Landbriefträgerstempel

  • Hallo,


    Ich schließe hier an an bayernjägers post Nr. 83 im Thread über die Nr. 9, 3 Kreuzer rot.


    Der Expeditor in Münnerstadt hatte anscheinend einen Landbriefträger, der ihm mit seinem Stempel M/1 immer wieder mal in die Quere kam. Und er versuchte dann anscheinend jedes Mal die fehlerhafte Abstempelung seines Untergebenen zu korrigieren, indem er mit dem Mühlrad drüberstempelte. Hätte man doch Briefe, dann könnte man feststellen, wie lange die beiden dieses Spielchen trieben.


    Ich kann leider das entsprechende Paar nicht einzeln zeigen, sondern nur die ganze Albenseite, auf der es sich befindet.


    Viele Grüße von maunzerle :thumbsup:

    Bilder

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

  • Lieber maunzerle,


    wer eine solche Seite sein Eigen nennt, für den ist das Thema doch praktisch abgeschlossen, oder? :P


    Hier eine Kleinigkeit von mir - ein Vorweis mit Ärger, wie man am Text sehen kann (ist auch hier in der Contraventionssammlung zu besichtigen).


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Lieber bayern klassisch,


    Die Vorweise sind einfach die Königsbelege mit Landbriefträgerstempeln. Da können selbst die schönsten Markenbriefe nicht mithalten Wer einen solchen Vorweis wie den Deinigen in seiner Sammlung, vielleicht sogar in seiner Heimatsammlung hat, kann sich glücklich :D preisen. Ich kann es nicht.


    Liebe Grüße von maunzerle :thumbup:

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  • Hallo Sammlerfreunde,


    nicht alle Postexpeditionen waren mit einer so großen Anzahl von Landbriefkästen gesegnet wie Pommersfelden. Schließlich mussten die Gemeinden die Briefkästen selbst bezahlen und mussten regelerecht gezwungen werden diese aufzustellen.
    Im Bezirk von Freising gab es 1867 nur einen Briefkasten, Stein hatte 1872 nur zwei Briefkästen, Oberwerrn hatte 1884 in jedem Landpostzustellort einen Briefkasten, also immerhin vier.
    So können wir feststellen, dass der Vorweis von bayern klassisch mit acht Briefkästen schon ehr die Ausnahme und somit sehr selten ist. Ich kann mich an einen weiteren aus Pommersfelden vom 29.3.1862 erinnern, auf dem sind sieben Stempel abgeschlagen.


    Gruß
    bayernjäger

  • Hallo bayernjäger,


    3 sehr schöne und interessante Stücke, die das belegen, was ich bisher gesehen habe: Je später diese Vorweise mitgegeben wurden, je weniger Ruralstempel weisen sie auf.


    Es ist die Frage, ob Vorweise ohne Ruralstempel ein Beweis dafür sind, dass dort kein Briefkasten mehr hing. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese kleinen, billigen Stempel nicht lange hielten und nach wenigen Jahren schon defekt waren oder verloren gingen. Eine Neubeschaffung war wohl nicht die Regel, denn das Geld dafür wollte keine kleine Gemeinde bezahlen und auch der Expeditor hatte dafür sicher kein Geld übrig. Statt des Ruralstempelabschlags unterschrieb dann einer der Honoratioren des Örtchens, wie bei deinen späten Vorweisen gut zu sehen ist und das war auch in Ordnung für den kontrollierenden Postexpeditor.


    Darüber hinaus dürfen wir bezüglich der Seltenheit nicht vergessen, dass es auch Postexpeditionen gab, die keinen Landzustellbezirk hatten, es somit auch keine Ruralstempel geben konnte.


    Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Freunde,


    Das Albenblatt in post 1 ist in meiner Sammlung das zweite zu diese, Thema, daher will ich euch heute auch noch das erste zeigen. Ihr seht, dass da durchaus noch Platz wäre und dass der Nachholbedarf da noch groß ist. Aber saubere Belege wachsen nicht auf den Bäumen.




    Viele Grüße von maunzerle

    Bilder

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

  • Hallo manuzerle


    Ihr seht, dass da durchaus noch Platz wäre und dass der Nachholbedarf da noch groß ist. Aber saubere Belege wachsen nicht auf den Bäumen.

    Es ist bestimmt so wie es gesagt ist. Ich habe in meine Sammlung bisher nur drei Briefe mit einen Landbriefträgerstempel, und nur ein mit Marke. Dieser Brief ist schon mal im Rundbrief gezeigt geworden, aber auch hier ist es wohl Platz ;)


    Landbriefträgerstempel V1 heisst Buchbach in Velden. Ein schöner Brief der in 1862 nach Neuötting geschickt war.



    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    Das ist ein tolles Schmuckstück! Da kann man nur gratulieren.


    Viele Grüße


    maunzerle :P

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

  • Hallo Sammlerfreunde,


    so ein schönes Stück wie von Bayern-Nils wird man lange vergebens suchen müssen. Alle drei Stempel sind schön und deutlich abgeschlagen, auch die Marke ist von guter Qualität.
    Anbei noch was zum Ansehen. Hier kann man deutlsich sehen, wie schon weniger deutliche Stempel die Optik eines Beleges beeinträchtigen.


    Gruß
    bayernjäger

  • Hallo manuzerle und bayernjäger


    Ja, die Qualität spielt auch hier eine Rolle. Aber ich denke dass viele von dieser Briefe schon selten sind, und dass die Qualität nicht so grosse Gewicht spielen darf. Nicht lange her ist ein Velden Brief verkauft geworden, und der Preis hat mich überrascht. Ich habe deswegen der Brief verloren :(


    Die von bayernjäger gezeigte Briefe sind meiner Meinung nach beide sehr gut - und würde auch in meiner Sammlung passen :D


    Aber ich kann trotzdem noch einen Velden Brief zeigen, als Dienstbrief aus Vilslern, hier mit V3 Stempel, der in 1862 An die katholische Kirchenverwaltung Preisenberg in Grammelkam bey
    Landshut abgeschickt war. Obwohl nur einen Dienstbrief, auch nicht Häufig zu finden.



    Viele Grüsse
    Nils



  • Hallo bayernjäger,


    Ein Bischofsbrief, zumal handgeschrieben, ist auch nicht gerade eine ?( >Drehglagger< :?: , wie wir in Niedebayern sagen. Zu deutsch eine >Pfütze mit Schmutzwasser<, soll ganz einfach heißen: Nicht von schlechten Eltern!



    Viele Grüße von maunzerle

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

  • Hallo bayernjäger


    Zwei Schmankerln :P :P :P :P


    Der Wambach-Velden Brief gefällt mir extra, aber der Hollfeld Bref ist sehr schön.


    Mein letzte Velden Brief mit Landbriefträger Stempel ist ein seltener weil der Brief nie ein Postexpedition gesehen hat. Genau wie der von bayern klassisch oben (Linden-Markt Erlbach). Der Brief ist in Seyfriedswörth abgegeben und an die Schulinspektion in Velden von dem Landbriefträger überliefert geworden. Alles geschah in April dem Jahr 1863.


    Fast ganz vergessen: Der Stempel ist ein V2


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    du hast Recht - hier werden Traumstücke im Dutzend gezeigt - phantastisch!


    Dein Brief hat unten links den Vermerk "Mit 2 Protokollen". So ein Protokoll konnte aus einer Seite bestehen, oder auch Dutzende von Seiten haben. Die wenigsten Briefe mit diesen Stempeln wurden auf dem Bestellgang zugestellt. Briefe mit Unterbund, so wie deiner, sind kaum bekannt und wurden vor dem 1.10.1860 i. d. R. mit eigenem Amtsboten dem Empfänger zugestellt. Durch die Einführung der LBT wurde das anders, was man schön an deinem Brief sehen kann.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus