Schiffspost nach Nord- Italien

  • Hallo Setubal,


    das Panama bis 1903 (laut Wikipedia) Teil von Kolumbien war, wusste ich nicht. Danke dafür!


    Ansonsten bin ich mir nicht sicher, ob die Postverträge zwischen Frankreich und Italien einzige Quelle sind. Ich könnte mir vorstellen, dass auch der Postvertrag Vereinigtes Königreich/Sardinien von 1857 und dessen Additionalverträge sowie deren Ausführungsbestimmungen eine Rolle spielen könnten.


    Wenn Du jetzt die Aufteilung des Portos in Höhe von 17 Decimi mit 15 Decimi (Seegebühr) sowie 2 Decimi (Italien Inland) beschreibst, dann muss Du doch dafür eine Quelle haben. Ansonsten hättest Du es doch nicht so beschreiben können, oder? Und genau diese würde mich interessieren. Daneben am besten noch - man wird ja noch träumen dürfen - wer die Seegebühr kassiert hat: Nur das Vereinigte Königreich? Ist dann Frankreich leer ausgegangen oder wurde Frankreich intern vom Vereinigten Königreich vergütet?


    Nachfolgenden Brief aus dem Jahr 1871 von Montevideo nach Genua kann ich persönlich im Moment nur so beschreiben, dass der Empfänger mit einem Porto in Höhe von 17 Decimi belastet wurde. Mehr nicht. Selbst über die "120" oben links kann ich aktuell nur spekulieren: Centisimi? Centimes? Vergütung Italien an Frankreich?



    Viele Grüße

    Martin

  • Hallo Setubal,


    bei dem Brief aus #60 verstehe ich nicht die Divergenz zwischen verklebten Portomarken (28 Decimi) und notiertem Porto (23 Decimi). Hast Du dafür eine Erklärung?


    Viele Grüße

    Martin

  • Guten Morgen Nitram,


    zu Deinem Brief aus 1871 aus Montevideo nach Genua.

    Zuerst die Beförderung: Dampfer "Douro" der Royal Mail Ankunft 15. Juni 1871 Southampton.

    Dann durch England über Frankreich nach Italien. Zu der Zeit hat Frankreich die Briefe von England im Päckchen pro Unze bezahlt.

    Ersichtlich ist das gesamte Nachporto von 1,70 Lire, wobei 20 Centesimi Inland Italien sind.

    1871 verlangte Frankreich für den Transit 5 Decimen = 5 Decimi - bleiben 1 Franc Seeporto Erstattung an England.

    Bei der Klärung der 120 muß ich Dir die Antwort erstmal schuldig bleiben - werde aber in meinen Unterlagen nachschauen und dann antworten.


    Zu Deiner Frage auf meinen im Post 60 gezeigten Brief.

    Die 2,80 Lire, belegt mit Marken sind die vom Empfänger gesamt erhobenen Nachgebühren.

    Der Taxvermerk von 23 Decimen bezieht sich auf die gesamten französischen Gebühren für den Brief.


    Setubal

  • Hallo Setubal,


    damit wir nicht durcheinander kommen, antworte ich jetzt erst einmal auf den Brief aus #60.


    Wenn das mit den 23 Decimen bzw. Decimes so stimmen sollte, dass Frankreich diese bekommt, dann bleiben für Italien noch 5 Decimi über, oder? Wie passt das dann mit Deiner Briefbeschreibung in #60 zusammen? Verstehe ich nicht.



    Es wäre wie gesagt schön zu erfahren, in welcher Quelle man Deine Gebührenangaben etc. nachvollziehen kann.


    Viele Grüße

    Martin

  • Hallo in die Gruppe,


    heute zeige ich wieder einen neuen Brief, der den Weg in mein "Italien- Projekt" gefunden hat.

    Brief aus Callao in Peru über die kolumbianische Stadt Panama bis Colon und von dort mit Dampfer der Royal Mail über England und Frankreich nach Italien. Aufgegeben im britischen Auslandspostamt Callo mit bezahlter Inlandsgebühr Perus. Marke entwertet mit britischem Stempel C 38. Der Brief datiert vom März 1870.

    Der Brief zeigt die Verrechnungsstempel von England an Frankreich GB 1 F 90 c entsprechend dem Preis je Unce für die Auslieferung an Frankreich. Daneben der Postvertragsstempel F* 58 (Artikel 58 des Postvertrages Frankreich - Italien), wonach ein gewöhnlicher Brief 1,20 Lire für die Auslieferung an Italien kostete. Hinzu kam das italienische Inlandsporto von 20 Centesimi. Der Brief trägt die entsprechenden Nachportomarken von gesamt 1,40 Lire.


    Setubal


  • ... ein wundervolles Stück, Glückwunsch zu dieser Granate. :):)


    Ich würde aber die Siegelseite zeigen, wenn es dort etwas zu zeigen gibt, und wenn nicht, dann eine verkleinerte Weltkarte mit dem Laufweg, was die Leitung nachvollziehbarer macht, zumal du ja Platz genug auf der Seite hast. Nur so ein Tipp vom alten Hasen ... :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ralph,


    danke für Deine Ratschläge - aber...


    leider zeige ich in meinen Beiträgen immer nur eine Seite. In den Einleitungen für die (Gliederung nach) Regionen erkläre ich, welche Reedereien die Post auf welchen Routen mit Anlandungshäfen in Europa durchgeführt haben.

    Das aus jeder Seite zu zeigen wäre aus meiner Sicht etwas zu viel.


