Bayerische Stempelpapier-Ausgabe 1825

  • Hallo,


    da hast du ein Spitzendoku in deiner Sammlung.

    Eine erste Zuordnung.

    Der Reisepass von 1820 ist nach dem alten VO vor 1825 ausgestellt worden. Erkennbar ist das unter anderem an den niedergeschriebenen Taxklassen I, II,III. Das sind einfach Unterscheidungen wie der Reisende mit welchen Transportmittel unterwegs war (Info die Taxklassen nicht mit den Stempelgebühr verwechseln). Die Klasse III ist für Fußgänger oder die zu Wasser verreisen. Normalerweise hätte der Pass 3 Kreuzer an Stempelgebühr gekostet. Wenn er z.B. dem Armenrecht unterliegt ist er jedoch Gratis.

    Unter lese ich ? – bedürftigen Schutz und Einstand zu gewähren – das bedeutet - Armenrecht = gratis.

    In Jahre 1826 unterlag der Pass laut VO von 1825 dem 3 kr Stempel (Wertstempel der Ausgabe 1825). Dieser 3 Kreuzer Wertstempel und Trocken-Kontrollstempel ist nachträglich im Jahre 1826 aufgestempelt worden (denn der Wertstempel ist erkennbar über der senkrechte Linie gestempelt) – damit hat der Pass wieder seine amtliche Gültigkeit (Ohne Armenrecht- nicht gratis).

    Info: Das Armenrecht wurde in einem amtlichen ablauf festgestellt und dokumentiert.

    Info: die Pässe bestanden aus zwei gleichen Teilen. Nach der Ausstellung blieb ein Teil bei der Behörde.


    MfG

    Bayern Fiskal

  • Abschrift einer Vollmacht, Klassenstempel


    Hallo,


    Hier eine Abschrift einer Vollmacht .

    Normalerweise wurden Vollmachten laut Vo auf einem 30 Kreuzer STP geschrieben. Hier ist es jedoch eine Abschrift (siehe oben links) einer Vollmacht. Abschriften unterlagen dem 3 Kr Stempel.

    Die sollte man zur Einordnung des STP beachten



    Rückseite


    MfG


    Bayern Fiskal

  • Bayern Fiskal - vielen herzlichen Dank, und dass ausser der Stadt meiner Spassheimatsammlung!


    Beduetet also in 1820 hat ............. Philipp Jacob Kerker einen Pass in das Ausland nach dem Armenrecht bekommen, 1826 war er dann irgendwie zu Geld gekommen und musste die Gebühr bezahlen.


    Wäre schon interessant etwas mehr über diesen Menschen zu erfaahren, am Schluss war es am Ende noch einer der "Textilgrößen" in Augsburg.

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :-)

  • Hallo,

    Kaufvertag über 720 Gulden, Gradationsstempel


    Der Kaufvertrag wurde vom Landgericht Donauwörth am 19. Juni 1847ausgestellt.

    Es geht um … Kataster…Besitzstand ..Grundstücke .. Garten … zu Ebermergen…Kaufsumme ... zu 729 Gulden ... Bar bezahlt und hiermit quittiert wird..


    Für Geldsummen vom 500 bis 999 Gulden mußte ein STP mit einen Gulden Wertstempel genommen werden.


    MfG

    Bayern Fiskal

  • Hallo,

    Geburts-/Taufzeugnis, Klassenstempel


    Taufzeugnis am 12 .Januar 1865 vom Königlich Bayerischen Protestantischen Pfarramt Möttingen auf einem 15 Kreuzer Papier ausgestellt. Gebührenberechnung: Klassenstempel

    Geburtsdatum: Margarete Künzler (?) den 20. (?) Mai 1842

    Taufdatum: morgens 6-7 Uhr der 27. Mai

    Extraiert aus dem Taufregister der Pfarrey Moettingen

    Unterschrift (?)


    Dann die zusätzliche Bestätigung der fleißigen Teilnahme am Religionsunterricht


    Interessant ist unten links die Gebührentabelle mit der Unterscheidung Taxe und Stempel (sogar mit Papierzuschlag von einem halben Kreuzer).


    MfG

    Bayern Fiskal

  • Pass für das Ausland , Rückseite mit besuchten Orten

    Hallo,

    ein toller Beleg!! Zeige bitte auch die Rückseite. Deiner Beschreibung nach scheint die auch interessant zu sein.

    Hallo Klesammler,

    es hat was gedauert- denn wie immer war es in der letzten Mappe zu finden.

    Hier die Rückseite mit den Stationen und den amtlichen Bestätigungen.



    MfG

    Bayern Fiskal

  • Hallo Bayern Fiskal,


    vielen Dank fürs zeigen. Eine sehr interessante Rückseite. Für das Jahr 1839 scheint die Reise recht schnell gewesen zu sein. Auf dem Weg von Frankfurt nach Nijmegen (Nimwegen) muß er auch hier im Kreis Kleve vorbeigekommen sein. In den Niederlanden hat er sich dann länger aufgehalten. :) :thumbup:


    beste Grüße


    Dieter

  • Hallo,

    Zuschlag Decret einer Versteigerung, Klassenstempel- amtliches Schreiben


    Bemerkenswert: das Dokument ist nicht zerteilt sondern besteht aus zwei 3 Kr STP .

    Info: amtliche Schreiben mußten auf einem 3 Kr STP geschrieben werden - folgende Dokumente ebenfalls.

    Am 26.August 1846 hat das Landgericht Berneck das Zuschlag Decret auf einem 3 Kreuzer Papier ausgestellt.




    In Sache – wer kann helfen bei dem Text – Namen???.

    Nach einer Schätzung der Verkaufsobjekte - der Grundrealitäten – an den Meistbietenden versteigert.

    Es folgt eine umfangreiche Beschreibung der Modalitäten…



    Das zweite STP ist mit einer Notar-Kordel angeheftet.

    Zahlungen???

    Bestätigung: – urkundlich unter Siegel Unterschrift

    Berneck den 26.August 1846

    Königliches Landgericht Berneck


    MfG

    Bayern Fiskal

  • Lieber Hans,


    ... dann versuche ich mal mein Glück:


    In Sachen des Conkurs des Faerbermeisters Jacob Hassfurther von Gefrees, und dessen Relicten (= Nachkommen) betreffend.


    Vorstehendes Zuschlags Decret wird für den Weißgerbermeister Michael Bayer zu Gefrees als Erwerbsurkunde ausgefertigt. Urkundlich unter Siegel und Unterschrift usw..

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ralph,


    wie so oft siehst du die richtigen Passagen - und kannst sie direkt lesen -:thumbup::thumbup::thumbup:

    Für mich ist alte Schrift die größte Hürde und Arbeit, denn zu manchen Handschriften finde ich einfach keinen Zugang.

    Danke - ein Dokument ist durch dich wieder sichtbar geworden - nach 175 Jahren.


    Mit vielen Grüßen


    Hans

  • Hallo,


    Wenn man in der Geschichte des Ortes zurückgeschaut ist laut Wikipedia das Fürstentum Ansbach / Bayreuth – mit Verbundenheit mit Preussen - zu finden.

    Markgraf Christian Friedrich Karl Alexander trat am 16. Januar 1791 in einem Geheimvertrag seine Fürstentümer Ansbach-Bayreuth für eine lebenslange jährliche Leibrente von 300.000 Gulden an den preußischen Staat ab.

    Der Bereich gehörte später dann zu Bayern.

    Eine erste Vermutung ist: da es auch um Grundstücke geht, mußte das ehemalige preußische Landrecht der alten „Herrschaften“ berücksichtigt werden (alte preußische Katasterunterlagen, Privilegien, Rechte... ?). Daher vermutlich der Hinweis auf bestimmte Paragraphen des Preußischen Landrechtes.


    MfG


    Bayern Fiskal

  • Theil und Looszettel, insgeamt geht der Vertrag über 3 Doppelbogen zu je 21 Kreuzer.

    Sollte jemand Interesse am kompletten Inhalt haben müsste ich mir was einfallen lassen, da zu groß für meinen Scanner!



    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :-)

    Einmal editiert, zuletzt von Minimarke ()

  • Hallo,

    an dem Ort Deidesheim und dem Trocken- Kontrollstempel sieht man - es ist ein Wertstempel bzw. Stempelpapier das zur bayerischen Rheinpfalz gehört. Wie geschrieben hat die Rheinpfalz eine andere „ Wertstempelausgabe“ als im übrigen Bayern.


