Blechdosenpost / Tin Can Mail > Eine Postalische Besonderheit

  • Seit 1882 gibt es auf dem Inselstaat Tonga die Tin Can Mail (= Blechdosenpost).


    Das zum Südsee-Königreich Tonga gehörende kleine Eiland Niua Fo’ou (englisch: Tin Can Island) wartete in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts mit einer postalischen Besonderheit auf – der Blechdosenpost. Die Insel, eigentlich nur ein riesiger Ringvulkan, dessen Caldera ein See ist, der ein Drittel der gesamten Inseloberfläche ausmacht, hat einen fruchtbaren tropisch heißen Uferstreifen auf dem etwa 200 Menschen leben. Als Tonga Ende des 19. Jahrhunderts britisches Protektorat wurde, begannen sich Koprahändler auch für die hier prächtig wachsenden Kokospalmen zu interessieren und knüpften Handelsbeziehungen zu den Eingeborenen an. Weil es jedoch rund um die Insel keinen geeigneten Anlegeplatz für große Schiffe gibt, wurde der Transport auf eine recht originelle Art gelöst:


    Eingeborene junge Männer schwammen vom Ufer zu den etwa eine Seemeile (1,8 km) entfernt ankernden Schiffen und schoben ihre Fracht vor sich her. Dafür wurden die auf jedem britischen Schiff mitgeführten 40 Pfund fassende Zwieback-Blechdosen benutzt. So entstand auch die lange Jahre funktionierende Blechdosenpost, die “Tin Can Mail“. Erst als im Jahre 1931 ein Schwimmer von einem Hai gefressen wurde, setzte man Kanus für den Transport ein. Anfangs förderten die Kopra-Händler, von denen einer, Charles Stuart Ramsay, sich sogar als Schwimmer zwischen Schiff und Insel betätigte, die Blechdosenpost und schufen erste Sondermarken und Belege für Sammler.


    LG Rene

  • Hallo Rene,


    das ist etwas ganz sensationelles - wunderbar und Postgeschichte vom Feinsten. Dazu die erstklassige Erhaltung - wer von uns hat schon je so etwas Außergewöhnliches gesehen, oder gar besessen? :thumbup::thumbup::thumbup:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Sammlerfreunde, hallo Rene,

    einen Tin Can Mail - Beleg kann ich auch beisteuern.

    Der Brief ging in die Gemeinde Christchurch (Neuseeland)

    Mir wahr gar nicht bewusst dass ich mit diesem Beleg eine kleine Rarität in meinen Bestand habe.

    Rene vielen Dank für deine ausführliche Beschreibung ,die auch gut zu meinem Brief passt.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Lieber Franz,


    ich glaube allmählich doch, dass es nichts gibt, was du nicht hast. Du wirst mir allmählich unheimlich. :P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    ich kann Ralph nur zustimmen! Franz wird einem unheimlich. In einem anderen Beitrag habe ich mal gefragt: Was sammelst du nicht? So herum ist die Liste seiner Sammelgebiete vermutlich kürzer. ;)


    viele Grüße


    Dieter

  • Lieber Ralph, lieber Dieter,

    dieser Beleg ist wirklich zufällig in meinem Bestand, er war bei einem ersteigerten Los dabei.

    Es ist also nichts Unheimliches dabei;)

    Da er nicht in meinem Sammelzeitraum (Klassik bis Ende Monarchie ) fällt, war er bis jetzt in meiner Tauschschachtel. Aber, aufgrund der guten Info von Rene, wandert der Beleg jetzt in meine Nebensammlung "Besonderheiten der Postgeschichte".

    Liebe Grüße

    Franz

  • Lieber Franz,


    was bei dir eine "Nebensammlung" ist, wäre wohl der wahr gewordene Traum eines jeden Sammlers ... :love::love:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Michael

    Hat den Titel des Themas von „Blechdosenpost / Thin Can Mail > Eine Postalische Besonderheit“ zu „Blechdosenpost / Tin Can Mail > Eine Postalische Besonderheit“ geändert.