Von Schwanberg nach Kanitz

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein Frankobrief von Schwanberg (Steiermark) nach Kanitz (Mähren). Der Brief ist datiert mit 28. Dezember 1841.

    Auf der Briefvorderseite Roter Stempel Gra?? (vermutlich Gratz) 3?? FRANCO

    Schwarzes Frankokreuz

    Auf der Siegelseite schwarzer Taxvermerk ????? kann ich leider nicht entziffern.

    Ankunftsvermerk 7. Jänner 1842

    Wieviel Kreuzer musste der Absender zahlen?

    Bitte um eure Hilfe

    Liebe Grüße

    Franz

  • Lieber Ralph,

    vielen herzlichen Dank.:) Auf 14 wäre ich nicht gekommen.

    Ich habe noch einige Briefe, die möchte ich jetzt nach und nach dokumentieren und in meine Sammlung einordnen.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Lieber Franz,


    in vielen Teilen der Welt damals waren die Taxen oft dieselben - 10, 12 oder 14 usw.. Wenn man das jeden Tag ein paar Hundert Mal macht, dann verschwinden die individuellen Merkmale von 1, 2 oder 4 und die Ziffern werden zu einer Ligatur zusammen gezogen, die für heutige Betrachter unklar bleiben muss, weil wir sie heute so nicht schreiben würden.


    Man könnte fast sagen, wenn man etwas Österreichisches nicht lesen kann, heißt es 10 (18. Jahrhundert eher), oder 14. In Deutschland war noch die 12 dazu geläufig. Herausfinden kann man es nur sicher, wenn man die Entfernungen kennt in direkter Linie ( https://www.luftlinie.org/ ) und das Gewicht kennt. Vergleicht man dann die Entfernungen mit den ermittelten Taxzahlen und dem, was auf den Briefen notiert wurde, wird man i. d. R. fündig.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • liebe Sammlerfreunde,

    luftlinie.org habe ich früher auch verwendet. Besser fahre ich aber mit google maps, da werden mehr kleinere Orte vor allem in Schlesien und Ostpreußen gefunden. Die Luftlinie ist leicht zu ermitteln; Rechtsklick auf den ersten Ort, im Kontextmenü "Entfernung messen" anklicken, fertig.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Hallo Franz


    Die von Ralph genannte Möglichkeit die Luftlinie zu benutzen war Inland Österreich erst ab 1. August 1842 möglich. Gilt also nicht bei deinem Brief hier. Bis 1. August 1842 hat die Österreicher in Posten gemessen, und dann musste man wissen wie viele Posten es zwischen Absenderort und Empfängerort war.

    Und wie weit war es zwischen zwei Posten? Kann man nicht beantworten weil es eigentlich der Abstand zwischen zwei Poststationen war. Und die waren ja nicht regelmäßig verlegt.

    Als einfacher Brief und 14 Kreuzer CM war es also über 18 Posten. Und weil 14 Kreuzer CM sonst bei 3 1/2 Loth vorkommt ist es sicher dass deinem Brief ein einfacher Brief ist (bis 1/2 Loth).


    Sonst benutze ich, wie Erwin, auch immer Google Maps weil ich dann immer in einen Griff die beide Möglichkeiten habe.


    Viele Grüsse

    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,

    herzlichen Dank für Deine Erläuterungen:).

    Da habe ich wieder viel neues gelernt. Super!!!!

    Der Postbeamte musste wissen, wie viele Posten es bis zum Empfängerort gab.

    Vermutlich hatte er dafür eine Tabelle.

    Liebe Grüße

    Franz