von Malsen-Korrespondenz

  • Hallo Freunde,


    aus der von Malsen-Korresponden, die ja schon seit einiger Zeit durch die Auktionen, durch ebay und auch durch unser Forum geistert, möchte ich ein kleines Briefpaar aus der Markenzeit zeigen:


    - Mi.Nr. 4 II1 auf Brief vom 19.6.1855 von Landshut, entwertet mit dem gMR 175 der 1. Verteilung und
    - Mi.Nr. 2 II3 auf Brief vom 1.2.1857 von Landshut, entwertet mit dem gMR 269 der 2. Verteilung


    Beide Briefe sind adressiert an die Frau von Baron von Malsen.
    Der erste Brief ging an den Stammsitz der Familie nach Marzoll, der 2. Brief ging dann nach München - "Ablage in der kl. Residenz".


    Der Absender ist in beiden Fällen die gleiche Person - eine "ganz ergebene bzw. aufrichtige Freundin" von "Madame la Baronne de Malsen" aus Landshut.
    Beide Briefe haben ihren vollständigen Inhalt und sind in einer sehr schönen und gut lesbaren Schrift geschrieben.


    Viele Grüße,
    verbunden mit den besten Wünschen für das neue Jahr
    von bayern-kreuzer

  • Hallo Freunde,


    und dann noch ein Briefpaar aus der Vormarkenzeit:


    - Brief vom 5.12.1833 mit rotem FH-Stempel von Bayreuth und
    - Brief vom 22.5.1834 mit schwarzem FH-Stempel von Bayreuth.


    Beide Briefe mit gleichem Absender.
    Diesmal jedoch nicht an die Frau Baron, sondern an den Chef persönlich adressiert. Auf dem ersten Brief wird er als Baron angeredet, der 2. Brief spricht dann vom Freiherrn von Malsen ?


    Viele Grüße
    bayern-kreuzer

  • Lieber Wolfgang,


    Freiherr war gleich Baron, nur halt ein anderer Ausdruck (wie Rappe und schwarzes Pferd).


    Wieder ein vorzüglichen Briefepaar - wenn du deine 4 Briefe auf eine A3 - Seite aufziehst, wird das Herz eines jeden Sammlers aufgehen. :P:P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,


    die beiden Briefchen, die ich jetzt noch zeige, dürften dann auch noch auf die A3-Seite passen.


    - Portobrief aus Amberg vom 26.5.1841 und
    - Portobrief aus Amberg vom 29.5.1844.


    Auch diesmal ist bei beiden Briefen der Absender wieder der gleiche. Adressiert sind die Briefe jetzt wieder an die "Frey Frau von Malsen ".
    Bei 2. Brief wurde die Taxziffer auf der Vorderseite von 8 auf 10 Kreuzer korrigiert.


    So, das wars aber auch jetzt bei mir mit den von Malsens.


    Viele Grüße
    bayern-kreuzer

  • Lieber Wolfgang,


    eine A3 - Seite ist weit mehr, als 2 A4 - Seiten, auch wenn sich diese mathematische Aussage nicht jedem auf Anhieb erschließt - aber probiers mal aus, nur zum Testen und du wirst sehen, welche Bombenwirkung deine Briefe bekommen. :P:P:P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,
    letztes Jahr war ich auf dem Weingut Freiherr von Gleichenstein im Kaiserstuhl.... die beiden besten Weine heißen Baron Louis und Baron Philipp, nach den beiden Söhnen.
    Darauf fragte ich mal den Cheffe.... (Freiherr von Gleichenstein himself....) was es mit Baron und Freiherr so auf sich hat.
    Der Titel ist Baron, die Anrede ist Freiherr....
    Lieben Gruß
    Andreas

  • ... Der Titel ist Baron, die Anrede ist Freiherr....

    Hallo KlangRausch,
    es dürfte eher umgekehrt sein: der formale Titel war "Freiherr", und die Anrede "Baron", s. auch hier (aus https://de.wikipedia.org/wiki/Baron):
    "Der Brauch, einen Freiherrn mit „Baron“ anzusprechen, hat sich im deutschen Sprachraum innerhalb der privatrechtlich organisierten Nachfolgeverbände des einstigen Adels bis heute erhalten.

    Beste Grüsse vom
    µkern

  • Hallo Freunde,


    nachdem wir die Sache mit dem Freiherrn und dem Baron jetzt geklärt haben - vielen Dank an bayern klassisch, KlangRausch und mikrokern - möchte ich noch ein (wirklich) letztes "von Malsen"-Briefpaar zeigen:


    Die beiden Briefe kommen diesmal aus Lichtenfels in Oberfranken.
    - Brief vom 10.6.1834 mit Fingerhutstempel und
    - Brief vom 5.10.1835 ebenfalls mit Fingerhutstempel.


    Wärend es sich bei dem ersten Brief um einen einfachen Brief handelt (bis 1/2 Loth), handelt es sich bei dem zweiten Brief um einen Brief der 2. Gewichtsstufe (über 1/2 Loth bis 1 Loth).
    Auch hier haben beide Briefe wieder denselben Absender; auch haben sie beide noch ihren vollen Inhalt.
    Während man im Juni noch eine deutsche Anschrift wählte, hat man sich im Oktober dann für die französische Form entschieden (macht ja auch mehr her :D ).


    Viele Grüße
    bayern-kreuzer

  • Lieber Wolfgang,


    und schön zu sehen, dass beim 1. Brief 14x taxiert wurden, die dann auf 12x korrigiert wurden, während der 2. Brief gleich richtig mit 12 mal 1,5 = 18x taxiert wurde.


    Wieder ein sehr schönes Paar - danke fürs Zeigen deiner Schmankerl. :P:P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    das übermalen der alten Taxe finde ich recht seltsam. Kann mich nicht entsinnen, das schon mal in der Art gesehen zu haben (zumindest nicht bewußt).


    Gruß


    Dieter

  • Hallo Dieter,


    das habe ich allein sicher 100 Mal in der Sammlung - bei Bayern war diese Korrektur der Taxe(n) Standard ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Freunde,


    der nachfolgende Brief aus der von-Malsen-Korrespondenz lief im Oktober 1854 als Portobrief von München nach Berchtesgaden.


    Der Brief sollte ursprünglich als Frankobrief verschickt werden. Der Absender (Sohn Conrad von Malsen) vermerkte deshalb auf der Vorderseite des Briefes unten links " frei ". Warum der Brief dann zum Portobrief wurde, läßt sich nicht mehr feststellen. Evtl.

    - hatte der Absender keine Marke zur Hand ?

    - wurde eine 6-Kreuzer-Marke geklebt, die im Briefkasten jedoch wieder abgefallen ist ?

    - war die Post schon geschlossen ?

    Der Brief wurde wahrscheinlich unfrankiert in den Briefkasten (boite) eingeworfen. Die Post vermerkte links oben " boite " und behandelte den Brief als Portobrief.

    Herr von Malsen zahlte für den Brief dann 9 Kreuzer ( 6 + 3 Kr.) Porto.


    Viele Grüße

    bayern-kreuzer

  • Lieber Wolfgang,


    stark verdächtig ist die Variante, dass die Post schon geschlossen hatte, oder noch nicht geöffnet, oder der Herr hatte weder Lust, noch Zeit, sich an den Schalter zu stellen, um eine schnöde 6x Marke zu kaufen - dann halt in den Briefkasten und der Papa zahlte 3x mehr - das dürfte den kaum interessiert haben, wenn der Inhalt wichtig war (und die Malsen - Briefe haben praktisch alle noch den Inhalt).


    Sehr guter Kauf von dir - so viele Briefe gibt es in dieser Art nicht und viel schöner geht es nicht. :thumbup::thumbup:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Freunde,


    jetzt konnte ich einen weiteren interessanten Brief aus der von-Malsen-Korrespondenz erwerben:


    Es handelt sich um einen Orts-Portobrief aus München vom 3.12.1853.

    Nicht frankierte Ortsbriefe sind in der ganzen Kreuzerzeit wegen des hohen Portozuschlages von 200% sehr selten und laufen einem längst nicht jeden Tag über den Weg.

    Der Brief kostete 3 Kreuzer Porto, die auf der Vorderseite vermerkt wurden; frankiert hätte er nur 1 Kreuzer gekostet.


    Aus dem Inhalt es Briefes geht hervor, dass sich der Münchener Hausbesitzer Karl Keller - Berufsbezeichnung Privatim - schon mehrfach bei Herrn Baron von Malsen über die Ruhestörung in seinem Haus beschwert hat. Ruhestörer waren wohl ein Sohn des Herrn Barons und dessen Kumpel (ein Herr von Lutz), die eine Wohnung über der Wohnung von Herrn Keller bewohnten.

    Evtl. hat der Sachverhalt den verärgerten Herrn Keller dazu veranlasst, den Brief nicht als Frankobrief - frankiert mit 1 Kreuzer - sondern als Portobrief an den Herrn Baron zu schicken.


    Viele Grüße

    bayern-kreuzer

  • Lieber Wolfgang,


    schönes und nicht häufiges Stück - Ortsbriefe mit 1x rosa oder gelb gibt es wohl Tausende, aber kaum ein Dutzend dieser Art ... :thumbup:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus