Entfernungsstufe über 20 Meilen

  • Liebe Freunde,


    den folgenden Brief besitze ich schon gut 10 Jahre, ohne hinter sein "Geheimnis" dringen zu können. Er trug einst 3 Marken, wo links oben nur noch eine platziert ist. Die 3 jetzigen Marken waren ursprünglich nicht auf dem Brief angebracht gewesen und wurden nachträglich von einem anderen Brief abgenommen und hier mit Leim appliziert. Sie waren auch nicht zuvor entwertet worden.


    [Blockierte Grafik: http://s3.imgimg.de/uploads/20db39d9d60db39d9djpg.jpg]


    Wer kann eine einleuchtende Erklärung für das hier gewählte Verfahren abgeben? Jede Meinung ist gerne gehört! :)


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber bayern klassisch,


    Ich komme mit einer ganz unbedarften Meinung daher:


    Alles, was ich PO-Laie mir vorstellen kann, wäre, dass vielleicht zuerst vom Absender in Unkenntnis 3 bereits ungültige Ziffernmarken (Sind die Klebespuren links und recht nicht ein wenig breiter als die Wappenmarken?) verklebt wurden. Der Postler wies den Absender darauf hin und die beiden entfernten am Schalter die 3 Marken und ersetzten sie durch solche der Wappenausgabe.


    Ich gebe zu, das klingt seht abenteuerlich und vielleicht sogar lächerlich. Aber sonst fällt mir nichts dazu ein. Ich hoffe, dass sich niemand kaputt lacht ob dieser Antwort.


    Liebe Grüße von maunzerle :thumbsup:

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

  • Lieber maunzerle,


    niemand macht sich hier lächerlich, du am allerwenigsten. Die "Gummistellen" deuten sehr auf rechteckige Marken hin, also die Wappenausgabe. Wie gerne würde ich anderes berichten. Der aus 1867 stammtende Brief könnte nur ungültige Marken der Ausgabe von 1850 haben, die sehr verschnitten gewesen wären - daran glaube ich aber eher nicht.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber bk,


    wenn denn schon spekuliert werden soll, biete ich gleich zwei Varianten an:


    a) die drei jetzt dort klebenden Marken waren aus irgend einem Grunde ohne Originalgummi und wurden links oben mit schlecht haftendem Kleber aufgebracht. Als man merkte, daß der Kleber nicht richtig "bappte", entfernte man sie und klebte sie neu auf mit besser haftendem. Zwei Marken platzierte man bewußt an anderer Stelle, weil die ursprüngliche Position noch feucht war. Bei der dritten verzichtete man auf diese Maßnahme.


    b) das Kopfstehen der Marken hat für den Empfänger irgend eine Bedeutung. Man hatte vergessen, die Marken so aufzukleben und änderte ihre Position deshalb.


    Da niemand die Lösung wird zwingend wird ergründen können, bleibt der Brief ein Kuriosum.


    Liebe Grüße


    Altsax

  • Lieber Altsax,


    danke für deine beiden Lösungsvorschläge.


    Mein eigener wäre der, dass man drei Einkreuzermarken versehentlich verklebte hatte, diese dann ablöste und durch 3 Dreikreuzermarken ersetzte, die zuvor auf einem anderen Brief klebten, für den 3 Kr. gereicht hätten.


    Das mit dem feuchten Aufkleben hat aber schon was ...


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Hier gibt es wohl mehrere mögliche Lösungen. Ein besseren als was es hier schon geschrieben ist, habe ich nicht. Aber ich habe ein Kommentar zu deine Lösung. Falls man hier schon 3 mal 1 Kreuzer geklebt hatte, warum hat man alle drei ersetzt und nicht nur 2 mal die Nummer 15 dazu geklebt? Normalerweise macht man wohl nicht mehr Arbeit als notwendig ist (sagt der faule Nils :D)? :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    ich weiß ja auch nicht, was ein verwirrter Bayer gedacht hat, als er diesen Brief produzierte. Jedenfalls habe ich dergleichen noch nie gesehen und von daher war er sein Geld wert, auch wenn der Auktionator (Dischinger) die Besonderheit erkannt und beschrieben hatte - er wußte aber auch keine Lösung. ;(


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Nils, BK, Maunzerle, Altsax, Liebe Sammlerfreunde,


    dann wage ich auch mal eine interpretation des kuriosen Briefes :) .


    der Absender wollte auch zur damaligen Zeit Porto sparen. Die mittlere drei Kreuzer
    Marke war nicht entwertet, was bei drei geklebten Marken ja schonmal vorkommt.


    Daher hat der Absender die 2entwerteten entfernt und zwei neue, kopfstehend wie die
    vorhandene dazugeklebt.
    Gespartes Porto: 3Kreuzer.....


    Was meint Ihr??


    Herzliche Sammlergrüsse aus dem sonnigen Siegen 8) :thumbup:
    Oliver

    Beste Grüsse von
    Bayern Social




    "Sammler sind glückliche Menschen"

  • Hallo zusammen,


    nach kurzer Rücksprache mit BK habe ich erfahren, daß der Brief keinen 2.Ankunftsstempel hat :whistling:


    Das lässt meine Interpretation hinfällig werden ?(
    Somit schliesse ich mich der Variante von Altsax als die wahrscheinlichste an, daß die drei Marken
    abgefallen sind und einfach replatziert wurden.


    Was meint Ihr? :)


    Viele Grüsse
    Oliver

    Beste Grüsse von
    Bayern Social




    "Sammler sind glückliche Menschen"

  • Hallo Sammlerfreunde,


    ich zeige hier zwei Briefe aus Bayern nach Triest. Auf der Rückseite befinden sich nur wenige Stempel. Auf welchem Laufweg wurden die Briefe befördert?


    Memmingen - Triest vom 7.7.1853, Ankunft 12.4.1853, Laufzeit 5 Tage
    Zu dieser Zeit gehörte die Lombardei und Venetien noch zu Österreich. Wurde evtl. über Innsbruck geleitet?


    Bayreuth - Triest vom 14.1.1867, Ankunft 16.1.1867, Laufzeit 2 Tage
    Die Lombardei und Venetien gehörten jetzt schon zu Italien. Das Küstenland mit Triest verblieb zunächst bei Österreich.


    Gruß
    bayernjäger

  • Hallo bayernjäger,


    der 1. vermutlich über Innsbruck - dort hat man nur selten den Stempel vergessen. Die Alternative wäre über Wien - aber auch dort hat man seinen Transitstempel nur selten vergessen.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Christian


    Vielleicht auch mit Plattenfehler V nach Vogel?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Christian


    Ich bin nicht der Experte hier, aber der Plattenfehler hat diese Beschreibung:
    "Aufspaltung der rechten Randlinie in höhe des linken unteren Wertziffernquadrates"


    Hoffentlich kann jemand das bestätigen oder nicht.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo BK,
    Falls sollte diese unterfrankierte Brief (9x wehren korrekt gewesen) nach Österreich gehen sollte, was man hier vielleicht gedacht hat – Kufstein, währen hier noch 10 Neukreuzer verlangt worden. Brief ging aber nach Kiefersfelden in Bayern, deswegen sind die 10 durchgestrichen?
    LG F

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Hallo Filigrana


    Das hast du toll gelöst :) :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Filigrana,


    was das intensive Studium von klassischen Threads in einem guten Forum doch so alles aus einer Sammlerin macht, die mit Bayern - Österreich eigentlich wenig am Hut hat ... Chapeau! Alle Männer hier geschlagen. :P:P


    Passau sah den Brief als nach Österreich gehörig an und notierte 10 Nkr., weil er mit 9 Kr. hätte frankiert sein sollen. Dort wusste man nicht, dass Kiefersfelden die österreichische Behörde "belieferte", weil es einen Boten von/nach dort gab. Aber Kiefersfelden wusste es natürlich, weswegen sie die Briefkarte von Passau korrigieren mussten und die 10 Nkr. auf dem Brief abstrichen.


    Ich habe ja 2 Briefe aus späterer Zeit von und nach Kiefer, die eine Seite in der Bayern - Österreich - Slg. ergaben und jetzt diesen von einem Kölner Auktioshaus bekommen - mit einer kleinen Karte ergab das eine hübsche und interessante Seite. :P:P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus