Postvorschuß/Nachnahme

  • Hallo Erwin, das kann jeder für sich entscheiden. Die Klebezettel verhalfen den Absendern, diese Gledangelegenheiten schneller durchzuführen. Und das wurde von der damaligen Post auch unterstützt und war nicht verboten.

    Nun folgt der 3. Klebezettel aus meiner Sammlung, diesesmal aus der Zeit des Norddeutschen Bundes. Es gibt aus der Provinz Oberhessen noch weitere Druckereien, die solche Klebezettel ebenfalls verwendeten, siehe die letzte Erivan-Versteigerung, da ist bei Preußen ein ähnlicher Brief aus Schlitz/Lauterbach (Los 221) zu sehen gewesen. Die Procuragebühr, in diesem Fall 3xr, mußte bei den Orten, die vom Avers-5-Vertrag betroffen waren, bei der Aufgabe entrichtet werden. Bei allen anderen Aversverträgen war dies nicht der Fall. Cloos rechnete einfach die 3 xr, die er bezahlen mußte in die Summe ein. Das ist es, was diese Gegend postalisch so interessant macht.

    Gruß Taxis107:)

  • Hallo, hier mal ein etwas außergewöhnlicher Postschein, der für die Summe von Neunzehn Tausend Acht Hundert Achtzig Sieben Gulden verwendet wurde. Hierbei ging es um den Erwerb eines landwirtschaftlichen Gutes. Alleine für das Franko waren 27 fl 36 xr und dazu noch 2 xr Scheingebühren fällig. Das dürfte bei der Fahrpostbeförderung für eine große Kiste gesorgt haben. Die Summe dieser Erbschaftsangelegenheit ging an den Minister May zu Cassel im Jahre 1860.

    Gruß Taxis107 :)

  • Wunderschönes Stück, Heinrich und so hohe Beträge sieht man nur selten auf alten Postscheinen; wenn man dann noch den Bezug heraus finden kann, wie du hier, ist alles bestens. :):)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Ich denke mal, die haben damals in Kisten und Fässer die Münzen durch Hessen gekarrt . . .

    Vielleicht auch einen Teil in Scheinen. Wie sagt man in Hessen: "Mer waas es nett?"

    Spannend ist die Geschichte dahinter. Die Erwerber waren die Brüder Schwarz, eine Warenhandlung mit aller Verkauf und internationalen Niederlassungen. Das große Anwesen trug erst den Namen "Meyersches Gut", dann die "Schwarzschen Gärten". Heute steht da die 1957 eingeweihte erste Mittelpunktschule Hessens mitten im Ort.

    Taxis 107;)

    Mitglied im DASV, MdK

  • ... wenn kein Gewicht angegeben war auf dem Schein, dann wäre auch eine Schuldverschreibung bzw. ein Wechsel, eine Bankbürgschaft etc. möglich - die war so viel wert wie viel Geld in Kisten und Fässern, war aber auch leichter zu stehlen ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus