Belege aus der SBZ

  • Hallo,

    ich möchte hier ein paar Belege aus der SBZ zeigen. Sie sind nicht nach Zeit sortiert. Belege von anderen Mitgliedern sind erwünscht.

    Damit ich nicht immer in die Literatur schauen muss ein Überblick.


    Nach Aufnahme des Postverkehrs, Freimachung mit Lokalausgaben, Schwärzungen, Gebühr bezahlt usw. Tarif laut Postordnung Deutsches Reich 1929


    Ausgabe von Marken der OPD 1945 ( Potsdam ab 3.8.; Mecklenburg-Vorpommern ab. 28.8.; Ostsachsen ab 28.7.,Provinz Sachsen ab 10.10. Westsachsen ab. 3.8. und Thüringen ab 1.10.)

    Gültig meist bis zum 31.10.1946


    Ab 2.2.1946 Ausgabe der 1. Kontrollratsausgabe Ziffern


    Am. 1.3.1946 neue Posttarife


    Ab 1.3.1947 Ausgabe 2. Kontrollratsausgabe Bilderserie oder Arbeiter


    Auf Grund der Währungsreform im Westen galt ab 24.6. 1948 in der SBZ:

    Marken der Kontrollratsausgaben konnten zu einem Zehntel des Nennwertes bis 31.7.1948 zur Frankatur verwendet werden.

    Die Marken auf Postämtern wurden mit dem vorhandenen Bezirkshandstempel versehen und dann zum Nennwert verkauft.

    Verkauf bis 2.7.1948 ; Gültig bis 10.7.


    Ab. 3.7.1948 Freimarkenserie der 2. Kontrollratsausgabe mit Aufdruck „ Sowjetische Besatzungszone“ am Schalter, ab 9.9. folgte der Aufdruck auf Berliner Bär und Eiche der Serie 1945

    Gültig bis 28.2.1950


    7.10.1949 Gründung der DDR


    Beste Grüße Bernd

    2 Mal editiert, zuletzt von BaD ()

  • Hallo,

    in Ostsachsen waren alle Marken der ersten Ausgaben bis auf eine offizielle Versuchszähnung von 36400 Stück der 6 Pf. entweder geschnitten oder durchstochen. Die ersten gezähnten Marken erschienen am 3.11.45.

    Fernbrief vom 9.9.45 nach Dresden mit einen Paar der 6 Pf. durchstochen ( bis 28.2.46 Fernbrief 12 Pf.; danach 24 Pf.)

    Karte aus Berlin nach Dresden vom 18.10 45 mit Marken der ersten Berlin Ausgabe( OPD Potsdam) , die am 3.8. an den Schalter kam.Fernkarte 6 Pf. plus 30 Pf. Einschreiben.

    Der Absender wollte gezähnte Ostsachsenmarken gestempelt haben, das war etwas früh.

    Beste Grüße Bernd

  • Hallo Bernd,


    über das neu eröffnete Thema freue ich mich sehr. Darf ich fragen, welcher Art die Belege sein sollen, die hier hinein gehören ? Besonderheiten ? Besondere Laufwege ? Besondere OPD`en ?


    Gerne beteilige ich mich hier auch, wenn gewünscht.


    Beste Grüße
    Rüdiger

    Sowjetische Besatzungszone -SBZ-
    vor allem OPD Dresden (Ostsachsen)

  • Hallo Rüdiger,

    ich habe das Thema weit gefasst, weil ich von allen ganz wenig habe.

    Alle OPD, gerne sogar etwas weiter bis zum 28.2.50. Es ist doch verrückt, es gründete sich die DDR, und man konnte Marken mit dem Aufdruck " Sowjetische Besatzungszone noch verkleben. Nur ich habe keinen Beleg dazu. Die Porterhöhung 1.3.46 ist bestimmt auch gut darstellbar, die selben Marken und Versendungen aber verschiedene Gebühr. Die Zeit der Währungsreform ist auch Super interessant.

    Natürlich sind Besonderheiten sehr erwünscht. Gestern war die Franke-Auktion mit 2800 Losen SBZ.

    Unglaublich viele Philatelistisch gemachte Belege,furchtbar, aber das war nunmal so.

    Anbei ein Brief vom Dresdner Händler Ahrendt, das ist für mich allerdings Bedarf und zeigenswert.

    Eine Kempe-Karte an sich selbst nicht.

    Fern-Einschreiben vom Briefmarkenhändler Arendt vom 20.10.1945

    Brief über 20 gr. = 24 Pf. plus 30 Pf. Einschreiben ergibt 54 Pf. 1 Pf. Überfrankatur störte ihn nicht,

    er wollte wohl den Plattenfehler( Kerbe am unteren Rand der 5 Pf.-Marke) mit versenden.


    Fernkarte der OPD Halle ( oder Provinz Sachsen??) vom 31.1.1946 aus Hettstedt portogerecht mit 6 Pf. frankiert.

    3 Pf. aus der Serie vom 12.10. geschnitten und 3 Pf. aus der Serie vom November gezähnt.

    Beste Grüße Bernd

  • Gestern war die Franke-Auktion mit 2800 Losen SBZ.

    Unglaublich viele Philatelistisch gemachte Belege,furchtbar, aber das war nunmal so.

    Das Thema Auktion im Norden der Republik ist etwas eigen....

    Die Sammlung, die dort aufgelöst wird, schleppt sich seit Jahren durch die Auktionen. Es muss eine riesige Sammlung gewesen sein, in der sich viele Seltenheiten befunden haben. Die sind natürlich inzwischen verkauft und der Bodensatz wird uns wohl noch Jahre begleiten. Aber ich beschwere mich nicht, es gab in den letzten Jahren tolle Stücke zu überschaubaren Kursen zu erwerben....

    Sowjetische Besatzungszone -SBZ-
    vor allem OPD Dresden (Ostsachsen)

  • Gerne zeige ich hier auch "ein paar" Stücke aus meiner Sammlung, in der Hoffnung, dass ich die Belege hier noch nicht vorgestellt habe.


    Beginnen wir mit einer Einzelfrankatur der Mi.Nr. 86 der OPD Halle für die Provinz Sachsen auf portorichtigem Fernbrief von Wanzleben nach Berlin. Die Entwertung der Frankatur erfolgte mit dem Ortstagesstempel des Postamtes Wanzleben / BZ. Magdeburg mit dem Ub. "a" am 09.01.1946 16 Uhr.



    Das interessante Detail dieses Beleges findet sich aber auf der Rückseite. Der Umschlag wurde nämlich ein zweites Mal benutzt. Zur Einsparung des in der unmittelbaren Nachkriegszeit sehr knappen Papieres wurde auf dem Umschlag ein Aufkleber angebracht, der das gesamte Adressfeld abdeckt und den Umschlag durch eine Überlappung am Oberrand wieder verschließt. Theoretisch kann ein Umschlag auf diese Weise auch ein drittes oder viertes Mal benutzt werden.

    Auf dem rückseitigen Teil des Aufklebers wird dann auch der Name dieser Erfindung sichtbar: "Pfiffig"-Briefumschlagsparer......


    Sowjetische Besatzungszone -SBZ-
    vor allem OPD Dresden (Ostsachsen)

    Einmal editiert, zuletzt von Kontrollratjunkie ()

  • Hallo kj,


    irgendwo habe ich auch so einen Beleg. Bei der überwiegenden Mehrzahl meiner Belege wurde die Adresse mit irgendeinem gerade greifbaren Stück Papier überklebt.


    beste Grüße


    Dieter

  • Hallo,

    heute kam eine interessante Karte.

    Rückseite erklärt die Frankatur nach der Währungsreform.

    Frankiert mit 8Pf. plus 2 Pf. Bilder- oder Arbeiterserie mit Bezirksstempel vom Weißenfels,

    somit 10 Pf. Für die fehlenden 2 PF. zur Fernkartengebühr wurden 2 Marken der Ziffernserie

    verklebt: 27 Pf. mit 1/10 Frankaturwert gleich 2,7 Pf.
    Die ursprüngliche Anweisung lautete, Pfennigwerte der Bilderserie mit dem Bezirksstempel zu versehen.

    Der Schreiber schreibt aber von Marken bis 5 Mark gestempelt!. Das können nur Ziffernmarken sein, also wurde gestempelt was da war oder vorgelegt wurde. Und siehe da, in der Literatur stehts:

    In Weißenfels wurden zu den über 100 000!!! Marken der Bilderserie auch Markwerte der Ziffernserie überstempelt. Die Weißenfelser müssen unglaublich fleißige Briefschreiber gewesen sein. Oder sollte das mit dem Geldverdienen mit Marken in der damaligen Zeit zu tun haben ???

    Marken Gültig vom 24.6. bis 10.7.1948, vollkommen Irre.

    Beste Grüße Bernd.

  • Hallo Stampmix,

    nein, Wer ca. 600 Euro für diese Karte ausgibt , obwohl zum Beispiel eine Karte nach Bremen erst am 24. Oktober 1945 überhaupt möglich war, ist selber Schuld. Mit der Potschta ist ist es wirklich schwierig.

