Österreich Inlandsbriefe

  • Liebe Freunde,


    der folgende Brief von 1846 lief anscheinend portofrei. Wenn ich die Franchise links unten lese, wundere ich mich allerdings darüber:

    Privatangelegenheiten

    oblig. milt. (militärisch?) mf???


    Der Brief wurde von einem Oberst des auf der Anschriftsseite oben angeführten Regiments geschrieben, rückseitig ist er mit einem militärischen Papiersiegel verschlossen.

    Kann jemand den Sachverhalt erklären?



    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Lieber Michael,


    obligatorische Mitteilungen = das war in Österreich tatsächlich portofrei zu befördern bei der Briefpost.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    vielen Dank für die Erläuterungen. In Österreich war doch manches anders ...


    Die Verfügung ist sehr interessant und passt super, danke!


    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein einfacher Frankobrief von Neutitschein (Mähren) am 31.10.1845 nach Marburg (Steiermark)

    Leitwegsnotiz per Olmütz-Wien

    Aufgabestempel NEUTITSCHEIN 31 OCT.

    Siegelseitiger Ankunftsstempel MARBURG 4 NOV

    Der zahlte 12kr.C.M Frankogebühr für eine Entfernung von über 20 Meilen (Gewicht bis 1/2 Lot).

    Neutitschein ist heute eine Stadt mit fast 25000 Einwohner in der Mährisch-Schlesischen Region in Tschechien.

    Marburg war eine Stadt im Kronland Steiermark (heute Slowenien).

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Sammlerfreunde,

    heute zeige ich einen Brief, bei dem mal ausnahmsweise der Brieftext gut lesbar ist;)

    Der Brief wurde am 20.11.1847 als Frankobrief in Wien aufgegeben und ins oberösterreichische Ischl gesandt.

    Der Brief kostete 12x CM, welche vom Absender zu bezahlen waren. Auf der Siegelseite durch eine braune 12 notiert.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Sammlerfreunde,

    Ein Gebührenfreier Ex-offo-Brief vom 16.7.1844 vom Oberamt Jaispitz (Mähren) an das löbliche Civilgericht der k.k. Haupt und Residenzstadt Wien.

    Absendervermerk: Officioser Judicial Gegenstand

    Aufgabestempel ZNAIM 16 Juli

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Sammlerfreunde,

    Briefe zwischen Militärbehörden und Bezirksobrigkeiten waren ab 1845 gebührenfrei, vorausgesetzt sie wurden als Einberufungen oder Militärbeurlaubungen deklariert.

    Ein Ex-Offo Brief vom 17.3.1845, vom Kommando der 3 Kompagnie des kk: FmLt: Sontag von Sonnenstein, 2 Feld Artillerie Regiments, an Eine löbliche Herrschaft Rastenberg (NÖ)

    Die Gebührenfreiheit wurde mit " In Angelegenheit Obligater Mannschaft " begründet.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Lieber Ralph,

    du hast Recht, die große 6 hatte ich übersehen:huh: muss mir wohl eine neue Lesebrille zulegen.

    Da wurde vermutlich die Begründung "In Angelegenheit Obligater Mannschaft" nicht anerkannt.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein Exoffo - Brief vom 20.10.1848, von Budweis (Böhmen) nach Horn (NÖ).

    Der Brief ging vom Magistrat Budweis an das Magistrat Horn.

    Die Gebührenfreiheit wurde mit " Schubsache " begründet.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Lieber Dieter,

    mit Schubsache wurde jene Korrespondenz deklariert, in welcher es um Abschiebung infolge eines Verbrechen oder einer schweren Polizei - Übertretung ging.

    Im September 1833 wurde mittels Dekret beschlossen, dass alle Korrespondenzen die Schubsachen betreffen, von der Postgebühr befreit sind.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein einfacher Portobrief vom 12.2.1843, von Trient nach Steyr.

    Der Brief kostete dem Empfänger 12 Kreuzer CM.

    Brieftarif vom 1.8.1842 bis 28.2.1843: Entfernung über 10 Meilen, 12 Kreuzer.

    Liebe Grüße

    Franz