Langenberg mit P.D-Stempel

  • Lieber Dieter,

    zunächst meinen Dank für deine Antwort. Leider verstehe ich die Zusammenhänge immer noch nicht richtig, bitte hilf mir wenn möglich.

    In Beitrag #42 steht u. a. zu lesen

    Üblich war rot für die Beträge der Frankatur und schwarz bzw. später blau für das Porto, welches noch zu erheben war.

    Diese Farbenlehre ging auch auf die Stempelfarben über - roter Stempel (Österreich, USA, Preussen, GB) für frankierte Post, schwarzer Stempel (Österreich, USA usw.) für unfrankierte Post.

    Demnach wären die Beträge 1/2 Ggr. und 1 Ggr. Frankatur, weil sie in rot auf dem Brief notiert sind.

    Und in Beitrag #54 steht zu lesen

    Bei der Aufgabe im Postwärteramt Langenberg musste der Absender das Binnenporto bis zum Leitpostamt Elberfeld von 1/2 gGr. bezahlen.

    was ja zumindest mit dem in rot notierten 1/2 Ggr. in Beitrag #42 übereinstimmen würde. Was hat es dann mit dem roten 1 Ggr. auf sich?

    War der rote 1/2 Ggr. bezahlt und der rote 1 Ggr. nicht?

    Ist das

    Thurn und Taxis übergibt die Postsendung an Bayern und bekommt dafür 20 Kreuzer/5 Ggr. Davon behält Thurn&Taxis 1 Ggr. und gibt 4 Ggr. an Preußen.

    so richtig?

    Wenn nun der rote 1/2 Ggr. schon bezahlt war (#54) und Preußen nur 3 1/2 Ggr. zustanden, ergibt sich daraus eine Differenz von 1/2 Ggr.

    Wenn aber noch gar nichts bezahlt war, wie Du oben schreibst, dann verstehe ich die Angaben bezüglich der roten Farbe in Beitrag #42 und das Binnenporto bezahlt nicht.

    Deine Erläuterung des Belegs kommt meinem schlichten Gemüt sehr entgegen, denn sie ist für mich widerspruchsfrei nachvollziehbar. Nichts bezahlt, 5 Ggr. von Bayern an Thurn und Taxis, davon wird 1 Ggr. für den Transit Köln - Augsburg einbehalten und 4 Ggr. an Preußen erstattet. Die teilen sich auf in 1/2 Ggr. für Langenberg - Elberfeld und 3 1/2 Ggr. für Elberfeld - Köln. Habe ich das jetzt so richtig verstanden? Wäre fast zu schön um wahr zu sein.

    Liebe Grüße

    Peter

    2 Mal editiert, zuletzt von peno ()

  • Hallo Peter,


    ich würde die Farben zunächst außer Betracht lassen, denn die Postverwaltungen haben dies unterschiedlich gehandhabt.

    Bei deinem Brief hat der Absender das Binnenporto von Langenberg bis Elberfeld bezahlt. Damit ist diese Strecke erledigt. Preußen wollte nun von Bayern nur noch das Porto für die Strecke ab Elberfeld bis zur bayerischen Eingangsgrenze. Dies waren 5 gGr.

    Wie du auf einer Karte sehen kannst, liegt zwischen dem westlichen Preußen und dem linksrheinischen Bayern taxissches Gebiet. Mit dieser Postverwaltung wurde vereinbart, dass geschlossene Briefpakete durch ihr Gebiet befördert werden dürfen und dafür erhielt Taxis eine Transitentschädigung die auf deinem Brief mit 1 gGr. angeschrieben wurde. Zu bezahlten war dies von Preußen bei Briefen nach Bayern und von Bayern bei Briefen nach Preußen. Preußen konnte damit für seine Beförderungsleistung 4 gGr. behalten.

    Das bayerische Porto bis Kempten von 12 Kr. wurde nicht ab Augsburg berechnet, sondern ab der bayerischen Eingangsgrenze bei Aschaffenburg. Das Postamt in Augsburg hat lediglich die Taxierungen vorgenommen, da das Briefpaket aus Cöln erst in Augsburg geöffnet wurde.


    Grüße von liball

  • Lieber liball,

    danke für deine Antwort.

    Wenn ich, wie Du empfiehlst, das 1/2 und die 1 in Rot, also die Farben außer Acht lasse und statt

    Bayern wußte anscheinend, daß Preußen auf seinem Gebiet 3½ gGr verlangte,

    für Preußen 4 gGr. zuzüglich für Thurn&Taxis 1 gGr., also zusammen 5 gGr. veranschlage, dann empfinde ich deine Erläuterung als sehr einleuchtend. Ich bin vollends zufrieden und Dir dafür sehr dankbar. :)

    Liebe Grüße

    Peter

  • Lieber liball,

    bei mir dauert es immer ein paar Tage bis sich alles gesetzt hat.

    Nun ergeben sich mir doch noch zwei Fragen.

    Die Erläuterung von Klesammler/Dieter bezüglich meines Belegs war ja auch in sich schlüssig und für mich durchaus nachvollziehbar.

    Abgesehen von der Farbinterpretation Rot, die ja weder mit Dieters noch mit deiner Erläuterung in Einklang zu bringen war, ergeben sich zwei Differenzen. Dieter = nichts bezahlt und 3 1/2 gGr., Du = 1/2 gGr. bezahlt und 4 gGr. Kannst Du mir bitte für deine Angaben die Grundlagen nennen, eventuell mit Text zum Kopieren und anschließendem Einfügen in meine Beschreibung des Briefes.

    Liebe Grüße

    Peter

  • Hallo Peter,


    ich kann dir leider keinen Text liefern. Ich kenne jedoch Briefe aus Elberfeld, hier wurde kein Binnenporto angesetzt, und hier wurden in Augsburg 20 Kr. in Auslage genommen. Daher gehe ich davon aus, dass das Binnenporto vom Absender bezahlt wurde und Preußen für seine Beförderung bis Aschaffenburg 5 gGr. erhielt.

    Meine Beschreibung unter Nr. 54 halte ich daher für richtig.


    Grüße von liball

  • Hallo Peter,

    das Binnenporto war immer vom Absender zu zahlen, dieser 1/2 Groschen spielte für die weitere Berechnung keine Rolle mehr.

    Die Beschreibung von liball ist meiner Meinung nach richtig.


    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Lieber liball,

    weder #54 und schon gar nicht #62 wollte ich anzweifeln. Mir ging es lediglich um eine Quellenangabe die ich meiner Belegbeschreibung hinzufügen könnte, das macht immer einen guten Eindruck.

    Liebe Grüße

    Peter

  • Lieber Ralph,

    deine Farbangaben in #42

    Üblich war rot für die Beträge der Frankatur

    habe ich in diesem konkreten Fall außer Acht gelassen. Das Rot für beide Beträge, 1/2 und 1 gGr., wäre weder mit der Erläuterung von Klesammler noch mir der von liball in Einklang zu bringen gewesen. Letztendlich habe ich mich für die Interpretation von liball entschieden und selbige erleichtert für meine Belegbeschreibung übernommen.

    Liebe Grüße

    Peter

  • Hallo Peter,


    hier nochmals eine Beschreibung:

    Bei der Aufgabe im Postwärteramt Langenberg musste der Absender das Binnenporto bis zum Leitpostamt Elberfeld von 1/2 gGr. bezahlen. Mit dem geschlossenen Amtspaket Köln-Augsburg (Art. 17, PV Bayern-Preußen 1816) gelangte der Brief im stillen Transit über taxissches Gebiet nach Bayern. Nach Art. 18 des Postvertrages Bayern-Preußen von 1816 stand Preußen das Porto bis Aschaffenburg zu, in diesem Fall 5 gGr., hierin war der taxissche Transit mit 1 gGr. enthalten. Dieser preußische Anspruch wurde in Augsburg mit 20 Kr. in Auslage genommen. Mit dem bayerischen Inlandsporto von 12 Kr. (einfacher Brief bis 36 Meilen, Tarif 1810) ergab sich für den Empfänger ein Gesamtporto von 32 Kr.


    Grüße von liball