Österreich-Gibraltar

  • Hallo Freunde


    Dieser Brief wundert mich ein Bisschen; vor allem dann der Laufweg.


    Warum war ein Brief in 1862 von Trieste nach Gibraltar den ganzen Weg über London geschickt?

    Ich habe zuerst eine Sendung per Schiff als wahrscheinlich gehalten. Oder war das hier nicht möglich?

    Zweitens kommt die Leitung über Italien, Frankreich und Spanien. Hier also über England.


    Der Brief hat Trieste 28. Februar 1862 verlassen, kam 4. März London an und ist dann weiter über Southampton nach Gibraltar geschickt wo der Brief 14. März ankam. Briefe von Grossbritannien nach Gibraltar waren bis in die 70-er fast immer per Schiff gebracht obwohl es viel schneller über Frankreich und Spanien ging. Und wenn dann ist es immer von Absender ausdrücklich gewünscht.


    Der Brief hat auch einen Stempel "Returned for Postage" welcher hier falsch abgeschlagen war. Wie man von der Stempel lesen kann lief der Brief nicht retour. Der Brief war dann also als Portobrief zugelassen geworden, was auch eher die Ausnahme war. Von Grossbritannien nach Gibraltar war das nur zulässig wenn der Brief in der falsche Gewichtsstufe frankiert war. Warum man dieser Brief zugelassen hat, weiss ich nicht.


    Wenn jemand etwas über eine Schiffsverbindung zu sagen hat würde es mir freuen.

    Auch hätte ich gern die Direktgebühre wenn über Frankreich und Spanien.


    Viele Grüsse

    Nils

  • Hallo kibitz


    Danke für die Antwort.

    P&O ist nur zum Teil möglich, den Rest wohl dann Österreichischer Lloyd. Bin aber unsicher ob dieser Kombination möglich war.


    Danke für den Link, kannte ich nicht. Freue mich den genauer zu studieren :)


    VG

    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo kibitz


    Ich habe deine Antwort missverstanden weil ich an die direkte Schiffsverbindung zwischen Trieste und Gibraltar gedacht habe.


    Von Southampton nach Gibraltar hast du natürlich recht.

    P&O Packet Ceylon ist Gibraltar 14. März angekommen.


    VG

    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Von Grossbritannien nach Gibraltar war das nur zulässig wenn der Brief in der falsche Gewichtsstufe frankiert war. Warum man dieser Brief zugelassen hat, weiss ich nicht.


    Hallo Freunde


    Die oben genannte Gebührenordnung war nur zwischen 1. Januar und 1. Juli 1862 gültig, wenn über Southampton geschickt. Also eine enge Zeitraum. Über Frankreich war es immer noch einen Frankozwang.

    Über Southampton war es vor 1. Januar 1862 auch Frankozwang. Ab erste Juli 1862 war es ein 6 Pence Strafgebühr zusätzlich zu Grundgebühr.

    Alles was hier geschrieben ist gilt für Briefe aus Grossbritannien nach Gibraltar.


    Auf den ersten Blick hat sicher dann GPO richtig reagiert wenn die den Brief an "Returned Letter Office" geschickt hat weil es ein eingehender Portobrief war und gar nichts bezahlt war. Das zuerst geschriebenen Porto war auf die andere Seite 1 Shilling 2 Pence. Das passt zu 8 Pence Portobrief Österreich-Grossbritannien und 6 Pence für Grossbritannien-Gibraltar.

    Da der Brief mit nur 8 Pence Port weiter nach Gibraltar abgeschickt war, war es wohl so dass ein Brief Österreich-Gibraltar in einem Distanz zu berechnen war und nicht in zwei Distanzen. Im Literatur habe ich vorläufig nicht die 8 Pence gefunden, aber es folgt den Muster für Briefe die Grossbritannien transitierte auf den Weg nach Gibraltar, wie es bei Proud beschrieben ist.


    Viele Grüsse

    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.