Schweiz - Belgien

  • Hallo Rene,


    Basel hatte Kartenschlüsse nach GB und Belgien - legte ein Basler Postler einen Brief in den falschen Postsack und verschloß den später kurz vor Postabgang mit der Beutelfahne "London", dann lief ein Brief, der eigentlich nach Belgien sollte, geschlossen durch bis London. Dort wurde nach Öffnung des Briefepakets aus der CH erst einmal alles abgestempelt und dann geschaut, wohin er genau gehörte - der war falsch eingetütet worden und wurde kostenlos (ab 1.1.1868) der Postverwaltung zugeleitet, die ihn hätte bekommen sollen und London hatte auch eigene Briefepakete mit Belgien (Ostende); so ging es wieder auf den Kontinent zurück und die Verzögerung hielt sich in Grenzen, weil alles mit der schnellen Bahn bzw. dem Dampfer lief.


    Ich liebe solche Briefe, weil man immer auch ein wenig erklären kann, wie die Postverwaltungen arbeiteten. :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo René,


    ein schöner Brief. Er zeigt, daß die damaligen Postler zwar tüchtig, aber nicht unfehlbar waren.


    beste Grüße


    Dieter

  • Michael

    Hat den Titel des Themas von „Schweiz-Belgien-via London“ zu „Schweiz - Belgien“ geändert.
  • Guten Morgen zusammen


    Hier nun folgender Brief


    Brief vom 8. Juli 1850 nach Louvain Belgien (Leuven, Löwen)


    St. Gallen 8. Juli 1850 Gruppe 129


    PD von Basel Gruppe 13 B


    Rückseite: Basel 9. August 1850 rot, Belgischer Bahnpoststempel FRANCE PAR QUIEVRAIN grün, Ankunftsstempel Louvain 12. Juli 1850,

    rote handschriftliche Taxierung 20


    Porto: 20 Kreuzer = 50 Rappen für einen Brief bis 7,5 Gramm aus dem 3. Schweizerischen Briefkreis (25 bis 40 Wegstunden) nach Belgien


    Leitweg via Frankreich


    Tarif gültig vom 1. Juli 1850 bis 15. Dezember 1854









    Hier wiederum ein Brief mit dem nicht häufig zu findenden 2 Kreisstempel in schwarz von St. Gallen noch kurz vor der Einführung der eidgenössisch gültigen Briefmarken. Die ersten solchen Briefmarken waren zwar schon im Umlauf in der Schweiz, jedoch nur für die Ortspost gültig (siehe Frühverwendung der Ortspost). Belgien als Destination ist auch nicht häufig, meines Wissens ist kein einziger Brief aus der Rayonzeit (1. Oktober 1850 bis 30. September 1854 bekannt). Auch aus der Strubelmarkenzeit sind nur gut ein Dutzend Briefe nach Belgien nachgewiesen. Weiter ist dieser Brief kurz nach Gültigkeit des neuen Tarifes aufgegeben worden und auch noch in Kreuzer taxiert, verrechnet worden.

    Meiner Meinung nach ein Brief der unbedingt ein gutes Plätzchen verdiente in einer kleinen 8o guten Sammlung.


    P.S.

    Ich bedanke mich noch für die Mithilfe von Euch :thumbup:

    Einmal editiert, zuletzt von St.G () aus folgendem Grund: Schreibfehler

  • Lieber José,


    ein schöner Brief - mit Leitwegsvorgabe über Frankreich (im geschlossenen Transit). Wäre schön, wenn du einen zeigen könntest, der über die AD-Staaten nach Belgien gelaufen wäre (aus vergleichbarer Zeit).


    Aber kommt Zeit, kommt Brief - nichts eilt.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,


    du willst einen Brief von 1850 über die AD-Staaten sehen? Den kann ich zeigen. Meine Beschreibung hinkt allerdings, denn aus anfänglich 7 Kr. preussischem Portoanteil werden am Ende 11 Kr. Den Widerspruch kann ich nicht auflösen. Aber ich hoffe, du kannst erklären, wo mein Fehler liegt.


    Viele Grüsse

    Bruno

  • Lieber Bruno,


    ich habe aus der Hüfte keine Unterlagen über solche Briefe, meine aber, dass 1850 (Baden nicht im DÖPV und damit für Preussen auch noch ein Alttarifsbrief) 10x für Baden die Transitgebühr war, somit käme deine obige Auflistung nicht hin.


    Was sagt denn der Schäfer zu den Gebühren? 6x für Baden war viel zu wenig, meine ich.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,


    dann müssten die 10 ja irgendwo notiert sein. Schäfer beschreibt einen Portobrief 1841 von Zurzach nach Francomont bei Verviers mit 4 Kr. Aargau, 6 Kr. Baden und 2 Sgr. Transit Preussen. Gut, da galt der PV Baden-Aargau. Aber die 2 Sgr. für Preussen entsprechen den 7 Kr., die bei Rainer Brack aufgeführt sind im "Tarifhandbuch des Großherzogtums Baden für Auslandsbriefe 1841-1871" (Ausschnitt anhängend). Darauf basiert meine Beschreibung.


    Vielleicht kann ein Preussen-Spezialist bestätigen, dass Preussen seine Transittaxe zum 1.1.1850 von 2 auf 3 Sgr. erhöhte. Meine Theorie ist dann, dass Zürich 4 Wochen später bei Versand des Briefes am 8. Februar noch die alte Taxe von 7 Kr. für Preussen ansetzte, aus Versehen oder weil sie noch keine Kenntnis davon hatten.


    Viele Grüsse

    Bruno

  • Hallo Bruno,


    ich kenne die Tabellen von Rainer Brack auch. Ich habe mich immer schon gefragt, wieso bei Briefen aus Bayern nach Belgien der preußische Transit ab dem 1.5.1845 bei 3 Sgr. lag, obwohl die preußische Strecke fast identisch war?


    Grüße

    Karl