Overland Mail Baghdad-Haifa, Aktuelle Forschung und Website Updates

  • Hier zwei der Dokumente die ich damals im Postmuseum von London fotografierte..., im Dokument vom Dezember 1928 ist auch Lettland aufgeführt.

    Man muss sagen dass von den meisten der dort gelisteten Länder, incl dem vom Februar 1928, bis heute KEIN Brief bekannt ist.




    Wie sag ich immer so schön, es bleibt spannend.

  • Hier noch was weiteres zum Lettland Brief, dankenswerterweise von HerrnLöbbering (BPP) und Vorsitzender der ARGE Baltikum erhalten.


    Der Brief ging mit großer Wahrscheinlichkeit über London nicht nur wegen der "Blaukreuze", sondern weil dies der schnellste Transportweg für Post aus den baltischen Staaten nach / über Mittel- und Westeuropa war. Die D-Züge mit Bahnpostwagen gingen dreimal täglich aus Helsinki (Fähre) über Tallinn, Riga, Kaunas und Königsberg nach Berlin, von dort über die Nordseehäfen nach London und ab hier an Ziele im Empire.

    Dies ging in den 1920er und 1930er Jahren soweit, dass selbst als Flugpost gekennzeichnete und portorichtig frankierte Briefpost regelmäßig per Bahn / Schiff transportiert wurde, wenn dies schneller war, als der oft nur ein- bis dreimal wöchentlich verkehrende Lufttransport. Dies entsprach den UPU Vorschriften, wonach "der schnellste" Transportweg zu wählen war. Die kurze Transportdauer des Briefes von weniger als zwei Wochen aus Libau über Riga an das Ziel Baghdad ist ein weiteres Indiz hierfür.

    Spezielle Postregelungen für Overland Mail der lettischen Post werden sie daher wohl auch vergeblich suchen. Die Seltenheit solcher Belege und die Kürze des Angebots OVERLAND ist auch Grund dafür, dass es in der ArGe Baltikum e.V. meines Wissens keinen einzigen Sammler gibt, der über ein derartiges Poststück verfügt.

    Einmal editiert, zuletzt von Rainer ()

  • Heute zuhause eingetroffen.


    Bahrain, 29 Mai 1935 über Basrah (6 Juni 1935) mit der Overland Mail durch die Syrische Irakische Wüste und dann nach Honolulu, Hawaii. Bahrain Briefe mit der Overland Mail versandt sind kein großen Raritäten, ich kenne ca. 40 Stück oder so, als Destination aber TOP!


    Das ist der einzig bekannte Brief von Bahrain mit der Overland Mail nach Hawaii das zu dem Zeitpunkt noch ein unabhängiger Staat war und erste 1959 zum 50 Bundesstatt der USA wurde.



  • Es wäre sicher interessant zu wissen, was die Dame wollte. Zu der Zeit (und lange vorher) gab es genug vermögende Weltenbummler, die es in exotische Gefilde verschlug. Honolulu ist von Bahrain aus auch nicht gerade mal eben um die Ecke.

  • Eines der Teile der Overland Mail Baghdad-Haifa die ich liebe sind Briefe die vom Westen aus nach Irak/Iran gelaufen sind und teilweise sehr selten, aber nicht unbedingt teuer sind.

    Hier ein netter Brief der genau die Postvorschrift der Tschechischen Post wie folgt abbildet:


    Im "Mitteilungsblatt des Ministeriums für Post und Telegrafie", der tschechischen Post für März 1930, hat die tschechische Post die Vorschriften für Post nach Irak / Mesopotamien / Südiran/Persien wie folgt geändert:


    Nr. 45/1930. Aufhebung des Sonderzuschlages für die Postbeförderung nach Irak (Mesopotamien) und Nord- und Westpersien auf dem Automobilweg Damas-Bagdad - Änderung des Postweges nach Persien und Irak.


    Zur Verordnung Nr. 9/1930, Mitteilungsblatt des Post- und Telegraphenministeriums, Fachteil, Nr. 3.


    Seit dem 1. April 1930 erheben die Postämter keinen Zuschlag für die Postbeförderung nach Irak (Mesopotamien), Nord- und Westpersien, auf dem Automobilweg Damas-Bagdad über die syrisch-irakische Wüste.


    Seit dem genannten Datum wird die gesamte Korrespondenz ohne Zuschlag nach Irak (Mesopotamien), Muskat in Arabien, Kuwait und Bahrain (britische Gebiete im Persischen Golf), und nun auch nach Südpersien (Ahwaz, Bander-Abbas, Bouchir, Disfoul, Djask, Kerman (Kirman), Lingah, Mohammerah, Shiras, Shouster), Gebiet von Sistan, persisches Belutschistan (Kuh-e MalekSiah), ausschließlich über die syrisch-irakische Wüste, per Autostrecke Damas-Bagdad, bei aktuellen Sperrungen für Bagdad, versendet vom Postamt Praha 7 cizina jeden Freitag um 7: 50 mit dem Zug Nr. 16 über Konstantinopel-Adana-Damas und jeden Freitag um 7:50 mit dem Zug Nr. 16 über Terst-Alexandria-Damas. Die Korrespondenz nach Irak und Südpersien muss nicht mit dem Vermerk "Service transdésertique Syro-Iraquien-Damas-Bagdad" versehen werden.


    Korrespondenz nach ganz Rest-Persien - mit Ausnahme von Süd-Persien - wird in den laufenden regulären Verschlüssen für Persien über Krakau-Lwow-Zdolbunów-Baku versandt.


    Die Verordnungen Nr. 9/1930 (Mitteilungsblatt des Post- und Telegraphenministeriums, Fachteil, Nr. 3) und Nr. 116/1929 (Mitteilungsblatt des Post- und Telegraphenministeriums, Fachteil, Nr. 51) werden aufgehoben.


    (Nr. 18.924/IX vom 24. März 1930.)


      

    Brief von ČESKÉ BUDĚJOVICE / Tschechoslowakei nach Ahwaz / Iran über Baghdad. Korrekt frankiert mit 2 x 1K Masaryk + 50h Plzeň,, 31.7.1939, dazu der angeblich seltene Devisenkontrollstempel "D.K./ České Budějovice" in rot.

  • Kleiner Nachtrag, ein Sammler macht mich daraus aufmerksam dass das Herkunftsland ist jedoch *nicht* Tschechien (Tschechoslowakei), sondern Böhmen &Mähren (Deutsches Protektorat) 1939, wo die ehemaligen tschechischen Briefmarken bis zum 15.12.1939 weit verbreitet waren, bis sie endgültig verboten wurden.


    Für Sammler des Gebietes B&M ein kleiner aber feiner und wichtiger Unterschied.

  • Hallo Rainer,


    ein klasse Beleg für deine Sammlung. Nach und nach finden Belege zu dir wo man dachte, aus der Gegend gibt es nichts.


    beste Grüße


    Dieter

  • Dieter,


    ja , aber es ist schon toll dass man Belege fndet wenn man sie nur genau ansieht..., nur wenige betrachten da Laufwege und die entsprechenden Postverordnungen zu. Das ist es was Postgeschichte ausmacht, da wird schnell aus einen scheinbar 0815 Beleg eine kleine Rarität.

  • Hallo Rainer,


    sehr oft sind die vorhandenen Stempel zur Analyse der Laufwege wirklich hilfreich. Ich staune immer wieder, wie wenig sich viele 'gestandene' Sammler dafür interessieren.


    Dieter

  • Ich staune immer wieder, wie wenig sich viele 'gestandene' Sammler dafür interessieren.


    Lieber Dieter,


    das ist halt der Unterschied vom Sammler zum Philatelisten (Postgeschichtler).

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Aus heutigem Posteingang, für einen Deutsches Reich Sammler was aus der 0815 Ecke, für mich ein kleinen Kleinod.

    Der Brief passt genau zum Auszug aus dem Nachrichtenblatt des Reichspostministeriums vom 12 April 1929
    Ausland. †) Nr. 146/1929. Briefbeförderung nach Irak (Mesopotamien) (Ia 2463 – 2 Pal.b).
    Den Zeitungen und Handelskammern ist folgendes mitgeteilt worden:

    »In der Briefbeförderung nach Irak (Mesopotamien) tritt von Mitte April an eine erhebliche Verbesserung ein. Von diesem Zeitpunkt an werden Sendungen dahin nicht mehr über Bombay-Basra, sondern ausnahmslos über die nunmehr wöchentlich zweimal verkehrende Wüstenkraftpost Damaskus-Bagdad geleitet. Die DRP nimmt den bisher von den Absendern erhobenen besonderen Zuschlag für die auf diesem Wege beförderten nicht mehr in Anspruch. Auch die Unterbringung des Leitvermerks »By Overland Mail Haifa-Bagdad« ist in der Aufschrift der Sendungen ist künftig nicht mehr erforderlich. Durch die neue Leitweise erfährt der Briefverkehr nach Irak eine Beschleunigung von ungefähr 14 Tagen.«

    Damit die Sendungen den Anschluss an die Dienstags und Freitags von Damaskus abgehende Wüstenkraftpost nach Bagdad erreichen, werden sie von den Leitstellen in Kartenschlüssen für Bagdad mit folgenden Gelegenheiten abgesandt.


    a) Freitags über Brindisi-Alexandrien mit den Dampfern des Triester Lloyd,

    b) Sonntags über Marseille-Alexandrien mit den Dampfern der Messageries Maritimes,

    c) Dienstags mit dem Simplon Orient Expreß über Konstantinopel.


    Zu den Verbindungen unter a und b sind die Sendungen den Leitstellen in Frankfurt (Main) (BPA 19) und München (BPA 1), zu der Verbindung unter c ausschließlich der Leitstelle in München (BPA 1) zuzuführen.


    In der Postdampferliste für Mai wird die Änderung berücksichtigt werden.



    Gewöhnlicher Brief von Moorburg (23. April 1934) über Harburg-Wilhelmsburg und Frankfurt (Main) nach Basrah, Irak. Devisenkontrolle in Frankfurt / Main durchgeführt. Brief lief über Bagdad an (rückseitig Transitstempel 2. Mai 1934) und wurde nach Basrah weitergeleitet (rückseitig Ankunftsstempel 3. Mai 1934).


    Wenn der Brief mit Luftpost transportiert worden wäre dann wäre das Porto höher gewesen, wenn er mit dem Schiff transportiert worden wäre dann wäre kein Baghdad Stempel drauf da Schiffe im Hafen von Basrah anlegten...