Brustschild-Belege 1875 zur Pfennigzeit nachverwendet

  • hallo zusammen,


    die Brustschild-Marken der Thalerwährung zu 1/2 bis 5 Groschen konnten vom 1.1. - 31.12.1875 nachverwendet werden.


    Am 26.8.1875 wurde der Brief nach Ichstedt über Artern in Suderode aufgegeben und mit 2 1/2-Groschen Marken als Fernbrief portorichtig freigemacht. Entwertet mit dem K2 Preussenstempel Pr-3221; Ankunftstempel des gleichen Tages in Ringleben Pr-2779.




    besten Gruß

    Michael

  • Hallo Michael,


    mein Glückwunsch zu dem schönen Beleg. Solch eine Frankatur im 2. Halbjahr 1875 muß man erst mal finden. Um bei Ralphs Pizzawährung zu bleiben: Da mußtest du vermutlich etliche investieren, um dich in den Besitz des Briefes zu bringen.

    Ich sehe keine 2½ Sgr sondern ein Paar der ½ Sgr. Für die weniger als 10 Meilen hätte der Betrag schon zu Preußen-Zeiten gereicht.


    beste Grüße


    Dieter

    Einmal editiert, zuletzt von Klesammler ()

  • Lieber Ralph,


    in meinem 2016er Michel Spezial sind alle kleinen Brustschilde auf Brief mit -,- € versehen, gültig für 1. und 2. Halbjahr. Eine Einzelfrankatur ½ Sgr auf Beleg wird im 2. Halbjahr mit 250,- € bewertet. Mehrfach- oder Buntfrankatur bringen einen erheblichen Preisaufschlag.

    Die großen Brustschilde lösten bereits nach 5 Monaten die kleinen ab. Daher findet man schon nach kurzer Zeit fast keine Belege mehr mit Stempeln von großen Orten auf kleinem Schild. Diese schlummerten bis zu einer späten Verwendung vermutlich in einer Schublade. Das kennen wir ja zur Genüge bei der Ausgabe neuer Serien.


    späte Grüße


    Dieter

  • Lieber Dieter,


    das habe ich mir fast gedacht, dass große Brustschilde 1875 nicht häufig sein werde, aber die Kleinen dann umso seltener sein müssen, wenn es sie denn überhaupt gibt.


    Danke für deine wie immer feinen Anmerkungen.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Um bei Ralphs Pizzawährung zu bleiben: Da mußtest du vermutlich etliche investieren, um dich in den Besitz des Briefes zu bringen.

    hallo Dieter,


    da ich den schönen Beleg erst unlängst nach einem harten Bietergefecht aus der Bucht geangelt habe, erinnere ich mich noch an den Einstandspreis. Etwa zeitgleich zum Kauf saß ich an der Piazza und aß eine Pizza. Das gab sich finanziell nichts; fast zumindest, denn ein Gläschen Aqua di Lago war noch drin.

    Wiedermal ein Beispiel, wie weit die Michel-Notierungen von Markt entfernt sind. Dass zu den kleinen Brustschilden keine Notierungen vorliegen kann ich gut verstehen; die sind nämlich wirklich äusserst selten.


    besten Gruß

    Michael

    Einmal editiert, zuletzt von stampmix ()

  • hallo zusammen,


    nicht immer sind die interessanten Belege auch fehlerfrei. Dieser könnte in verschiedenen Threads vorgestellt werden, passt jedoch ganz gut hierher.



    Am 30.6.1875, dem letzten Tag der Vor-UPU-Zeit in Altona aufgegeben, wurde der Brief nach Cette (F) gesandt und erhielt am 1.7.1875 einen Durchgangsstempel in Paris. Da Frankreich dem Weltpostverein erst zum 1.1.1876 beitrat, war das Porto von 30 Pfennigen, das mit der 2 Groschen und 10 Pfennige-Marke frankiert ist, bis zum 31.12.1875 fällig.


    besten Gruß

    Michael

    Einmal editiert, zuletzt von stampmix ()

  • Hallo Michael,


    danke für die Bilder und Erklärungen - klasse (und die Pizza - Währung hat sich ja auch wieder mal bewährt). :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,


    dann werde ich mal den scanner warmlaufen lassen um nach diesem Motivationsschub noch ein paar Belege zu zeigen. Im Gegensatz zur Pizza ist der Genuss auch rein virtuell gegeben. :)


    besten Gruß

    Michael

  • Lieber Michael,


    virtuell oder physisch - bei Genußmenschen und Genußartikeln (Pizza, oder Mischfrankatur) gibt es da keinen Unterschied. Also bitte gerne!

