varianten, aber 98% decken diese 3 sicher ab und wie es en detail im Einzelnen gewesen war, wird sich nicht immer feststellen lassen.


    Freuen wir uns solcher Rosinen - ich liebe sie und habe immer gerne dergleichen gekauft und wenn ich mal ganz viiiieeeeel Zeit haben sollte, ziehe ich sie alle auf und stelle sie mir geordnet und beschrieben ins Regal. :P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Was noch zu sagen wäre zu obigem Brief

    10 Rappen für einen Brief über 2 Wegstunden bis 10 Gramm. Tarif ab 1.7.1862-1.9.1871