Rauhut & Kruschel

  • Liebe Sammlerfreunde,

    hat jemand den Katalog zur 198. Auktion von Rauhut & Kruschel vorliegen und könnte mir mal den Ausruf der Lose 1189 und 1289 mitteilen?

    Habe meinen Katalog leider schon entsorgt.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Hallo zusammen,

    habe mir heute früh mal die Zeit genommen, die Zuschläge für Bayern bei Rauhut&Kruschel durchzusehen. Ich muss sagen, ich bin entsetzt. Das wenige, was gegangen ist - oft mit Untergebot - ist entweder ausgefallenes Material oder

    interessanterweise ungebrauchte Marken. Normale Standardware bleibt auch bei moderaten Ausrufpreisen komplett liegen. Ich hatte auf einen Wertbrief mit ausgefallener 3-Farben-Frankatur 55 Pfg. (seltene Portostufe) Nr. 39,40 und 41

    geboten, der mit 200 € ausgerufen wurde und habe ihn auch zu diesem Preis bekommen. Da hätte man von 20 Jahren

    noch mindestens das Vierfache hinlegen müssen. Aber das passt alles zu einem Telefonat, das ich letzte Woche mit einem befreundeten Sammler geführt habe, der seine Sammlung Altdeutschland Nr. 1 von allen Staaten mit hochwertigsten Stücken jetzt bei Felzmann eingeliefert hat. Seine Töchter hätten kein Interesse, sagt er, er bekomme kaum noch neue Stücke für die Sammlung und überhaupt verkaufe er sie jetzt, bevor er gar nichts mehr dafür bekommt. Da kann ich nur noch sagen: gute Nacht, Philatelie. Offenbar gibt es die klassischen Markensammler jenseits der Postgeschichte praktisch gar nicht mehr. Da bin ich schon am Überlegen, ob ich mich von den teuren Stücken nicht auch trenne und lieber meine beiden Töchter, die sich natürlich auch nicht dafür interessieren, bei ihren Bauvorhaben unterstütze.

    Schönen Sonntag wünscht die

    weite Welle

  • Hallo weite Welle


    Das ist ganz im Gegensatz zu der klassischen schweizer Philatelie.

    Wenn ich da schaue, was zum Teil für Briefe bei der Corinphila in Zürich bezahlt wurde, stehen mir die Haare zu Berge wie man so schön sagt.

    Es ist wohl ein grosser Wandel der da stattfindet. Wo der hinführt kann ich jedoch auch nicht sagen.

    Gewisse Briefe die ich mein nennen darf erziehlen momentan das dreifache an Auktionen als das was ich bezahlt habe.

    Aber eben, Philatelie sollte man nie als Wertanlage halten sondern stehts als Hobby betrachten und auch dementsprechend pflegen. Sonst macht man da etwas gravierendes falsch. (MEINE MEINUNG)

  • Richtig, und wenn du die mal verkaufst und weniger bekommst, dann solltest Du nicht vergessen den Abzug zu machen für die Freude die Du hattest.
    Hättest Du im Restaurant gesessen und in dieser Zeit Bier getrunken wärs vermutlich teurer gewesen. Ausser man nuckelt den ganzen Tag an ein und demselben Bierglas.


    In der Philatelie gibt es immer eine Wellenbewegung, derzeit sind die Sitzenden Tief, die Strubel sinken, die Rayon werden hoch gehandelt.

    Die Kantonals sind auch am sinken, werden aber vom Handel hoch gehalten. Das kann sich von heute auf morgen ändern.


    Wie heisst es doch so schön:

    Der Preis ist das was man zahlt.

    Der Wert ist das was man bekommt.


    Daher sind Briefmarken keine Wertanlagen...
    Gruss Rene

  • Hallo zusammen,


    ich habe mir gerade die Abteilung Preußen angesehen. Da sind noch keine Ergebnisse hochgeladen. Ich war am Freitag anwesend und habe den Eindruck, daß viele Lose zum Untergebot zugeschlagen wurden. Nur ab und zu gab es Bietergefechte, Die beiden anwesenden Kommissionäre waren aber in der Sitzung Preußen - Württemberg so beschäftigt, daß diese länger dauerte als vorgesehen.

    Es war eine seltsame Atmosphäre im Saal. Am Tisch durfte man die Maske abnehmen und mußte sie sofort wieder aufsetzen, wenn man aufstand, Nach verlassen des Tisches wurde dieser sofort desinfiziert.


    beste Grüße


    Dieter


    PS: Bin gespannt, ob Herr Rauhut nächsten Samstag beim Regionaltreffen der Preußen in Ratingen anwesend ist. Vielleicht gibts da noch ein paar Informationen.

    Einmal editiert, zuletzt von Klesammler ()

  • Briefmarken braucht kein Mensch zum Überleben, von daher sind sie entbehrlich. Ihr Wert wird allein dadurch gewährleistet, dass es Menschen (Sammler, Investoren) gibt, die bereit sind, ihr Geld in entsprechender Höhe für sie auszugeben.


    Alle Geldanlagen können steigen und fallen - das ist bei Briefmarken kein Alleinstellungsmerkmal. Immobilien fallen und steigen, Edelmetalle fallen und steigen, Aktien dito, Anleihen sowieso, Risikopapiere auch, Währungen (Sorten) sind auch flexibel nach oben und unten.


    Da Briefmarken statistisch unter Kunstobjekte fallen, unterliegen sie eher Ausschlägen nach oben und unten, als vlt. einige der oben aufgezählten Assetklassen - dafür hat man an ihnen seine Freude (wobei man auch an einem Kontoauszug, wenn er in die richtige Richtung zeigt, seine Freude haben kann).

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    die Ergebnisliste ist auf der Homepage eingestellt und auch im Online-Katalog sichtbar.
    Bei Preußen ergibt sich ein inhomogenes Bild. Was schon bei den Erivan-Auktionen auffiel, traf auch hier zu: Lose Marken, insbesondere gestempelte, in Kabinett- oder Luxus-Qualität - bezogen auf Markenerhaltung UND Stempelabschlag - brachten gute bis erstaunliche Zuschläge. Nur durchschnittlich erhaltene Marken oder Abschläge, brachten auch auf Brief häufig auch nur mäßige Zuschläge oder blieben liegen.


    Briefe mit großen Einheiten konnten positiv überraschen, z.B. das folgende Los 9275:

    1/2 Sgr. ziegelrot, Paar und Viererstreifen, alle allseits voll- bis meist breitrandig, auf Orts-Post-Insinuations-Dokument mit Ra2 "Putzig", in dieser Form sind mehrere Stücke, teils vom gleichen Tag bekannt, der vorliegende Brief stammt aus der 78. Köhler-Auktion 1931, danach Balasse 1958 (Auflösung einer Qualitätssammlung Preußen), ex Tomasini (Kruschel 1981), ex Spahrkäs, sign. Pfenninger, Kruschel und Attest Flemming. Im Briefinhalt bestätigt ein Adam Bekusch den Empfang eines Strafmandats wegen Urinierens (!) auf einer öffentlichen Strasse, die linke Marke des Paares minimale senkrechte Knitterspur (im Attest nicht bemängelt)

    Bei einem Ausruf von 1.800 € und einer Mi.-Spezial-Bewertung von 1.800 € für den 4er-Streifen auf Brief fiel der Hammer bei 3.800 €.


    Farben hingegen brachten auch als große Einheit nicht das erhoffte, z.B. Los 9317:

    2 Sgr. preußischblau, sehr seltener Pracht-Dreierstreifen mit klaren Ra3 "Berlin Post-Exp. 2" auf dekorativem Brief (kl. Randriß) nach Riga, große Frankatur-Seltenheit

    Ein 3er-Streifen der 17b ist auf Brief die größte bekannte Einheit und wird im Mi.-Spezial mit 2.000 € notiert. Bei einem Ausruf von 1.000 € blieb der Brief unverkauft liegen.


    Besonderheit plus Aufmachung als Titelbild zeigten diesmal Erfolg. Los 9281:

    1 Sgr. schw./rosa im Luxus-Paar aus der linken oberen Bogenecke, Reihenzahlen "1" und "2", auf Faltbrief mit NS "374" und Ra2 "Elbing". Allseits breite Ränder und frische Farbe, Bogeneckenpaare in dieser Größe auf Brief sind sehr selten!

    Ausgerufen mit 1.200 € fiel der Hammer erst bei 5.400 €!


    Aber auch andere Spezialitäten konnten im Einzelfall beachtlich zulegen, z.B. Los 9260:

    "Goerlitz-Kohlfurt Post:Sp:Bür. IV", klarer roter Bahnpost-Ra3 zweimal, nebst Frederkreuz, auf Kopf-Ganzsache 2 Sgr. blau, seltene Entwertung, ex "Romanow", sign. Drahn, Kruschel

    Der rote Bahnpost-Stempel ist als Entwertungsstempel selten, der Ausruf mit 250 € hierfür moderat, dass der Hammer dann aber erst bei 850 € fiel, war positiv überraschend - sofern man nicht auf der Bieterliste steht ;)


    Hingegen blieben verschiedene seltene bzw. nur einmalig bekannte Stempel unter den Erwartungen, z.B. Los 9267:

    "Moabit Briefsammlung", sehr seltener Ra3 klar (1800) auf bar frankiertem Ortsbrief (innen etwas gestützt), eine der Berliner Stempel-Raritäten! Kruschel 10.000,- DM, KHBW Nr. 71/3500 P. Aus der Kuphal-Sammlung, sign. Kruschel


    Bei einem Ausruf von 600 € blieb der Brief liegen.


    Quelle aller Los-Beschreibungen und Abbildungen: Auktionshaus Rauhut & Kruschel


    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Hallo,


    bei Rauhut kommt auch hinzu, dass er sich leider den modernen Technologien verschließt. Wenn man bei Köhler oder Corinphila sieht wieviel das Onlinebieten zur Steigerung beiträgt, dann kann man auch manche Preisunterschiede verstehen.

    Bei manchen Losen (NDP) kan noch hinzu, dass es sich um Rücklose aus der Auslösung der Sammlung Dr. Müller NDP 1871 bei Dr. Derichs-Auktion handelte.


    Schönen Sonntag


    Martin

  • Lieber Michael,

    endlich nochmal was von Preußen und dazu noch so eine kompetente Auktionsbetrachtung, wie früher in den Preussen-Studien die Markt- und Auktionsberichte von Herrn Metzer.

    :thumbup::thumbup::thumbup: Weiter so.


    St.G,
    über moderate Preise kann man unterschiedlicher Ansicht sein, 800€ für einen Beleg könnte ich mir nur in seltenen Ausnahmen leisten. Nicht ohne Grund habe ich mir das Sammelgebiet Preußen ausgewählt, weil man hier nämlich auch mit geringerem pekuniären Einsatz nette Sammlungen zusammentragen kann.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Ich wollte niemanden beleidigen oder demütigen, nur weil er nicht viel kann oder will ausgeben für Briefmarken Habe dies nur als Vergleich bezogen. Zum Beispiel ein Strubelbrief mit der Initialraute da gibt es halt nur ganz wenige und somit ist man quasi gezwungen mitzuhalten wenn man einen will. Ich respektiere und achte jede Sammlung egal wie wenig sie gekostet hat

  • Von meinen 2 Untergeboten ging eines ins Leere, mit dem anderen sollte ich erfogreich gewesen sein, wenn nicht zufällig ein weiterer Bieter den gleichen Betrag schriftlich zu einem früheren Zeitpunkt geboten hat.


    Gruß Klaus

    Wer später bremst,
    ist länger schnell !

  • Lieber Klaus,


    das mit dem früheren Gebot kannst du getrost vergessen - es gibt ganz andere Gründe, Lose einem zuzuschlagen, bzw. einem anderen Sammler zu geben. ;)


    Damit meine ich nicht das Auktionshaus Rauhut, bei dem mir solches unbekannt ist, sondern kleinere Auktionshäuser, bei denen der ein oder andere, große Kunde sehr, sehr wichtig und zwar sowohl beim Kauf, als auch bei der Einlieferung.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch () aus folgendem Grund: Unpräzise Ausdrucksweise, sorry.

  • Dankeschön Erwin


    Aber ist doch war oder?

    Zuviele gehen immer nur davon aus, wenn man nicht Unmengen von Geld investiert hat und unglaubliche Prachtexemplare gezeigt werden können ist die Sammlung nichts wert. Ich selber kenne auch einige solcher Kandidaten in der Schweiz die so argumentieren.

    Dümmer und arroganter kann man kaum reagieren finde ich. Da sollte einmal ein Ruck durch die Philatelistengesellschaft gehen und sich etwas ändern. Es würden meiner Meinung nach einige Probleme sich in Luft auflösen.