per Estafette und per Expressen

  • Hallo Hermann,


    schön bleibt das Stück trotzdem.
    Hast du die Anweisung links oben schon mal so gesehen: ricognizione al latore = 18xr? Übersetzt heißt es: Anerkennung dem Überbringer! Ich habe das so noch nie gesehen, obwohl auch ich schon manchen Altbrief aus der Gegend in Händen hatte.


    beste Grüße


    Dieter

  • Liebe Freunde,


    auch weil ich vor Kurzem eine Anfrage dazu hatte:
    Gibt es eigentlich irgendwelche Informationen über den Estafetten-Tarif im österreichischen Machtbereich?


    Im zweibändigen Kainbacher-Handbuch habe ich nichts dazu gefunden.


    Viele Grüße aus Erding!

    Viele Grüße aus Erding!


    Achter Kontich wonen er ook mensen!

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu eine Recepisse für einen rekommandirten Brief aus Eger (Böhmen / Österreich) nach Kassel (Kurfürstentum Hessen / Thurn und Taxissches Postgebiet) vom 17. September 1827. Bei der Briefaufgabe wurde von Eger bis Hof (Kgr. Bayern) die Beförderung "per Estaffette" bezahlt. Der Absender bezahlte dafür 4 Gulden 36 Kreuzer C.M.. Ab Hof lief dann der Einschreibebrief als Portobrief bis zum Empfänger in Kassel.


    Beste Grüße,

    Hermann

  • Lieber Hermann,


    ein sehr seltener und schöner Schein - eine solche Teilfrankatur per Estafette habe ich noch nicht gesehen. Bleibt die Frage, wie er dann weiterbefördert wurde (auch mit Estafette?).

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Lieber Ralph,


    vielen Dank. Ich gehe davon aus, ab Hof als Portobrief. Es wurde ja nur die Estaffette von Eger nach Hof bezahlt. Wahrscheinlich wäre der Brief in Eger einige Stunden oder Tag(e) liegengeblieben, bis er weiterbefördert wurde. Von Hof nach Kassel war die Taktung sicherlich kürzer.


    Liebe Grüße,

    Hermann

  • Lieber Hermann,


    das wäre natürlich möglich - oder er ging auf besondere Weisung (das stand auf dem Estafetten-Kuvert, welches wir wohl nicht mehr haben) per Estafette weiter auf Kosten des Empfängers. Unter Recommandation musste er ja eh bleiben; auch wäre ein Franko-Zettel möglich.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Lieber Hermann,


    ich weiß, habe aber solches schon gesehen (dann halt für 50 Gulden oder mehr). Waren halt nicht alle arm damals und wenn es um Zehntausende Gulden ging, waren 50 oder 100 Gulden doch ein Pappenstiel.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Lieber Hermann,


    ein wirklich außergewöhnlicher Beleg, da teilweise per Estafette und Chargé. Ich habe so etwas noch nie gesehen.

    Ralf liegt mit seiner Vermutung sicher richtig, daß die Strecke Eger - Hof (grenzüberschreitend!) nicht so oft bedient wurde. Hof - Kassel dagegen wurde vermutlich mindestens 4 Mal in der Woche bedient. Das kann man wahrscheinlich in Verträgen finden, die ich aber nicht kenne.


    liebe Grüße

    Dieter

  • Lieber Dieter,


    vielen Dank. Im Vorphilahandbuch Bayern von Friedrich Pietz, steht zu Hof folgendes: September 1820: 2 x wöchentlich Fahrpostkurs Hof - Asch - Eger; sowie 4 x wöchentlich Reitpostkurs Eger - Hof - Eisenach; Ich gehe davon aus, daß diese von der bayerischen Post durchgeführt - und auch von Bayern bezahlt wurden. Wahrscheinlich hätte der Brief einige Stunden oder bis - oder über einen Tag auf der Post in Eger gelegen und wegen der Dringlichkeit dann mit einer Estaffette nach Hof befördert. Wie oft die Post ab Hof in Richtung Erfurt und nach Kassel lief, kann ich nicht sagen.


    Liebe Grüße,

    Hermann