    Info: große Dokumente fotografiere ich bei gutem Tageslicht mit dem Handy. Dabei schalte ich den Gittermodus ein und kann dann an den Linien das Dokument ausrichten. Zusätzlich kann ich im Bildprogramm mit dem Bereich Objektiv-verzerrung eventuelle senkrechte/horizontale Verzerrungen entfernen.


    MfG


    Bayern Fiskal

  • Bayern Fiskal - Danke für die zusätzlichen Imformationen.

    Mich hat an diesem Dokument der doch hohe Betrag von 63 Kreuzern "irritiert".

    War doch jede Menge Geld zur damaligen Zeit.

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :-)

  • Hallo Ulrich,


    das ist eine Urkunde zur Erbteilung zu je 1/3. Da durch die Teilung schon 42 Fl 1Kr anfiel, waren die Gebühren von je 16 Fl 48 1/3 Kr incl. 1 Fl 3 Kr Stempelgebühr wohl zu verkraften.


    Dieter

  • Hallo Dieter,


    wird wohl so gewesen sein. Bei 12 Seiten Vertrag waren das bestimmt nicht nur Schulden! ;-)

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :-)

  • Hallo,


    ein Flohmarktfund war dieses Deputationsprotokoll von 1743. Wie ich herausgefunden habe, waren Deputationen Verwaltungsausschüsse zur Behördenkontrolle.


    Durch dieses Thema habe ich mich nochmals damit beschäftigt und habe im inneren einen Stempel gefunden, der aufgrund der Angabe im Dokument und der Zirbelnuss im Stempel aus Augsburg stammt.


    Handelt es sich dabei auch um Stempelpapier (Wertstempel)?


    Zwar zeitlich ein bisschen früh für diesen Thread, aber ich hoffe das geht in Ordnung.


    Viele Grüße,


    Christoph

  • Hallo Augsburger,


    das freut mich - ein Stempelpapier – vermutlich aus der Heimatsammlung.

    Auf dem ArGe Fiskal - Messestand in Essen und SF habe ich bei vielen Gesprächen mit Sammlern festgestellt, das Gebührenmarken und Stempelpapiere in vielen Heimatsammlungen unerkannt vorhanden sind.


    Das Doku ist ein Stempelpapier aus dem Jahre 1743 mit einem Wertstempel der freien Reichsstadt Augsburg.

    Die Buchstaben A V im Wertstempel bedeuten: Augusta Vindelicum (auch Augusta Vindelicorum) ist der römisch-antike und neulateinische Name der Stadt Augsburg (Wikipedia)

    Unter die Wert-bezeichnung (Zahl), hier 1 (Kreuzer).

    Die selbständigen Herrschaften und freien Reichsstädte - vor Inbesitznahme durch Bayern – davon sammele ich selber nur Teilbereiche. Denn irgendwann wurde das SB für mich zu umfangreich.

    Hier die bekannten Infos (In der ArGe Fiskal ist kein Sammler bekannt der speziell das Gebiet bearbeitet und es liegen keine STP-Verordnungen vor - leider).


    A U G S B U R G (FREIE REICHSSTADT)

    Einführung des Stempelpapiers mit Dekret vom 20. September 1707 .


    1707 Wappen im Hochoval.

    Wertstufen 1, 3, 15,30 Kreuzer , 1 fl(Gulden-60 Kr).


    1804.


    Wertstufen: 2, 3, 15,30 Kreuzer, 1 fl (Gulden-60 Kr), 2, 3,4 fl


    Geschichtliches:

    Durch den Friedensvertrag von Pressburg (26. Dezember 1805) verlor Augsburg, das bereits am 21. Dezember von bayerischen Truppen besetzt worden war, die Reichsfreiheit und fiel an das Königreich Bayern.(Wikipedia)


    MfG

    Bayern Fiskal

  • Hallo.

    der 100 Gulden Wertstempel ( höchste Wertstufe)


    Beilage-STP zum einem Dokument - was leider komplett nicht mehr vorliegt.


    Wer kann beim Text weiterhelfen ?



    MfG

    Bayern Fiskal