    Setubal


    Hier die Übersicht der Routen:


  • ... schon richtig, aber wenn es hinten 1, 2, 3 ode rmehr Stempel gibt, wäre es doch auch schön, diese zu sehen? Deine fachliche Beschreibung ist sehr gut, aber der Sammler will halt auch Transitstempel sehen. Das ist doch kein Problem, wenn es welche gibt: Siegelseite kopieren, Stempel ausschneiden und einfügen - fertig. Ich finde, dass es dann runder aussieht. Aber das ist nur mein persönlicher Geschmack, den niemand teilen muss.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo ins Forum,


    als "Beifang" habe ich einen weiteren Brief erhalten, der leider nicht in mein Projekt paßt.

    Da es aber auch ein etwas "besserer" Brief ist, wollte ich den zumindest vorstellen:


    Brief aus Hamburg vom 08.04. 1903 mit 2 x 10 Pf Germania portogerecht frankiert nach Radeberg in Sachsen, dort am 09.04. 1903 eingetroffen.

    Da der Empfänger dort nicht erreichbar war, wurde der Brief nach Riva am Gardasee in Österreich nachgesandt. Zu jener Zeit galt die KuK Monarchie als Inland.

    Auch hier war der Empfänger nicht erreichbar und der Brief wurde wieder nachgesandt. Diesmal nach Gardone Riviera (Italien) als Post restante.



    Setubal

    Bei der Abholung hat der Empfänger das Nachporto für die nicht gezahlte Auslandsversendung in Höhe von 25 Centesimi zu zahlen.

  • Guten Morgen in die Gruppe,


    heute ein weiterer Beleg, der sehr gut in die Chronologie zur Erklärung der Gebühren paßt.

    Unfrei aufgegebener Brief aus Buenos Aires direkt im britischen Auslandspostamt aufgegeben vom 15. Okt. 1870. Die Beförderung erfolgte mit dem Dampfer "Oneida" der Royal Mail auf der Linie Buenos Aires bis Liverpool. Dann über London (16.11.1870) über Frankreich nach Italien. Ankunft in Genua 20. Nov. 1870.

    England übergab den Brief im packet für 1,60 Franc pro Unze an Frankreich.

    Die Nachtaxierung über 1,50 Lire (einfacher Brief) beinhaltete die Inlandsgebühr Italiens von 20 Centesimi.



    Bedingt durch die Gestaltung der Seite, auf der ich vorrangig den Laufweg zeige, habe ich auf die Darstellung der Rückseite verzichtet, zumal die Transitstempel auf vielen anderen vergleichbaren (Laufweg) Briefen zu sehen sind.

    ...und sorry - Schreibfehler - Buenos Aires ist natürlich in Argentinien und nicht Uruguay. (Ich ändere das noch)


    Setubal

  • Guten Morgen in die Gruppe,


    in den vergangenen Wochen hat eine der größten Online- Plattformen in Brasilien eine Online- Ausstellung außerhalb des Wettbewerbs durchgeführt. Es fand eine doppelte Bewertung statt: Ein Votum der Besucher und eine Beurteilung durch eine Fach- Jury.

    Ich habe mit meinem Italien Projekt an der Ausstellung teilgenommen.



    Die Bewertung der Fach- Jury.

    Von den insgesamt über 12.000 Stimmen der Betrachter der Ausstellung stimmten 17 für mein Projekt.


    Setubal

  • Lieber Dieter,


    interessant, dass 2 Ebenen für die Bewertung konultiert wurden - bist du mit Silber zufrieden? Bei dem, was du hast und weißt, hätte ich mir da etwas ganz anderes gedacht, eher in Richtung Gold mit Ehrenpreis.


    Gab es eine Gewichtung zwischen Juroren und Publikum, oder wie wurde da genau verfahren?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Guten Morgen Ralph,


    danke für Deine Einschätzung.


    Ja - ich bin mit dem Ergebnis zufrieden.

    Zur Beurteilung einige Anmerkungen:

    Es gab keine Unterscheidung nach Traditionell- Postgeschichte- Thematik usw. wie wir es kennen.

    Eine "Klassen- Unterteilung" gab es nach folgenden Kriterien: Anfänger- Sammlungen, wettbewerbsfähige Sammlungen, Wettbewerbs- Sammlungen, daneben dann noch Web Seiten und Literatur.

    Die Fach Jury vergab zwischen 1 bis 10 Punkte (10 = Gold, 9 = Silber, 8 = Bronze)


    Von daher ist meine "Beurteilung" akzeptabel, zumal die Jury als Kommentar vielleicht in ein "kleines" Fettnäpfchen getreten ist.

    Der Kommentar lautet sinngemäß: Sie hätten gern mehr Belege gesehen und noch mehr Beschreibungen für nötig erachtet, da das Thema für philatelistische Laien viel zu schwer ist und selbst Fachleute überfordert sind.


    Ich werde in der Rubrik Ausstellungen mal zur Beurteilung durch die Betrachter näher eingehen.


    Insgesamt hatte mich gereizt, wie unterschiedlich wohl eine Jury und wie normale Betrachter ohne große Kenntnisse insgesamt beurteilen.


    Setubal


    Naja und als kleines "Trostpflaster":

    Ich hatte auch meine Maritime Mail Portugal - South Atlantic gezeigt.

    Das Exponat wurde von der Fach- Jury als bestes der Ausstellung eingestuft.

    Und immerhin 27 normale Betrachter sahen das auch so.


  • ... na, dann ist ja alles gut. Wäre mal interessant zu sehen, wie Sammler/Betrachter/Gäste jurieren würden (allerdings dann innerhalb einer speziellen Klasse, also PO, Ländersammlung, Thematik usw.).

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus