Aggsbach 1665

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein Siegelbrief datiert mit ???Se???hoff???? den 7. Marty (März)Anno 1665

    Der Brief ist gerichtet an:

    Dem Hochwürdigen, in 30st Zeit lich: WohlEdl(en) und Hochgelehrten Herrn, Herrn Augustino, Der

    Lobwürdigen Cardthauß Aggspach Wohlverordneten Herrn Praelaten.

    Meinem Seeligen (?) Herrn. Wölcks

    Von dannen nach Aggspach w.

    Praes(entirt) 20. Martii (März) a(nno) (1)665

    Die Kartause Aggsbach liegt in Niederösterreich.

    Laut Präsentationsvermerk war das Schreiben 13 Tage unterwegs.

    Leider kann ich nichts über die Briefbeförderung und die Briefgebühren sagen.

    Gab es zu dieser Zeit schon einen regulären Postdienst?

    Wie hoch waren die Gebühren?

    Wie hieß der Aufgabeort des Briefes?

    Ich vermute, der Brief wurde durch einen Boten befördert.

    Bitte um eure Hilfe.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Lieber Franz,


    "praes.(entirt) 20. MartiJ (März) A(nno(1665"


    "meinem gnedigen Herrn" steht da.


    "Senyerhoff" lese ich als Schreibort.


    Der Brief ist sicher ohne die Post gelaufen - auch wenn es die schon lange gab.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,

    vielen herzlichen Dank für die Korrektur.:thumbup:

    Du hast recht, es heißt gnedigen das l ist eindeutig ein d :)

    Senyerhoff, ich werde schauen, ob ich den Ort in einem alten Ortsverzeichniss finden kann.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Die Adresse lautet:


    Dem hochwürdigen in Gott Geist=

    lich wohledl und hochgelehrten etc.

    Herrn, Herrn Augustino, der

    lobwürdigen Carthause Aggspach

    wohlverordneten Herrn Praelaten

    Meinem gnädigen Herrn

    Mölckh von dannen nach Aggspach


    Der Brief ging also von Melk (oder aus der Nähe von Melk) nach Aggsbach. Die genaue Ortsbezeichnung im Brief deutet auf eine winzige Ortschaft oder einen Weiler hin, der im Eigentum der Kartause oder des Stiftes Melk stand.

    Die Anschrift ist typisch in hochbarocker Sprache eines einfachen Untertanen an seine "wohlmeinende" Herrschaft.

    Schöner Brief! Von Aggsbach gibt´s eine größere Korrespondenz, die uns Sammlern - Gott sei Dank ;-) zur Verfügung steht!

    Schönen Abend, Gerald

  • Lieber Gerald,

    vielen herzlichen Dank für deine Korrektur:thumbup::thumbup:

    Du hast recht, mit der Textstelle Gott Geist= die von mir gelesene 3 ist eindeutig ein G auch im Brieftext des Öfteren zu sehen z.B. in der dritten Zeile bei "Gehorsambist" und in der vierten Zeile in "Geschwulst".

    Weiters hat das t einen Verdopplungsstrich.

    Damit ergibt die Anschrift einen Sinn:)

    Der von dir genannte einfache Untertan war ein " Undthenig und Gehrsamber

    Diener

    Bernhard Zwölspott

    Bei dieser frühen Kurrentschrift muss ich noch viel lernen;(

    Liebe Grüße

    Franz