    Ich kann die Atteste nicht mehr sehen, die bis vor wenigen Jahren bei Belegen von wahrscheinlichen Gefälligkeitsstempeln redeten. Es gibt keinen zeitgerechten Stempel auf der Marke, alle auch die echten Stempel sind zurückgestellt . Ich habe im 2.Halbjahr 2019 2 mal im Monat einen Vereins-und Tauschabend des örtlichen Briefmarkenvereins besucht. Phantastisch, bis 40 Sammler. Du konntest über alles reden, aber nicht über die Potschta.Deren Meinung: Die stand als ausgegeben und bewertet schon im DDR-Spezial und im Michel, und das stimmt und du willst meinen teuer erworbenen Beleg oder die gestempelte Marke nur heruntermachen. Mögen sie glücklich werden.

    Beste Grüße Bernd

  • Die Marken, die vor dem 24.6 1948 im Besitz des Publikums war, konnten zu 1/10 den Nennwertes bis zum 31.7.1948 aufgebraucht werden.Es enstanden unzählige bunte Briefe, wie in der Karte beschrieben.

    Anbei Brief 240 Pf. frankiert = 24 Pfennig Fernbrief.

    Die Paketkarte ist vom 29.7. 1948. 9 Mark frankiert ergaben die erforderlichen 90 Pf.

    Otto Milde schickte wohl Utensilien für den Urlaub in den Thüringer Wald.

    Beste Grüße Bernd

  • Die Paketkarte ist vom 29.7. 1948. 9 Mark frankiert ergaben die erforderlichen 90 Pf.

    Otto Milde schickte wohl Utensilien für den Urlaub in den Thüringer Wald.

    Beste Grüße Bernd

    Es ist doch immer wieder schön zu sehen, wie selbst so hohe Frankaturen exakt mit selbst krummen Wertstufen zusammen gestoppelt wurden, um die fast wertlosen Marken in RM-Währung noch verwenden zu können. Tolle Paketkarte !


    Beste Grüße
    Rüdiger

    Sowjetische Besatzungszone -SBZ-
    vor allem OPD Dresden (Ostsachsen)

  • Hallo Rüdiger,

    die Belege mit Zehnfachfrankaturen sehen immer so aus als wären sie philatelistisch beeinflusst,

    dabei haben die Versender damals alles an Marken aufgebraucht welche ab dem 1.8.1948 wertlos wurden.

    Danke für das Lob für die Paketkarte, die muss man lange suchen.

    Vor 3 Wochen habe ich mir folgende Paketkarte zugelegt.

    Mit sehr großen Bauchschmerzen, denn es fehlen 24 Pf.

    Paketkarten mit Marken mit Bezirksstempel und Zehnfachfrankatur sind sehr selten und somit sehr teuer. Diese war nur teuer. ;) Ich dachte ich kann das Rätsel lösen. Leider geht es nicht.

    Frankiert mit 10 Marken zu 24 Pf. der Arbeiterserie = 2,40 bei 1/10 Wert =24 Pf.

    Marken mit Bezirksstempel 20 / Halle 2 : 50 ; 50; 30 ; 2 Pfennige = 132 Pfennige

    Summe frankiert 156 Pf. , ein Paket von 10 kg. über eine Transportentfernung von 76 -150 km.

    erforderte aber eine Gebühr von 180 Pfennigen.

    Möglicherweise klebte auf den abgeschnittenen Abschnitt z.B. eine 24 Pf. mit Bezirksstempel.

    Für mich unlogisch, Man verklebte rückseitig die 2 Pf. über die Zehnfachfrankatur, da wäre auch noch Platz für eine weitere Marke gewesen. Was solls, ich bin froh das ich sie habe.

    Beste Grüße Bernd

  • Dann von mir heute eine Mehrfachfrankatur von zwei Werten Mi.Nr. 132 von Westsachsen auf einem Fernbrief von Döbeln nach Siebenbrunn im Vogtland.

    Der Brief lief am 11.02.1947 ab Döbeln und wurde mit einer Nachgebühr von 36 Rpf belegt, da die beiden Briefmarken der Ausgabe für die OPD Leipzig nur bis zum 31.10.1946 postgültig waren. Die Frankatur wurde entsprechend mit Blaustift eingerahmt.


    Das erforderliche Porto von 24 Rpf wurde um den hälftigen Strafzuschlag von 12 Rpf erhöht, sodass ein Gesamtporto von 36 Rpf nacherhoben wurde.


    Sowjetische Besatzungszone -SBZ-
    vor allem OPD Dresden (Ostsachsen)