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • dann will ich auch mal was zeigen,... ein paar Ganzsachen.




    „Männer für gefährliche Reise gesucht. Geringer Lohn, bittere Kälte, lange Monate kompletter Dunkelheit, ständige Gefahr, sichere Rückkehr ungewiss. Ehre und Anerkennung im Erfolgsfall.“


    – Ernest Shackleton

  • Lieber Markus,


    3.1.1876 war die alte Marke schon ungültig - herrliches Stück. Dann müsste der Brief aber in der 2. G-Stufe gelegen haben, oder?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Ja marke ungültig ist ja in blau notiert + 2 gewichtsstufe.


    wäre natürlich noch cooler wenns der 1.1.76 gewesen und der beleg aus dem briefkasten wäre ;)

    „Männer für gefährliche Reise gesucht. Geringer Lohn, bittere Kälte, lange Monate kompletter Dunkelheit, ständige Gefahr, sichere Rückkehr ungewiss. Ehre und Anerkennung im Erfolgsfall.“


    – Ernest Shackleton

  • ... das Deutsche Reich war groß - bei Bayern gibt es das ein- zweimal, da wird es das im Reich auch geben. Ich drücke dir beide Daumen, dass du mal so eine Granate schießt!

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • hallo zusammen,


    am 12.4.1975 fand dieser 1 Groschen-Ganzsachenumschlag U5 seine Aufbrauchverwendung in der Pfennigzeit und wurde als Fernbrief der 2.Gewichtsstufe mit der 1 Groschenmarke auffrankiert.



    Fernbrief der 2.Gewichsstufe 15-250 gr. am 12.4.1875 in Berlin aufgegeben und nach Posen gesandt. AKS vom 13.4.1875


    besten Gruß

    Michael

  • hallo zusammen,


    am 4.1.1875 wurde eine Bestellung bei Filippo Giovannoni in Volterra aufgegeben und mit der Brustschlid-Aufbrauchmarke zu 21/2 Groschen frankiert. AKS von Volterra 4 Tage später am 8.1.1875.



    Bei dem unlängst in Italien gekauften Beleg dauerte die Postbeförderung über 2 Wochen. Gute alte Zeiten :)


    besten Gruß

    Michael

  • Bei dem unlängst in Italien gekauften Beleg dauerte die Postbeförderung über 2 Wochen. Gute alte Zeiten

    Lieber Michael,


    das Problem ist, dass dir das keiner von den jungen Leuten heute glaubt; die halten die Technologie unserer Tage für das non-plus-ultra und die Leistungen von Postverwaltungen und Menschen vor 140 oder 160 Jahren für Jahrmarktsgedudel.


    Ich hatte mal eine Postkarte (im Konvolut gekauft) von Neapel nach München, die 26 Stunden (!!!) unterwegs war aus dem Jahr 1896. Die habe ich jungen Leuten gezeigt, die vor 10 Jahren gerade von einem Süditalien-Urlaub zurück kamen und am Ankunftstag dort sofort Postkarten an ihre deutschen Freunde abgeschickt hatten. Nach 3 Wochen Urlaub war keine einzige Postkarte in DE angekommen. Die haben gemutmaßt, dass auf meine alten Cartolina von Neapel das Ankunftsdatum in München gefaked wäre, oder es eine Fehleinstellung sein musste. War es aber nicht, da es 2 Münchener Stempel gab mit identischem Datum, mal von der BÜ (Briefpostübernahme) und mal von München 1 selbst.


    P.S. Hatte mal einen Brief von 1865 aus Amsterdam nach Nürnberg - Laufzeit 28 Stunden ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus