Die 1866 an Preussen abgetretenen Postorte

  • Lieber Kilian,


    dann hat mein damaliger Kommissionär Klicker für einen verstorbenen Sammlerfreund aus Frankfurt am Main (H. Kr.) zugeschlagen, was natürlich schade ist, weil H. Kr. jeden Mühlradstempel wollte, den es zu haben gab, aber du siehst ja, wie lange es sich hinziehen kann, bis solche Raritäten wieder auftauchen.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Kilian,


    auch wenn es teuer war, solche Veranstaltungen vergisst man nicht. Für meinen ersten Nrn-St 1530 war der Zuschlag beim doppelten Feuser. Da hatte jemand schriftlich sehr hoch über Ausruf geboten. Aber Auktionatoren schlagen nunmal gerne im Saal zu.

    Für Ralph: der einzige mir bekannte Brief mit dem St 1530 ist seit 22 Jahren in einer Sammlung in der Nähe.


    beste Grüße

    Dieter

  • Hallo Kilian,

    in der bayernjägerschen Untefrankensammlung befindet sich ebenfalls ein Exemplar mit dem gMR 466.

    Nicht so schön wie das von dir gezeigte, dafür aber gleich mit 2x 466. ;)

    Gruß

    Udo


  • Hallo zusammen,


    die Marke von Kilian ist einfach Spitze! :) :love: Da hätte ich als Bayernsammler auch entsprechendes Kleingeld angelegt.

    Gemeinsam hat der Stempel bei beiden Marken, daß die Kanten sehr klar sind. Anscheinend wurde er nicht sehr viel benutzt und/oder war noch nicht sehr alt.


    beste Grüße

    Dieter

    Einmal editiert, zuletzt von Klesammler ()

  • Hallo Udo,


    war ja klar wer noch einen MR "466" aus der 1. Verteilung zeigen kann:thumbup:


    Gruss Kilian

    Wer um Einzelmarken einen Bogen macht hat sich verlaufen.

  • Bayerische Stempelpapiere der abgetretenen Gebiete an Preussen (1. Oktober 1866).


    Hallo,


    Ein bayer. StP aus dem Übergangs- Jahr habe ich noch nicht gefunden, aber man muß Geduld haben.


    Hier ein STP von 1861 - Berechnung nach Gradationsstempel (Geldsumme). Für Verträge über eine Geldsumme bis 299 Gulden war ein 15 Kreuzer STP zu benutzen.




    Hier Die bayerische VO



    Mit freundlichen Grüßen


    Bayern Fiskal

  • Liebe Sammlerfreunde,


    am 4. September 1866 wurde der am 22. August 1866 abgeschlossene Friedensvertrag zwischen Bayern und Preußen auch vom bayerischen König Ludwig II. unterzeichnet und wurde damit rechtskräftig. Am 21. September 1866 wurde folgende Verordnung in Kraft gesetzt:


    Damit wurden ab 1. Oktober 1866 nach - und aus den bayerischen Orten, die nach Preußen übergingen, die Posttarife im Postverein angewandt:

    Posttarife der Kreuzerzeit, Innerbayerisch:

    1.8.1865 – 31.12.1867: Frankiert bis 1 Loth (ausschließlich) Fernverkehr 3 Kreuzer (unfrankiert 6 Kr.);

    Ab 1 bis 15 Loth 6 Kreuzer (unfrankiert 12 Kreuzer);

    Posttarife im Postverein;

    1.1.1861 – 31.12.1867: Briefe bis 10 Meilen bis 1 Loth, bzw. 15 Gramm 3 Kr.; jedes weitere Loth 3 Kr.

    Briefe über 10 bis 20 Meilen bis 1 Loth, bzw. 15 Gramm 6 Kr., jedes weitere Loth 6 Kr.

    Briefe über 20 Meilen bis 1 Loth, bzw. 15 Gramm 9 Kr., jedes weitere Loth 9 Kr.


    Bei folgenden Brief vom 15. Oktober 1866, frankiert mit 3 Kreuzer von Fürth nach Tann a. d. Rhön, wurde aber der innerbayerische Posttarif der Kreuzerzeit angewandt, was nicht stimmte, denn nach dem Posttarif im Postverein hätte zwischen 10 bis 20 Meilen bis 1 Loth, 6 Kreuzer frankiert werden müssen. In Fürth und in Tann a. d. Rhön hat man anscheinend die Verordnung vom 21. September 1866 nicht gelesen. Der Absender sandte eine Abschrift eines Schreibens vom 17. Juli 1866 nochmals, nachdem er keine Antwort erhielt und der Brief anscheinend in den Kriegswirren verloren ging.


    Am 14. Januar 1867 erfolgte der Übergang der kgl. bayer. Post in Tann a. d. Rhön zur kgl. preußischen Post.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber Hermann,


    ein höchst interessanter sehr seltener Brief.

    Ich suche seit Jahrzehnten einen Brief aus den abgetretenen Gebieten nach Bayern zum DÖPV-Tarif, also aus der Zeit bis in den Januar 1867, als die Bayern schließlich dann auch die Postexpeditionen übergeben haben. Aber diese Suche nehme ich wahrscheinlich mit ins Grab.


    Liebe Grüße von maunzerle

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

  • Hallo Hermann,


    wirklich schön, dass der Brief nun in sehr kompetenten Händen gelandet ist.

    Und danke, dass Du den vollständigen Inhalt zeigst.


    Ich hatte auch mitgeboten, da ich wusste, dass Tann nach dem 1866er Krieg an Preussen abgetreten wurde und mich interessierte, ob der Inhalt Kriegsbezug hat. Die Verordnung kannte ich noch nicht und bin beim Bieten daher schon früh ausgestiegen.


    Viele Grüße von der Frankenhöhe

    Gerd